Anno 1404 – Venedig

dc39bdee7e0707a28ce72208de15fcbdDie wohl bekannteste Echtzeit-Wirtschaftssimulation Anno 1404 meldet sich wieder mit einem frischen Add-On zu Wort. Seit Februar steht die Erweiterung „Anno 1404 – Venedig“ in den Regalen zum Kauf bereit. Ob sich eine Anschaffung lohnt und welche Neuerungen in sich bergen erfahrt ihr bei uns.

 

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Endlich ist er da! Der doch sehr zu vermissende Mehrspielermodus bei Anno 1404. Mit der Erweiterung hat bekommt man endlich die Möglichkeit geboten sich mit bis zu acht Spielern auszutoben. Dies funktioniert entweder über das lokale Netzwerk mit ausgewählten Freunden, oder über das Internet, wobei allerdings eine Einrichtung eines Kontos auf den Ubisoft-Servern von Nöten ist. Hierbei gilt verständlicherweise der mitgeschickte CD-Key nur für einen Spieler.

Wie sieht denn eigentlich eine klassische Multiplayer-Partie in der Anno Welt aus? Es ist quasi eine Art Endlosspiel, allerdings mit realen Gegnern. Sinnvoller weise kann man auch auf eine Speicher Funktion zurückgreifen, da es nicht selten vorkommt, dass sich die eine oder andere Partie bis zu mehreren Stunden hinziehen kann. Über ein Chat-Fenster kann man Informationen mit den Mitstreitern austauschen, welches für eine sehr gute Kommunikation während eines Matches sorgt.

Für die Erstellung einer Session stehen dem Gamer viele Optionen zur Verfügung, welche für ein wenig Abwechslung sorgen werden. So steht es dem Spieler frei zur Verfügung, ob man Korsaren oder Naturkatastrophen erwünschenswert findet oder ob man gar auf diese verzichten möchte. Diese sorgen allerdings für den gewissen Pfiff während der Spiele.

Andere Auswahlmöglichkeiten beschränken sich sonst auf den Startruhm, die Menge des Goldes jedes Spielers sowie einer Ressourcenverteilung. Man hat selbst die Möglichkeit jeden Spieler schon zu Beginn mit einer kleinen Flotte auszustatten, um den ruhigen Anfang ein wenig zu trotzen und das Spieltempo etwas anzuheizen. Wenn man sich also nicht über mehrere Stunden, oder mit Speicherung, mehrere Tage mit einem Match befassen möchte, so ist diese Option doch sehr sinnvoll.

Neben der Festlegung der Anfangsressourcen muss man auch Siegbedingungen vorschreiben. Auch hier wird man auf ein recht großes Kontingent stoßen. Entweder man möchte eine gewisse Goldsumme als Sieg-Entscheidend auswählen, oder es ist das Ziel eine gewisse Anzahl an Adeligen oder Gesandten erreichen. Natürlich kann man auch die kriegerischen Ziele an den Vordergrund setzen, so dass beispielsweise die Masse der versenkten Schiffe als primäre Aufgabe gesetzt wird. Hierbei kann man ebenso auswählen, dass der letzte Überlebende als Sieger einer Partie hervorgeht. Mit anderen Worten, der Multiplayer-Modus sorgt für eine Menge Spielspaß, da man jede Partie nach seinen eigenen Wünschen gestalten kann.

Wer baut schon gerne alleine? Unter diesem Aspekt ist es bei dem Mehrspielermodus auch möglich bis zu vier Teams zu bilden, welche dann gegeneinander antreten werden. Die Obergrenze der Mitspieler ist hierbei allerdings ebenso auf acht Spieler begrenzt.

