Hegemony: Philip of Macedon

81391e70e1da2f30ec2921cc8e4dd69eAlexander der Große war schon häufiger Thema eines PC-Strategiespiels, nicht aber Alexanders Vater, Philipp II. von Makedonien. Das hat sich nun geändert, denn das unabhängige kanadische Entwicklerteam Longbow Games hat mit „Hegemony – Philip of Macedon“ einen Titel vorgelegt, der sich mit eben diesem Herrscher beschäftigt.

 

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Vorweg die Frage, wer dieser Philipp denn eigentlich war. Nun, er regierte von 359 bis 336 vor Christus und machte in einer Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen aus dem bis dahin eher unbedeutenden Ländchen Makedonien die beherrschende Macht des antiken Griechenland. Mit dieser Vorbemerkung haben wir uns auch schon dem Gegenstand des Spiels angenähert: Wie der Name es sagt, geht es in „Hegemony“ um Hegemonie.

 

Der Spieler übernimmt dabei in der Rolle des makedonischen Königs die historische Aufgabe, aus einem anfangs noch schwächlichen Gebilde am Rande der griechischen Staatenwelt eine Großmacht zu schmieden, die selbst Athen und Sparta überflügelt. Zu diesem Zweck muß er nicht nur taktische Schlachten ausfechten, sondern sich auch um die Verwaltung seines Reiches kümmern, mit Ressourcen haushalten, seine Truppen organisieren und neue Einheiten in Auftrag geben. Das Programm wird komplett in Echtzeit ausgeführt, wobei eine gespielte Stunde ungefähr einem Jahr in der Realität entspricht. Es ist allerdings jederzeit möglich, den Spielablauf zu unterbrechen und Befehle im Pausenmodus zu erteilen.

Antikes Sujet und generelles Spielprinzip gemahnen an den Klassiker „Age of Empires“, ein wenig auch an „Rome: Total War“. Hegemony ist jedoch keineswegs eine Kopie berühmter Vorbilder. Ganz im Gegenteil: Wir werden gleich sehen, daß dieses Spiel mit einer Reihe von Konzepten auftrumpft, die man in dieser Weise und in dieser Kombination noch nicht gesehen hat.

 

Gespielt wird auf einer dreidimensionalen Karte, die den griechischen Kulturraum zwischen östlichem Mittelmeer, Donau und Kleinasien abbildet. Sie erfüllt je nach gewählter Ansicht verschiedene Funktionen: In den geringeren Zoomstufen dient sie als topographische beziehungsweise politische Übersichtskarte. Zoome ich nun etwas näher hinein, so erhalte ich eine strategische Ansicht, in der die Gegebenheiten des Terrains sowie vorhandene Verkehrswege wie mit einem Bleistift skizziert erscheinen. Einheiten und Infrastrukturen werden hingegen als einfarbige Miniaturen gezeigt, die mich stark an das Plastikspielzeug meiner Kindertage erinnern. Gehe ich aber nun in die Nahansicht über, so verwandelt sich diese abstrakt stilisierte Darbietung in eine „echte“ 3D-Umgebung mit detaillierter Landschaft und animierten Einheiten in der Art eines „Total War“. – Anders gesagt: es gibt keine Trennung von strategischer und taktischer Karte, man wechselt vielmehr per Mausrad nahtlos zwischen den Perspektiven.

Diese Form der Präsentation halte ich schlicht gesagt für bemerkenswert. Im Vergleich zum Kartendesign ist die Detaildarstellung von Gelände, Einheiten und Gebäuden weniger spektakulär, aber solide. Ähnliches gilt für die Geräuschkulisse. Als auffallend markant empfinde ich hingegen die Intro-Musik, die mit ihren kriegerischen und zugleich archaisch anmutenden Trommelklängen auf das Geschehen einstimmt.

Das antike Griechenland war in politischer Hinsicht äußert vielgestaltig. Diesem Umstand wird der Maßstab von Hegemony gerecht, denn die Spielfläche ist nicht nur in 132 Regionen gegliedert, sondern bietet auch Platz für die stattliche Anzahl von 312 Ortschaften, von denen die meisten wahrscheinlich nur dem Althistoriker ein Begriff sind. Außerdem muß sich der Spieler mit immerhin 26 Fraktionen auseinandersetzen. Unter den griechischen Parteien befinden sich mit Athen, Sparta, dem böotischen Bund unter Führung Thebens und schließlich Makedonien vier Großmächte. Eine Sonderrolle spielt das persische Weltreich, dessen westlichster Teil auf der Karte präsent ist. Daneben gibt es etliche, teilweise in kleineren Bündnissen zusammengeschlossene griechische Stadtstaaten sowie eine Reihe nicht-griechischer Barbarenstämme.

