Battlefield Academy

e0a567bcd22cd5a54e46501d59399d11Battlefield Academy ist ein neues rundenbasiertes Strategiespiel aus dem Hause Slitherine, vertrieben von Matrix Games. Angesiedelt ist das Szenario im allseits beliebten Zweiten Weltkrieg. Man mag denken was man will. Im Grunde hat man im rundebasierten Sektor schon alles gesehen, denn das Thema 2. Weltkrieg klingt ausgelutscht und abgenutzt, doch weit gefehlt.

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Slitherine bietet hier vertraute Spielmechanik und erfindet das Rad nicht neu, doch etwas nicht übersehbares fällt ganz besonders ins Auge. Der Stil der grafischen Umsetzung ist überraschend gut gelungen. In schön gezeichneter Comic-Heft Manier wird man durch das gesamte Spiel geführt, erlebt dabei stimmige Unterhaltung und hat die eine oder andere Überraschung zu erwarten. Die Epoche jener Zeit bringt auch dieses mal ein gelungenes Produkt zum Vorschein.

Gespielt wird in 4 großen Kampagnen, auf die man sich zuvor mit einem sehr guten Tutorial vorbereiten kann, in dem man durch mehrere Abschnitte mit den verschiedenen Situationen und Waffengattungen konfrontiert wird. Zudem gibt es derzeit noch 2 Bonus Szenarien, in denen man die Allierten und auch die Achse spielen kann. Auch die Achse? Ja, denn Battlefield Academy bietet bisher nur Kampagnen für die Alliierten, doch bis zur aktuellen Version 1.3.9 wurden durch die Patches auch mehr spielerische Inhalte geliefert. Zum Beispiel 6 neue Multiplayer Maps und 6 neue Einheiten beider Kriegsparteien. Da darf man vielleicht noch etwas hoffen. So wird also folglich auch ein Multiplayermodus, den man mit einem Slitherine-Account nutzen kann, mitgeliefert. Die Anforderungen an den heimischen PC sind moderat. Auch auf älteren Modellen läuft das Spiel sehr flüssig. Erfreulich sind die kurzen Ladezeiten, die keine Ungeduld aufkommen lassen.

Wenn man sich für eine Kampagne entschieden hat, zum Beispeil in Afrika gegen das Deutsche Afrika Korps, ein Endzeitszenario in den winterlichen Ardennen, oder in der Normandy, beginnt die kurze aber alle Infos bietende Vorbereitung mit einem Briefing für die Mission. Kaum akzeptiert befindet man sich bereits auf der Karte. Hier machen sich die kurzen Ladezeiten schon positiv bemerkbar. Der erste Eindruck dann ist dank des Comic Stils sehr positiv. Zunächst ist der Platzierungsmodus aktiv. Wenn man seine Einheiten wunschgemäß platziert hat beginnt die Befehlsphase für die erste Runde. Dank der frei einstellbaren Kameraperspektive kann man sich in alle Richtungen umsehen und auch das hinein- und auszoomen fehlt nicht. Die verschiedenen Waffengattungen haben eine begrenzte Anzahl von Bewegungspunkten. Je nach Gefährt oder Trupp unterscheiden sich diese in nachvollziehbaren Bereichen. Alles was man für die Steuerung benötigt ist die Maus. Erfreulich. Man kann sich ganz entspannt zurücklehnen.

Das Gameplay selbst bietet eine erfrischende KI, die für die eine oder andere Überraschung sorgen kann. Der vorhandene Kriegsnebel, den es zu lichten gilt, bietet eine weitere Variable, mit der man sich auseinandersetzen muß. Durch unerwartete Vorstösse der aktiven Seite kann man in Hinterhalte gelangen und wird entsprechend unter Feuer genommen. Klug positioniert kann man so ganze Truppenverbände ausschalten, aber wehe man vernachlässigt seine eigene Deckung. Einheiten können Schutz in Gebäuden suchen, in Schützenstellungen, in Wiesen, hinter Bäumen und auch zwischen Panzersperren. Diese Schutzstellungen bieten auch die Möglichkeit überfallartige Angriffe auf nichts ahnende Feinde los zu lassen. Dies birgt widerum das Risiko einer Entdeckung und man wird eventuell selbst unter Feuer genommen. Im ungünstigsten Fall von allen umliegenden feindlichen Einheiten, die noch feuern dürfen. Die Feuerfolge beschränkt sich hier auf zwei Angriffe, in Ausnahmefällen drei. Die verschiedenen Waffengattungen sind sehr gut recherchiert und bieten historisch korrekte Modelle.