Bei einem kooperativen Match kann eine Mannschaft sich an das Werk eines einzelnen Spielers machen. Man teilt sich also quasi jegliche Befehlsgewalt über Flotte und Baufunktionen. Eine gute Absprache ist allerdings von Nöten, wenn man sich bei den Bauvorhaben nicht im Wege stehen möchte. So wäre es weniger Sinnvoll, wenn sich, beispielsweise in einem zweier Team, beide Mitspieler um ein Dorf kümmern. Daher steht eine gute Aufgabenverteilung an vorderster Stelle, so dass sich zum Beispiel ein Spieler um die Hauptsiedlung kümmert, wohingegen sich der Andere mit der Versorgung befasst. Also ist es bei diesem Beispiel am logischsten, wenn sich der zweite Spieler um eine Orient-Gesellschaft befasst, um Gewürze oder Milch für das Volk der Hauptinsel zu kümmern.

Anfallende Quests können bei dieser Form dann entweder von beiden Spielern bearbeitet werden, oder in größeren Teams kümmert sich wiederum ein anderer Mitspieler um diese Arbeit. Man sollte sich bestenfalls so absprechen, dass kein Teammitglied den anderen in seiner Arbeit im Wege steht, um eine Niederlage zu vermeiden.

Der Mutliplayer bezieht sich allerdings nur auf die Endlosspiele. Man hat also weder zum Einstieg noch später die Möglichkeit auf die Szenarien mit mehreren Spielern zuzugreifen. Über diese Möglichkeit hätte sich Ubisoft unter Umständen noch Gedanken machen können, um dem Mehrspielermodus noch einen letzten Schliff zur Perfektion zu geben.

Fans vom altbewährten Einzelspielermodus dürfen sich auf 15 neue Missionen in der Kampagne freuen uns sich in ein neues Abenteuer stürzen. Dieser sind steigend aufgeteilt in einem leichten Schwierigkeitsgrad der anfänglichen Missionen, bis hin zu schwierigen, welche gegen Ende der Kampagne den Spieler auf Trab halten wollen.

Auch hierbei darf man sich auf viel Abwechslung freuen, denn selbst als Korsar bekommt ihr die Möglichkeit geboten euer Unwesen zu treiben. Ihr dürft also gespannt sein, auf welche Abenteuer ihr dieses Mal geschickt werdet.

Viele Spieler unter euch werden sich sicherlich gefreut haben auf einen neuen Baustil wie dem Orient, mit dem man den Spieler schon bei Anno 1404 verzaubert hat. Allerdings wird man zu keiner Zeit im Spiel auf eine neue Architektur oder Wirtschaftsbäume zurückgreifen können, welche Venedig mit sich bringt. Bei dieser Erweiterung hätte man sich gerade an dieser Stelle wohl mehr Spieltiefe gewünscht. Wer hätte nicht gerne eine komplett neue Siedlung im venezianischen Stil errichtet? Hierbei ist es ebenso Schade, dass selbst das Wirtschaftssystem nicht erweitert wurde. Ein gewisser Spielraum hierfür wäre mit Sicherheit gegeben gewesen.

Es gibt stets einen venezianischen Hafen auf der Karte, welchen man anlaufen kann, um Waren und Items einzukaufen. Es stehen stets drei Items zum Kauf zur Verfügung, welche je nach bedarf, gegen einen kleinen Betrag neu gewürfelt werden können, falls man mit der Auswahl nicht zufrieden sein sollte. Ebenso ist es dem Spieler nun Möglich auf zwei neue Schiffstypen zuzugreifen.

Neben neuen Errungenschaften kann man im Hafen der Venezianer auch Aufträge in Empfang nehmen, um für mehr Abwechslung zu sorgen.

 

Jetzt liegt wohl schnell eine Frage in der Luft, sind das alle Neuerungen, welche das Add-On mit sich bringt?

Natürlich nicht! Es gibt zwei wesentliche Neuerungen, welche den Spielverlauf sehr beeinflussen können und auch für mehr Spieltiefe und Abwechslung zugleich sorgen wird, zum einen die Ratsversammlung und zum anderen die Sabotage.