Damit dürfte angedeutet sein, daß der Spieler einiges zu tun hat, zumal die Karte alles andere als klein ist. Schon die Erkundung (und Sicherung) des makedonischen Kernlandes nimmt einige Zeit in Anspruch. Das ist auch gut so, denn das Kampagnenspiel stellt das einzige im Lieferumfang enthaltene Szenario dar. Außerdem bietet Hegemony keinen Mehrspielerpart, da nur die makedonische Seite gewählt werden kann. Es handelt sich also eindeutig um ein Spiel für Solisten, die am liebsten gegen die KI antreten.

 

Nicht nur die Präsentation, auch das Gameplay zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. So erhält der Spieler fortlaufend Aufträge, die er in der Reihenfolge ihres Auftretens abarbeiten kann, aber nicht unbedingt muß. Solche oft mehrteiligen „Quests“ werden auf der anfangs fast vollständig vom Kriegsnebel verdeckten Karte durch antike Säulen symbolisiert, und ihre Freischaltung hat in der Regel die Entdeckung der entsprechenden Region zur Voraussetzung. Die Erfüllung einer Aufgabe, etwa die Unterwerfung eines Gebiets oder der Sieg über einen besonders penetranten Gegner, ist meist mit einer netten Belohnung verbunden. In einem solchen Falle darf man sich beispielsweise über die Aufwertung einer Elitetruppe, das Auftauchen siedlungswilliger Einwanderer oder die Aufstockung der Staatskasse freuen.

Einige der vorkommenden Aufgaben sind hinsichtlich ihres Status mit den aus Rollenspielen bekannten Hauptquests vergleichbar: Sogenannte „Hegemonie-Ziele“ müssen zwingend erreicht werden, damit sich die Kampagne erfolgreich abschließen läßt. In diese Kategorie fallen unter anderem die Befreiung Obermakedoniens von den Illyrern, der heilige Krieg gegen die Phoker oder Philipps Ernennung zum Oberhaupt der thessalischen Stadtstaaten. Manchmal werden die entsprechenden historischen Ereignisse in kurzen Videosequenzen erzählt, deren Comicstil sich offenbar an dem Film „300“ orientiert. Auf diese Weise wird das Kampagnenspiel von einem locker gefügten Storymodus eingerahmt.

 

 

Das Wirtschaftssystem ist vergleichsweise rudimentär und verlangt so gut wie kein Mikromanagement. Seine Basis ist die Existenz von Straßen, die einerseits eine Stadt mit umliegenden Farmen und Bergwerken, andererseits mehrere Städte untereinander verbinden. Auch die Einrichtung von Handelsrouten über See ist möglich. Die Transportwege sorgen dafür, daß Nahrungsmittel von den Bauernhöfen sowie die Erträge aus den Minen in meine Siedlungen gelangen. Darüber hinaus erwirtschaften sie zusammen mit der ansässigen Bevölkerung Steuereinnahmen.

Das Programm regelt automatisch den Transfer innerhalb des Netzes, so daß alle Städte des Reiches gemäß ihres Bedarfs ausreichend beliefert werden. Ein hübsches und zur historischen Thematik passendes Detail stellt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Jahreszeiten dar: Zur Erntezeit ist der Ertrag meiner Bauernhöfe größer, im Frühling tauchen Schafherden auf, die ebenfalls als Nahrungsmittel dienen.

Die Einrichtung des Straßensystems hat der Spieler manuell vorzunehmen. Hierbei ist folgendes zu beachten: Städte erlauben ihrer Größe entsprechend nur die Anbindung an eine bestimmte Anzahl weiterer Städte beziehungsweise Infrastrukturen. Andere „Gebäude“, so etwa die Farmen, bieten nur eine solche Anbindungsoption. In diesem Punkt ist also eine gewisse Planung erforderlich. Praktischerweise ist es möglich, Fehlentscheidungen zu korrigieren, indem man überflüssige Straßen einfach löscht und den freigewordenen Anbindungsplatz anderweitig vergibt.