Hierbei kann man sich der Hilfe der üblichen Verdächtigen sicher sein: Panzer aller Klassen mit verschiedenen Kalibern, Schützenpanzer gegen Infanterie, Panzerabwehrkanonen, mobile Artillerie, Mörser, mobile Raketenwerfer und teils bewaffnete Transportfahrzeuge (Rad & Kette) für das obligatorische Fußvolk der Infanterie, die immens wichtig aber auch verletzlich ist. Für die Eroberung von bspw. Bunkern jedoch unerlässlich. Zu ihnen gesellen sich noch Flammenwerfer, Pioniere und auch einige Kameraden mit Panzerfaust. Zusätzlich gibt es noch die Aufklärer (Scouts), mit denen man den Kriegsnebel an der vordersten Linie etwas mehr lichten kann. Wem dieses Arsenal (es wurde nicht alles genannt) nicht genügt, darf sich noch vom virtuellen Oberkommando größere Kaliber bestellen. Je nach Szenario bietet man dem Spieler Luftangriffe auf feindliche Stellungen, oder ein mächtiges Artilleriebombardement. Steuerbar sind die Einheiten einzeln. Gruppierungen sind nicht möglich, aber auch nicht nötig. Mit der linken Maustaste aktiviert man die gewünschte Einheit und mit rechts bewegt man sie an Punkt X oder gibt unterschiedliche Angriffsbefehle, die sich von der Waffenart unterscheiden, die diesen Befehl ausführen soll. Zum Beispiel ein Infanterie-Scharfschützenschuß der alle übrigen Aktionspunkte der Einheit verbraucht. Da es auch wichtig ist, wie ein Panzer beispielsweise zum Gegner steht, sollte man darauf achten, ob man seine Hinter- oder Vorderseite anbietet. Die Schadensmodelle sind recht gut ausbalanciert und ein Panzer ist nunmal von hinten oder der Seite am verwundbarsten. Um nach dem Verbrauch aller Aktions- und Bewegungspunkte in der Befehls- und Aktionsphase des Gegners nicht mit dem Rücken zur Wand zu stehen, bietet man dem Spieler auch die Möglichkeit sich mit rechtsklick neu auszurichten, was immer möglich ist. Zum Schadensmodell sei noch zu sagen, daß die Einheiten gut ausbalancierte Angriffs- und Verteidigungswerte besitzen. Es gibt den Wert für gepanzerte Ziele, für weiche Ziele und den Defensivwert der eigenen Panzerung gegen alle Angriffe. Die Infanterie hat hier das übliche Nachsehen.

Wenn man dies alles nun miteinander kombiniert, darf man in klassischer “Capture the Flag” Manier die Missionsziele erobern, oder man muß verhindern, daß der Feind die eigenen Flaggen erobert. In den Szenarien sind hierbei Dörfer oder auch mal ein strategisch wichtiger Hügel unter die eigene Kontrolle zu bringen. Dies sind die Hauptziele. Zu denen gesellen sich noch das Zerstören einer bestimmten Anzahl an Einheiten, oder das Verhindern von Verlusten einer bestimmten Gattung oder allgemein maximal 10 erlaubte Verluste. Im großen und ganzen sind die Szenarios schlüssig und intelligent bestückt. Der Spielspaß kommt hier schnell auf und dank der passenden Audiobegleitung kommt auch richtig Stimmung auf.

In diesem Sinne ein paar Worte zum Sound. Der Soundtrack ist gelungen. Er passt sehr gut in die Welt und ist qualitativ hochwertig komponiert und umgesetzt worden Hierbei ist der Charakter der Titel an jenen historischen Stücken angelehnt, die Trommeln, Fanfaren, Streichinstrumente und Trompeten bieten. Also aus der klassischen Ecke der militärischen Marschmusik. Liebhaber werden sich wohlfühlen. Der Sound auf dem Schlachtfeld ist auch gelungen. Je nach Waffenart oder Angriffsart hat man es mit verschiedenen Sounds zu tun, die allesamt das Gesamtbild wunderbar abrunden. Zusammen kann man nur sagen, daß der Sound perfekt in das Gesamtpaket passt.

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Post Author: monty_fzpbwyem

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