Crysis 2

a4d553f0d1a21df91f37acb13611bb1eElectronic Arts begeisterte die Shooter-Gemeinde bereits damals, als der erste Teil von Crysis auf dem Markt erschienen ist. Lange Zeit ist seither vergangen, aber endlich hat die Wartezeit ein Ende! Ob der zweite Teil der Crysis-Reihe genauso spektakulär weitergeht, erfahrt ihr bei uns!

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Bereits zu Beginn des Spieles befindet man sich mit einem Sondereinsatzkommando auf einem U-Boot und schlüpft in die Rolle des Soldaten Alcatraz. Dieser scheint wohl eine Vorliebe für Tequila zu haben, denn durch die anderen Kameraden erfährt man, dass man sich wohl letzte Nacht ein wenig mehr von der köstlichen Spirituose gegönnt hat und dies dem Protagonisten wohl äußerlich in Form des klassischen Katers anzumerken ist.
Nach dieser kurzen humorvollen Einführung in den Hauptcharakter nimmt direkt die Dramatik seinen Lauf. Wir werden angegriffen!
Das U-Boot beginnt zu sinken und man wird aufgefordert sofort das U-Boot mit seinen Kameraden zu verlassen. Bereits nach dem Auftauchen auf die Oberfläche wird man aus der Luft angegriffen und es wird dunkel. Ein Unbekannter zieht uns an Land und begrüßt uns mit den Worten „Alcatraz! Das Schicksal ist ein Teufel, was?“ Das Abenteuer kann wohl beginnen!
Der Unbekannte hat uns nun mit einem Spezialanzug versorgt und sich geopfert. Wir erfahren nun, dass der Spieler die letzte Hoffnung der Menschheit ist, welche von einem gewissen Manhatten-Virus infiziert worden ist und es bislang wohl keine Heilung ist Sicht ist.
 
Wie bereits aus dem ersten Teil dürfte der Anzug wohl nichts Neues darstellen. Dieser versorgt den Spieler ständig mit Informationen über die aktuellen Missionsziele und ermöglichst es zusätzlich Ziele vor sich zu markieren, so dass man einfacher zu diesen hin finden kann. Eine wirklich sinnvolle Variante, wenn man sich das Schlachtfeld zuerst aus einer sicheren Entfernung mustern kann und somit markante Wegpunkte setzen kann.
Das ist allerdings nicht der einzige Vorteil von diesem doch recht stylisch und modern wirkenden Anzug.
Man hat somit ebenso die Möglichkeit auf eine Tarnvorrichtung zurückzugreifen. Diese benötigt allerdings Energie und kann nicht endlos benutzt werden. Die Energie wird durch Bewegungen während des Tarnmodus schneller verbraucht sein, als wenn man auf einer Stelle stehen bleibt. Wofür man diesen also benutzt bleibt dem Spieler selber überlassen. Eine Variante ist es mit Sicherheit, um seine Gesundheit regenerieren zu können, wenn man unter starkem Beschuss steht, um sich ein wenig Luft verschaffen zu können.
Eine andere Variante der Nutzung ist es entweder sich an feindlichen Truppen vorbei zu schleichen, oder aber diese von hinten zu attackieren.
Die zweite Funktion des Anzuges ist die Verstärkung der Panzerung. Durch eine Aktivierung ermöglicht man dem Spieler feindlichen Beschuss mehr oder weniger Schadlos zu überleben, wenn man sich dazu entschlossen hat die Beine in die Hand zu nehmen und durch die Massen zu laufen.
Wem dies allerdings zu stupide ist, kann beide Varianten miteinander verbinden. Der Taktik ist hier erst einmal keine Grenzen gesetzt.
 
Kenner des ersten Teiles von Crysis werden wohl etwas verdutzt schauen, warum es nun weniger Funktionen des Anzuges gibt, als in dem neuen Teil. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Funktionen nun etwas übersichtlicher und leichter zu aktivieren sind, als im Vorgänger. Dort kam es schon das ein oder andere Mal vor, dass man ausversehen den falschen Modus aktiviert hat und dies sein Leben gekostet hat.
 