 

Den Einnahmen stehen natürlich gewisse Ausgaben gegenüber. Unterhalt zahle ich für das stehende Heer, aber auch für Schreine und Wachtürme. Während letztere innerhalb ihres Radius den Kriegsnebel lüften, handelt es sich bei einem Schrein um eine heilige oder zumindest kulturell bedeutsame Stätte, die einen positiven Einfluß auf in der Nähe befindliche Einheiten und Siedlungen ausübt. Je nach Wirkungsweise des Schreins kann er den Heldenmut meiner Männer beflügeln, für die schnellere Wiederherstellung angeschlagener Truppen sorgen oder einen Verpflegungsbonus gewähren.

Eine weitere Besonderheit stellen Villen dar. Diese füllen nicht nur die Staatskasse, sofern sie mit einer Stadt verbunden sind, sondern dienen auch einem General als Wohnort. Gelangt eine Villa in meinen Besitz, darf ich einen der im Spiel vorkommenden historischen Anführer in Dienst stellen und einer beliebigen Einheit angliedern, wobei die individuellen Fähigkeiten des Generals mit den statistischen Werten der jeweiligen Truppe verrechnet werden.

Schließlich haben wir als letzten Gebäudetyp noch die Festungen. Diese Bollwerke sind meist in der Nähe wichtiger Städte oder an strategisch relevanten Punkten wie Gebirgspässen plaziert, haben aber nur einen Verteidigungswert, wenn sie eine Garnison beherbergen. Wichtig ist auch hier die Verbindung mit einer Stadt, da nur in diesem Falle die Versorgung der Besatzung mit Nahrungsmitteln gewährleistet ist.

In Hegemony ist es nicht möglich, nach eigenem Gutdünken Gebäude zu errichten oder in der Wildnis neue Städte zu gründen. Was fremden Mächten nicht mit Gewalt entrissen werden muß, steht herrenlos in der Landschaft herum und läßt sich einfach in Besitz nehmen. Villen und Festungen müssen vor ihrer Nutzung erst instand gesetzt werden. Für diese Tätigkeit eignen sich Arbeiter, die man in Städten rekrutieren darf, oder besiegte und zu Sklaven gemachte Feindtruppen.

Zivile Einheiten sind zudem für den Bergbau unentbehrlich, können im Bedarfsfall Nahrungsmittel transportieren und haben darüber hinaus die Fähigkeit zur Errichtung von Stadtmauern. Befestigte Siedlungen sind widerstandsfähiger gegen Belagerungen und gelten als sichere Handelsplätze. Sie erwirtschaften daher höhere Steuereinnahmen. Hier muß man allerdings Kosten und Nutzen abwägen, denn der Bau einer Mauer belastet zugleich den verfügbaren Bevölkerungspool, der für die Aufstellung neuer Truppen benötigt wird.

Damit sind wir beim militärischen Aspekt des Spielsystems angelangt. Was die Vielfalt an Kampfeinheiten betrifft, so ist diese nicht besonders enorm, dafür aber historisch getreu. Die sicherlich berühmteste makedonische Waffengattung stellt die Phalanx dar, eine geschlossene Formation schwerbewaffneter Infanterie, deren Angehörige man Phalangiten nennt. Zu den Unterstützungstruppen zählen Speerkämpfer und die mit ihnen verwandten Peltasten, die ihre Lanzen als Fernwaffe einsetzen. Leichte Reiterei besteht nur aus wenigen Männern und dient vor allem zur Aufklärung sowie zur schnellen Einnahme kleinerer Infrastrukturen. Hervorzuheben sind zwei kampfstarke Elite-Einheiten, die im Spiel einmalig vorhanden und folglich nicht produzierbar sind: einerseits die am besten von Philipp persönlich geführte Kavallerietruppe der „Gefährten“, zum anderen die Hypaspisten, die man als königliche Gardesoldaten zu Fuß ansehen kann.

Diese Palette läßt sich erweitern, sobald man auch nicht-makedonische Städte sein eigen nennt. Hierzu muß man wissen, daß zwischen einheimischer und fremder Bevölkerung innerhalb des eigenen Reiches zu unterscheiden ist. Kann ich makedonische Verbände logischerweise nur aus waschechten Makedonen rekrutieren, so darf ich die Fremdbevölkerung aus eroberten Regionen zur Aufstellung von meist völkerspezifischen Söldnertruppen verwenden. Auf diese Weise kann ich im fortschreitenden Spiel meine Kernarmee nach und nach mit thessalischer Kavallerie, griechischen Hopliten oder kretischen Bogenschützen erweitern, um nur einige Beispiele anzubringen.

