Battlefield 1

96007f2d9dcc128db561084226391167Alle aktuellen und fiktiven Kriegsschauplätze wurden bereits mehrfach durch unterschiedliche Publisher abgegrast mit mehr oder weniger großem Erfolg. Das Verlangen also nach neuen Jagdgründen und noch nicht erzählten Geschichten war entsprechend groß. Dass sich nun EA an das vollkommen unverbrauchte Thema des 1. Weltkrieges heranwagt, lässt einerseits aufhorchen, aber andererseits auch nachdenklich werden. Ein Stellungskrieg mit Materialschlachten und Schützengräben als “spaßiger” Mehrspielershooter?! Wie soll das funktionieren, zumal die Auswahl an Waffen und Gerät entsprechend klein war. Ob das alles hingehauen hat, erfahrt ihr hier…

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Alle aktuellen und fiktiven Kriegsschauplätze wurden bereits mehrfach durch unterschiedliche Publisher abgegrast mit mehr oder weniger großem Erfolg. Das Verlangen also nach neuen Jagdgründen und noch nicht erzählten Geschichten war entsprechend groß. Dass sich nun EA an das vollkommen unverbrauchte Thema des 1. Weltkrieges heranwagt, lässt einerseits aufhorchen, aber andererseits auch nachdenklich werden. Ein Stellungskrieg mit Materialschlachten und Schützengräben als “spaßiger” Mehrspielershooter?! Wie soll das funktionieren, zumal die Auswahl an Waffen und Gerät entsprechend klein war. Ob das alles hingehauen hat, erfahrt ihr hier…


Warum Battlefield 1?

Viele werden sich zuerst einmal fragen, warum der neue Teil die Nummer 1 trägt, wo es doch schon einige Ableger der Battlefield Reihe gibt?! Nicht nur dass Battlefield 1942 das eigentliche Battlefield 1 war und der Nachfolger Battlefield 2 hieß, sondern auch der Hinweis auf den 1. Weltkrieg ist hier mitverpackt. Also nicht wundern, wenn man im Regal neben Battlefield 4 das neuere Battlefield 1 vorfindet.

Wo gehts zum Schützengraben?

Direkt zu Beginn lässt sich Dice nicht lumpen und wirft den Spieler mitten ins Schlachtengeschehen. Ein grau-braunes, aufgewühltes und mit Rauchschwaden durchzogenes Schlachtfeld mit Stacheldraht und Überresten an Flora und Fauna werden bedrückend echt und realistisch dargestellt. Neben dem Spieler explodieren Granaten und aus allen Richtungen wird geschossen, dass der innere Drang Deckung zu suchen der beste Weg ist, etwas länger auf dem Schlachtfeld zu verweilen. Nach 1-2 Schusswechseln beißen wir leider ins Gras und wunderns uns über den üppigen Schwierigkeitsgrad. Doch anstatt neu zu starten, wird der Name des Soldaten mit Geburts- und Sterbedatum angezeigt. Schnell in die nächste Haut geschlüpft, 3-4 Gegner bekämpft und schwups beißen wir wieder ins Gras. Hierbei wird ein beklemmendes Gefühl der Ohnmacht und fehlenden Überlebenschance erzeugt. Also ein echtes Anti-Kriegsspiel.

So kurz?

So schnell wir den Weg auf das Schlachtfeld gefunden haben, so schnell ist der oben beschriebene Prolog auch wieder vorbei. Zurück bleibt man mit offenem Mund und Lust auf mehr solcher eindringlichen Erlebnisse. Doch ansttat genau da wieder anzusetzen, werden 5 nicht miteinander zusammenhängende Kurzgeschichten über einzelne Soldaten erzählt, die zwar inhaltlich stimmig, aber für heutige Maßstäbe zu langweilig und monoton sind. Hierbei wird man nicht nur die Westfront in Frankreich zu sehen bekommen, sondern auch die Schlachten an der italienischen Küste, den Alpen, dem osmanischen Reich, sowie dem Luftraum über Frankreich und England. Mal als draufgängerischer Jägerpilot, unerfahrener Panzerfahrer oder auch als arabischer Freiheitskämpfer zu Pferd.
Insgesamt wird also ein abwechslungsreicher und stimmiger Fluss an Geschichten präsentiert, wobei der Funken einfach nicht überspringen möchte. Hat man sich grade an das virtuelle Ich etwas gewöhnt und liebgewonnen, ist man auch schon wieder durch und ganz woanders in Europa unterwegs. Hochspannung kommt also nicht auf und der Drang alle Episoden zu spielen, bleibt auf der Strecke. Denn das eigentliche Herzstück ist und bleibt der Mehrspielermodus.