 

Die Ratsversammlung ist ein weiteres Feature, welches den friedlichen Aspekt des Spieles weiter in den Vordergrund schiebt. Mit dieser hat man erstmals die Möglichkeit feindliche Inseln zu übernehmen, ohne auf militärische Mittel zurückgreifen zu müssen.

Sobald das eigene Volk die ersten Patrizier beheimatet und man Kontakt zu „Giacomo Garibaldi“ aufgenommen hat, steht dem Spieler automatisch ein neuer Menüpunkt im Kontor und im Marktplatz zur Verfügung. Mit diesem hat ist es nun möglich den Stadtrat in der eigenen und in feindlichen Städten zu beeinflussen. Dieser besteht aus fünf sitzen und einem Stadtschlüssel.

Als Stadtgründer erhält man automatisch einen Sitz im Rat und den Stadtschlüssel gesponsert. Um weitere Sitze zu erwerben, und die Kontrolle in der eigenen Stadt zu wahren, muss man einen gewissen Geldbetrag bezahlen. Der Preis ist abhängig von der Größe der Stadt und der Menge an prunkvollen Gebäuden.

Jegliche neutralen Plätze in den Räten aller Spieler sind nun frei verfügbar und stehen somit jedem zum Kauf zur freien Verfügung. Um die Kontrolle einer Stadt zu erlangen benötigt man drei Ratssitze und den Stadtschlüssel, daher ist es wichtig, dieses Kriterium erst einmal in der eigenen Stadt zu erfüllen, um eine feindliche Übernahme zu vermeiden.

Sobald man also drei oder mehr Plätze in einer anderen Siedlung erworben hat, hat man die Möglichkeit den Stadtschlüssel zu kaufen. Sobald dies geschehen ist kann man mit der venezianischen Errungenschaft „Feindliche Übernahme“ jegliche Städte des Feindes, inklusive aller Gebäude und Einheiten, übernehmen. Damit dies nicht zu einseitig ausfällt kann man die Übernahme des eigenen Volkes verhindern, indem man Ratssitze zurückkauft und versucht die Mehrheit im Rat zu bewahren.

Um auf die Funktion der Sabotage zurückgreifen zu können muss zunächst ein Geheimkabinett erbaut werden. Dieses Haus ist standardmäßig sichtbar, kann aber auch als normales Haus getarnt werden. Wer möchte denn auch schon, dass seine Feinde sehen, dass sie eventuell unter der Beschattung stehen? Daher ist dies eine sehr sinnvolle Funktion!

Die Geheimkabinette selber schützen in ihrem Einflussbereich selber den Spieler vor feindlichen Sabotageakten. Vielleicht ist es also sinnvoll seine Siedlung durch genügend Geheimkabinette abzudecken, um so etwas zu vermeiden. Falls ein feindlicher Saboteur erst einmal entdeckt wurde, so kann man diesen in der eigenen Stadt anklicken und unschädlich machen, bevor dieser wirklichen Schaden anrichten kann.

Den eigenen Spion kann man selbstverständlich direkt an seine Arbeit schicken. Dafür sollte man erst einmal einen sicheren Unterschlupft in der gegnerischen Siedlung aufsuchen. Meist bieten sich Wohnhäuser dafür quasi automatisch an. Die Art der Sabotage hängt dann stets von seinem Zielgebäude ab. So kann man nach Herzenslust Brände legen, einen Aufstand anzetteln, das Wasser vergiften oder sogar die Arbeit im feindlichen Dorf durch Bauchtänzerinnen für eine gewisse Zeit lahm legen.

Es ist ein sehr schönes zusätzliches Feature, welches gerade in Mehrspieler Partien für mehr Würze sorgen kann. Allerdings kann man bei der Erstellung einer Mehrspielerpartie auch die Sabotage oder die Ratsversammlung deaktivieren. Auch dies geschieht somit je nach Lust und Laune der Spieler.

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