Schön inszeniert ist ebenso, dass man mit seiner Umgebung in gewissem Maße interagieren kann. Herumstehende Fahrzeuge können somit ungehindert genutzt werden und verhelfen des Öfteren wohl auch mal zur Flucht aus brenzlichen Situationen.
Man kann allerdings auch Gegenstände aufheben, wie zum Beispiel eine Dose, und diese durch die Landschaft schmeißen. Dies ist dennoch nicht nur als eine spaßige Abwechslung anzusehen, sondern man kann diese Gegenstände hinter gegnerische Soldaten schmeißen, um für Ablenkung zu sorgen. Dadurch verschafft man sich das ein oder andere Mal einen Vorteil.
 
Ist es denn überhaupt notwendig in den diversen Kampfsituationen ein Netz aus taktischem Vorgehen aufzubauen? Ein ganz klares ja, denn die KI der Gegner ist strukturiert und taktisch aufgebaut. Wenn man nicht gerade im einfachsten Schwierigkeitsmodus ins Abenteuer gestartet ist wird man merken, dass Gegner mit der Umgebung agieren können und dies auch tun, um dem Spieler das Leben schwer zu machen.
So werden schnell Wände, Kisten oder ähnliches als Deckung genutzt, aus denen sogar unkontrolliert herausgeschossen wird, um für ein wenig Trubel zu sorgen. Gerade bei Kampfsituationen gegen mehrere Gegner ist Vorsicht geboten. Die Gegner operieren nicht unbedingt nur im Sichtfeld des Spielers. Gerne verstreuen sich diese, so dass einer quasi den Lockvogel spielt, während sich die anderen Soldaten über die Flanken heranschleichen können um Alcatraz von der Seite attackieren zu können.
Gerade diese Vielfalt der Intelligenz macht das Crysis 2 zu einer gewissen Herausforderung und verharrt nicht nur in einer stupiden und wilden Schießerei.
 
Wohingegen die KI auf offenem Felde punkten kann, stößt diese allerdings in geschlossenen Räumen schnell an ihre Grenzen. Die bravouröse Vorgehensweise scheint auf einmal wie weggeflogen, so dass Gegner teilweise im Türrahmen verharren und sich als lebende Zielscheibe nur so auf dem Präsentierteller anbieten würden.
 
An gewissen Abschnitten bekommt man sogar Unterstützung durch Kameraden, die leider keinerlei Befehle entgegen nehmen können und stets auf eigene Faust handeln. So bleibt das Teambasierende Gefühl ein wenig auf der Strecke und man muss lediglich taktisch ohne die Kameraden vorgehen, da meist nur der Spieler für einen erfolgreichen Ausgang einer Schlacht verantwortlich zu sein scheint.
Ein teilweise frustrierendes Element bei Crysis 2 sind die Checkpunkte, an denen automatisch gespeichert wird. Diese liegen an manchen Stellen weit auseinander, so dass man des Öfteren gewisse Kämpfe wiederholen muss, an denen man gescheitert ist. Allerdings wird der Frust hierbei nicht durch lästige Ladezeiten zum Gipfel gesteigert, da diese relativ kurz ausfallen.
 
Was ist das wohl markanteste Markenzeichen von Crysis gewesen? Genau, die atemberaubende Grafik! Der zweite Teil führt diese Tradition fort und kann mich grafischer Pracht nur so protzen. Durch die abwechslungsreichen Areale, in denen man sich während des Spieles kämpfen muss, sind wundervoll inszeniert worden und wirken keinesfalls langweilig.
Ob es sich nun um Detailgetreue Komplexe handelt, welche nur noch aus Ruinen bestehen, wundervoll im Sonnenlicht strahlende Häfen oder das prachtvoll wirkende New York mit seinen unzähligen Hochhäusern, durch die sich das Licht seinen Weg bahnt. Es wurde in keiner Weise Mühen und Kosten gescheut, um diese Areale möglichst Realistisch und Detailgetreu darzustellen und ich muss ehrlich gestehen, die Arbeit hat sich wirklich gelohnt!
 