Zur Belagerung von Städten stehen Katapulte zur Verfügung, die vor allem den Verteidigungswert von Befestigungen merklich reduzieren. Für die gepflegte Seeschlacht befindet sich schließlich die Trireme, ein schweres Segelschiff mit drei Ruderreihen, im Angebot. Um sich allerdings an diesen beiden Technologien erfreuen zu können, müssen die entsprechenden Bauoptionen zunächst durch die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen freigeschaltet werden.

 

Kämpfe kann man zwar auch in der strategischen Perspektive austragen, doch in der Regel bietet sich die detaillierte Nahansicht an, da meist ein gewisses Feintuning bei der Bewegung im Gelände sowie bei der Zuweisung von Angriffszielen notwendig ist. Es stehen mehrere Formationsbefehle zur Wahl, allerdings konnte ich im Test nicht feststellen, daß diese auch spürbare Auswirkungen auf den Gefechtsverlauf haben. Ein typischer Kampf in Hegemony mutet viel eher wie eine wüste Keilerei an, doch macht es durchaus Spaß, dem Hauen und Stechen auf dem Schlachtfeld beizuwohnen.

Unterlegene Einheiten kämpfen nicht, bis sie vollständig aufgerieben sind, sondern suchen zuvor ihr Heil in der Flucht. Ist letzteres nicht möglich, kapitulieren sie und bieten sich zur Versklavung an. Geflohene Einheiten sammeln sich übrigens in ihrer Heimatstadt (dem Ort ihrer Aushebung), geschlagene Generäle erholen sich hingegen in der ihnen zugewiesenen Villa. Dieses System hat den Nachteil, daß der Spieler im schlimmsten Falle seine zertrümmerte Armee wieder zusammensuchen muß. Eine Option zur Änderung der Heimatgarnison ist leider nicht vorhanden.

 

Ausgesprochen filigranes Taktieren ist zwar in der Regel nicht von Nöten, dennoch gilt es für den Feldherren einige Dinge zu beachten. So besitzt jede Einheit in Hegemony vier Attribute: Tapferkeit, Initiative, Logistik und Pionierwesen. Gewinnt eine Truppe an Erfahrung, werden Fähigkeitspunkte verfügbar, die man zur Erhöhung dieser Werte einsetzen darf. Derart kann man eine Elite heranbilden, die sich durch erhöhte Moral, schnellere Bewegung, verbesserte Sichtweite, geringeren Nahrungsbedarf sowie größere Effektivität bei der Einnahme von Gebäuden und im Belagerungskampf auszeichnet.

Gerade der Versorgungsgrad der Armee spielt bei ausgedehnten Feldzügen in feindlichem Gebiet eine nicht unerhebliche Rolle. Darben nämlich meine Männer zu lange in der Fremde, erleiden sie einen Moralzusammenbruch und suchen das Weite. Dem läßt sich am besten vorbeugen, indem man entweder Schafherden als mobilen Nahrungsvorrat mit ins Feld führt oder sich flugs bei der nächstgelegenen Farm verköstigt. Um Nahrung zu sparen, können Einheiten auch im offenen Gelände lagern, was sie allerdings verwundbarer für Angriffe macht.

 

Kommen wir zu den Punkten Gegnerverhalten und Schwierigkeitsgrad! Die KI der einzelnen Fraktionen folgt weitgehend vordefinierten Verhaltensmustern. Diese legen unter anderem fest, welche Kartengebiete bevorzugt von Raubzügen heimgesucht werden sollen oder welche bereits verlorenen Städte unbedingt aus der Hand des Spielers zu befreien sind. Es handelt sich bei diesen Prioritätssetzungen aber keineswegs um ein starres System, denn der Computergegner orientiert sich an den Aktionen des Spielers und reagiert besonders auf die Präsenz seiner Truppen.