Behemoth wer?

Eine große Neuerung, die der Spieler bereits in der Einzelspielerkampagne schnell kennen lernt, sind die neuen Behemoth Einheiten in Form von Kriegszeppelinen, Schlachtschiffen oder Panzerzügen. Diese bieten Platz für mehrere Spieler und haben nicht nur einiges an Schadenspunkten, sondern auch eine Vielzahl an unterschiedlicher Bewaffnung. So hat z.B. der Zug nicht nur Flugabwehrgeschütze, sondern auch MGs, Mörser und Panzerabwehrwaffen. Liegt ein Team also im Mehrspieler zurück, wird eine solche Behemoth Einheit akiviert, die das Kampfgeschehen zu Gunsten des unterlegenen Teams kippen kann. Unzerstörbar sind sie jedoch nicht, können aber das Gegnerteam etwas beschäftigen. Diese Einheit gibt es aber auch nur einmal pro Runde, da es sonst ausufern würde.

Im Westen viel Neues

Beim Steckenpferd der Battlefield Reihe hat sich der Entwickler Dice ordentlich ins Zeug gelegt und diverse interessante Spielmodi zu Tage gefördert. Neben dem altbekannten Eroberungsmodus, in dem man als Team Fahnen erobern und halten muss oder dem Rushmodus, in dem man Ziele sprengen muss, kommen die Operationen hinzu. Was anfangs etwas umständlich und wenig spannend klingt, entpuppt sich als echter Knaller und Fest für jeden Mehrspielerfan. In diesem Modus muss die Angreiferseite eine gewisse Zahl an Fahnen erobern und diese für einen Moment halten, erst dann wird der nächste Sektor mit den nächsten Fahnen freigeschaltet. So erstreckt sich eine Operation nicht nur über mehrere Sektoren, sondern auch über mehrere Maps. Werden die Angreifer jedoch aufgerieben, startet die nächste Runde und das ganze Spiel geht weiter. Nur dieses mal kämpft eine der oben erwähnten Behemoth Einheiten auf Seiten der Angreifer.
Daneben bieten die sonstigen Modi wie Team Deathmatch und Brieftauben eine nette Abwechslung, aber die Mehrzahl an Spieler wird sich auf die Battlefield typischen Modi stürzen.

Auf in den Kampf

Seit Beginn der Battlefield Reihe sind es vor allem die gemischten Schlachten an Infanterie, Lufteinheiten, sowie gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeuge, die das Spiel ausmachen. In Battlefield 1 kommen nun aber auch Pferde hinzu, immerhin kamen die motorisierten Kampfpanzer erst spät im Kriegsgeschehen hinzu. Wählt man also als Einstieg ein Pferd, Panzer oder Flugzeug, verfügt man auch nur über eine Art Notausrüstung an Bewaffnung, die gegen den normalen Sturmsoldaten nicht mithalten kann. Hier wird das bekannte Flugzeug und Panzercamping unterbunden und nur wirklich die nehmen darin Platz, die auch damit in den Kampf ziehen wollen. Auf dem Pferd verfügt man zudem über einen Säbel, so dass man bei Angriffen im Sprint den Gegner niedermähen kann. Wird das Pferd jedoch tödlich getroffen, ist es auch für den Reiter aus.
In Sachen Panzer ziehen schnelle wendige Panzer, Artilleriefahrzeuge und schwergepanzerte fahrenden Schlachtschiffe am Kampf teil. Die großen Panzer bieten hierbei bis zu 6 Männern Platz, so dass der Panzer 360 Grad bekämpfen kann. Bei den Flugzeugen gibt es neben dem wendigen Jäger, noch Jagdbomber und schwerfällige Bomber, die immerhin über 3 Plätze verfügen.