Gerade im späteren Verlauf des Spieles stößt man immer auf Situationen, wo diverse Gebäude zur Explosion gebracht werden und Rauchschwaden zu einer düsteren Umgebung beitragen sollen. Daher muss man sogar auf eine Wärmebildkamera zurückgreifen, da man sonst vor lauter Rauch und Dunkelheit die Orientierung verlieren würde.
 
Die Detailtiefe merkt man beispielsweise sehr deutlich, wenn man gerade ein Gebäude verlassen möchte. Hierbei reagiert das Augenlicht für eine kurze Zeit auf die Sonne und man ist förmlich geblendet.
 
Bei den Zwischensequenzen, welche jegliche Missionen einleiten, muss man allerdings wenige Abstriche machen. Diese wirken teilweise ein wenig unscharf, was nicht am Spielspaß zerrt, aber hierbei hätte man vielleicht doch ein größeres Augenmerk legen können.
Fraglich ist ebenso, warum die Entwickler nicht die Textanzeige, welche während der Zwischensequenzen dazu dient, diese zu überspringen, an den Rand gesetzt haben. Es wirkt doch ein wenig störend, ständig einen Schriftzug zentral auf dem Bildschirm stehen zu haben, obwohl man eigentlich eine Sequenz genießen möchte.
 
Genau wie der Singleplayermodus fällt der Mehrspielerpart alles andere als dürftig aus. Hier wurde anscheinend viel Zeit und Arbeit investiert, um die Spielergemeinde zum Kauf von Crysis 2 zu bewegen. Der Spieler kann sich also auf ein umfangreiches Kartensortiment freuen, welches mit einem Karrieresystem gekrönt wird.
Um den vollen Umfang des Mehrspielermodus erlangen zu können muss man in der Karriereleiter ganz unten beginnen. Zur Auswahl stehen zu Beginn lediglich zwei der bis zu sechs verschiedenen Spielmodi zur Verfügung. Desto höher man also im Rang aufsteigt, desto mehr Modi und Zusätze werden frei geschaltet.
Diese Art des Karrieresystems finde ich wunderbar gelöst. Der Spieler verfällt so nicht direkt in die Qual der Wahl und hat zugleich noch einen Ansporn um auf weitere Inhalte zugreifen zu können.
Somit warten, neben der sechs Spielmodi, das noch frei zu spielende Waffenarsenal inklusive der dazu gehörigen Upgrades, welche der Spieler im Einzelspielermodus bereits kennen gelernt hat. Ebenso gilt es auch die Upgrades des Anzuges im Laufe seiner Online-Karriere frei zu spielen.
 
Bereits aus anderen Ego-Shootern bekannt, kann man sich, wenn man getötet werden sollte, noch einmal die letzten Sekunden revue passieren lassen und anschauen, wie der Gegenspieler einem aufgelauert und exekutiert hat. Dies ist allerdings keine Zwanghafte Sequenz, denn diese kann man problemlos überspringen, um direkt wieder in das Geschehen eingreifen zu können.
Sehr schön dargestellt wird auch die Statistik, welche nach jeder Erfolgreichen Online-Partie explizit dargestellt wird. Hierbei wird neben dem klassischen „Wer hat man die meisten Frags erlangt?“ oder „Wen hat man am meisten getötet?“ ebenso aufgeführt, wer sich am längsten im Tarnmodus befunden hat oder wer sich sogar die meisten Kugeln eingefangen hat.
Für die Statistikfreunde unter den Spielern gilt es also eine Menge zu analysieren.

 


 

Systemvoraussetzungen

 

  • PS III

 

 

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Post Author: Admin

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