Nicht nur die KI ist relativ flexibel. Auch der Schwierigkeitsgrad paßt sich nach meiner Erfahrung der menschlichen Vorgehensweise an. Gerade in der Anfangsphase der Kampagne ist es nicht ratsam, zu forsch in verschiedene Richtungen gleichzeitig zu expandieren. Denn in diesem Falle hat man schnell mehrere gereizte Nachbarn am Hals, die mit unangenehmen Streifzügen und Gegenangriffen zu kontern wissen. Ohne Provokationen kann man sich also mancherorts etwas Ruhe verschaffen, doch auch dann hat man in der Regel vollauf zu tun. Das alles gilt für den normalen Schwierigkeitsgrad. Auf der einfachen Stufe geht es gemütlicher zu, im Expertenmodus dagegen kann man sich vor ständigen Übergriffen kaum retten.

 

In Hegemony gilt folgende Faustregel: Jede neue Eroberung bringt neue gefährdete Grenzen, über die Barbaren oder unliebsame Griechenvölker ins Land strömen. Früher oder später sieht man sich mit simultanen Attacken an unterschiedlichen Schauplätzen konfrontiert, was aufgrund des Echtzeitprinzips durchaus zu hektischer Betriebsamkeit führt. An dieser Stelle ist anzumerken, daß in der Welt von Hegemony der Kriegszustand nicht nur die normale, sondern die einzig mögliche Form außenpolitischer Beziehungen darstellt. Anders als man vermuten könnte, bietet nämlich die Spielmechanik keinerlei diplomatische Optionen, die es erlauben würden, Bündnisse einzugehen, Handel mit Nachbarn zu betreiben oder Friedensverträge zu schließen. Schade eigentlich, denn Diplomatie würde das an sich sehr stimmige Gesamtkonzept abwechslungsreicher gestalten und um einige Möglichkeiten bereichern.

Einen weiteren Anlaß zur Kritik gibt das ungewöhnlich raumgreifende Interface. Das Nachrichtenfenster zur Linken und die rechts im Bild angebrachte Questliste sind zwar transparent, beeinträchtigen aber dennoch den Blick auf die Spielfläche. Hinzu treten noch – neben dem obligatorischen Befehlsmenü und einem Informationsfeld – eine ganze Reihe von Symbolen, die jedoch praktischerweise den schnellen Zugriff auf das Handbuch sowie auf weitere Schaltflächen erlauben. Deren Handhabung ist allerdings ebenfalls nicht frei von Umständlichkeiten: So muß man den Überblick über die aktiven Einheiten und Gebäude bei jedem Aufruf dieses Bildschirms neu sortieren, da die Präferenz des Spielers nicht gespeichert wird. Auch vermißt man eine Liste der aktuell upgradefähigen Einheiten. Statt dessen muß ich mich durch alle Bestandteile meiner Armee klicken, was die Aufwertung der Skills zu einer umständlichen Prozedur macht.

Die Steuerung hält sich übrigens an die Konventionen des RTS-Genres: Einheiten werden per Maus angewählt; mit Rechtsklick auf die Karte, auf Einheiten oder Infrastrukturen erteilt man alle Befehle: Bewegung, Angriff, das Betreten oder Erobern von Städten und so weiter. Des weiteren läßt sich bei gedrückter rechter Maustaste ein Kontextmenü aufrufen, das vor allem zur Ausführung von Spezialbefehlen benötigt wird. Natürlich ist auch die Zusammenfassung mehrerer Verbände zu Gruppen und deren Schnellauswahl mittels Tastaturbelegung oder Steuerungsleiste möglich. Das Selektieren eng zusammenstehender Einheiten, aber auch das Konvertieren von Kriegsgefangenen in Sklaven, kann jedoch sowohl in der strategischen als auch in der taktischen Ansicht Probleme bereiten und funktioniert nicht selten erst nach einer Drehung der Kamera.

Trotz kleinerer Unebenheiten im Detail handelt es sich bei Hegemony um ein Strategiespiel mit unverbrauchter Thematik, interessanten Spielkonzepten und außergewöhnlichem Design. Die Kampagne hat epischen Umfang, ist dank der druckvoll agierenden KI anspruchsvoll und vermag längere Zeit an den Bildschirm zu fesseln. Daher gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung und einen Award obendrein!

Abschließend sei darauf hingewiesen, daß Hegemony im deutschen Handel nicht angeboten wird, aber zu einem moderaten Preis als Download von der Website des Entwicklers beziehbar ist.

 

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Post Author: monty_fzpbwyem

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