Der gemeine Soldat

Bei der Infanterie wählt man zwischen 4 Klassen, die man als erfahrener Battlefield Hase in und auswendig kennen dürfte. Der Sturmsoldat ist mit einer Maschinenpistole oder Schrotflinte bewaffnet und trägt zusätzlich noch Anti-Panzerwaffen mit sich. Der Sanitäter hat einen Karabiner, diverse Granaten und medizinische Ausrüstung zur Heilung bzw. Wiederbelebung von Kameraden. Der Späher fungiert als Scharfschütze mittels Karabine mit Optik und diversen Aufklärungsmöglichkeiten für die Mitstreiter. Zu guter Letzt der Unterstützungssoldat, der mit schweren MG den Gegner niederhält und fleißig Munition verteilen kann. Hinzu kommen die bereits angesprochenen Flieger/Panzerklassen, die mit abgespeckter Ausrüstung aufs Schlachtfeld ziehen. Nach entsprechender Zeit, fleißigen Geballer und der Einnahme oder Verteidigung von Fahnen, erhält der Spieler für alle seine Aktionen Punkte und kann im Rang aufsteigen. Hierbei verdient man sich Kriegsanleihen, mit denen man wiederum neue Waffen oder Gadgets kaufen kann. Hierbei zeigt sich Dice jedoch etws einfalllos, so dass es nur wenige verschiedene Waffen gibt, aber mehrere Ausführungen für Nah- oder Fernkampf. Zusatzausrüstung ist, historisch einigermaßen korrekt, allerdings Mangelware. Gerade das Aufrüsten der Waffen hat in den letzten Battlefield Ablegern den meisten Spaß gemacht. Sowieso kann man die Ausrüstung des Soldaten nur in den Runden ändern und nicht vorher schon im Hauptmenü. Absolut umständlich und fragwürdig.


Wo bitte gehts zur Front?

Bei den Kampfgebieten lässt sich Electronic Arts nicht lumpen und bietet sehr unterschiedliche und stimmige Karten für den Mehrspielerkampf an. Von der malerischen italienischen Küste, über schwere Geschützbunker in den Alpen, der Wüste Sinais, französischen Wäldern und zerstörten Dörfern inkl. markanten Schützengräben. Die Karten werden durch gewaltige Artilleriefeuer in der Entfernung oder auch brennenden Schiffen am Strand stimmungsvoll untermalt. Hier und da gibt es zwar noch Balance Schwierigkeiten, aber jede einzelne Map ist auf ihre eigene Art und Weise charmant und voller Action.

Schön (und) laut

Dice schafft es das Grauen der Schlachtfelder schön wirken zu lassen und die Ödnis der Zerstörung zum Leben zu erwecken. Realistische Rauchschwaden ziehen über das Gefecht und gewaltige Explosionen samt Shrapnelflug werden derart atmosphärisch dargestellt, dass man nicht genug bekommen kann. Hinzu kommen topaktuelle Licht und Schattenspiele, lebensechte Animationen und echtwirkende Soldaten, die über das Schlachtfeld sprinten.
Wird der Spieler mal wieder mit Deckungsfeuer über den nächsten Hang geschickt, knallt und explodiert es um einen herum, dass die Ohren wackeln. Realistische Schuss und Waffengeräusche erwecken das Spiel noch mehr zum Leben, als man sich zu Hoffen erwünscht hat. Stimmungsvolle Militärmmärsche und Klänge eines Orchesters untermalen das Spielgeschehen äußerst stimmungsvoll und wirken nie deplatziert.

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

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