FIFA 17

72b47af5228ea3f4816745d9b854385bJedes Jahr das Gleiche. Bayern wird Meister, die deutschen Mannschaften versagen im Europapokal und die große Frage ist nur, wer gegen die Bayern im DFB Finale verliert. Seit Jahren gehört zu den Konstanten des runden Leders auch, dass im September ein neues FIFA herauskommt und die Referenz im Fußballsegment darstellt

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Doch mit großem TamTam wurde nicht nur die neue Grafikengine, sondern auch eine Hintergrundgeschichte im Einzelspielermodus angekündigt. Ob dies wirklich ausreicht, erfahrt ihr in diesem Test.
Marco darf ran

Für alle Schalke Fans möglicherweise ein Schlag ins Gesicht, aber der Dortmunder Marco Reus darf das diesjährige Cover der FIFA Serie zieren. Doch als wenn das nicht schon ausreichen würde, sind die Menüs ebenfalls in einem schicken schwarz/gelb gehalten. Somit hat zumindest die Dauerpräsens des Dauer-Weltfußballer Lionel Messi ein Ende. Ansonsten dürften sich alle FIFA Veteranen direkt in den Menüs heimisch fühlen und sich schnell zurecht finden.
Frostiger Biss

Wie bei Madden 17 kommt auch bei FIFA 17 die aktuelle Frostbite Engine aus dem Hause Dice zum Einsatz. Die Engine zeigt hier, dass sie nicht nur für epochale Explosionen und zerstörbare Umgebungen gut ist, sondern auch ganz friedliche Stadion und Fußballatmosphäre darstellen kann. Allerdings fällt der grafische Unterschied zur Vorgänger Engine auffallend klein aus. Die Details sind natürlich allererster Güte und die Spieler bewegen sich super geschmeidig über das Grün, aber der große Wurf ist damit nicht gelungen. Sicherlich wurde hier und da an der Kollisionsabfrage, der Ballphysik und auch den Animationen gedreht, würde man jedoch die alte Engine daneben halten, hätte man große Probleme den aktuellen Ableger auszumachen.
Doch wie bereits angedeutet, bewegen sich die Spieler wunderschön über den Rasen und das schick dargestellte Publikum sorgt für ordentlich Atmosphäre. Der Großteil der bekannteren Spieler ist sofort am Konterfei zu erkennen und gut nachgestellt. Hier und da wirken die Gesichter jedoch etwas wachsartig, was etwas am Realismusgrad nagt.
Hunter wer?

Die größte Änderung im FIFA Universum stellt die Einzelspielerkampagne dar, die mit einer sehr guten, wenn auch etwas klischeehaften, Hintergrundgeschichte aufwarten kann. Der Spieler übernimmt den englischen Jugendlichen Alex Hunter, der mit 17 Jahren zu einem Sichtungstraining eingeladen wird und sich beweisen muss. In den bekannten Skill Spielen und einem Freundschaftsspiel muss man zeigen, was man in FIFA so drauf hat. Je nach Leistung winkt daraufhin ein lukrativer Vertrag oder das Ende aller Karriereträume. Im Anschluss darf man sich ein britisches Premierleague Team auswählen und bei der Vorbereitung starten. Je nach Klasse des gewählten Teams, muss man erst eine gewisse Spielerstärke erreichen, um überhaupt in die Nähe eines Stammplatzes zu kommen.
Hierbei wird die Geschichte sehr schön und lebendig mit Videosequenzen dargestellt, was einiges an Motitvation mit sich bringt. Im Team angekommen, werden wöchentliche Trainingseinheiten abgehalten, um die Spielerwerte zu verbessern und Spiele absolviert. Hierbei hat man die Wahl, ob man nur Alex Hunter oder das ganze Team spielt. Witzigerweise darf man auch nur dann eingreifen, wenn man auch auf dem Platz steht.

Während des Spiels werden alle Aktionen bewertet und man steigt entsprechend auf oder ab in der Gunst des Trainers. Über die Zeit steigt entsprechend auch der Transfermarkt und man sammelt eine Social Media Fangemeinde, die zusätzlich gut beim Managment ankommt.
Heißsporn oder Tiefenentspannt

Während der Sequenzen muss man immer wieder im Multiple Choice Verfahren Antworten auswählen, die den Charakter des jungen Fußballtalents formen. So kann man heißspornig und arrogant antworten oder ganz gelassen und abgeklärt jegliche Aggressionen an einen abprallen. Dies führt zu mehr oder weniger Vertrauen beim Managment und entsprechend mehr oder weniger Fans. Im Laufe des Spiels trifft man einige Größen des internationalen Sports, die allesamt auch selbst bei den Synchronisierungsarbeiten geholfen haben. Insgesamt kommt die Geschichte sehr gut rüber und führt dazu, dass man voller Motivation versucht dem jungen Alex Hunter beim Aufstieg auf den Fußballolymp zu helfen.
Abschirmen und flache Bälle

Die größten spielerischen Neuerungen dürften die zusätzlichen Möglichkeiten in der Offensive darstellen.So kann man nun mittels Tastendruck den Ball mit dem Körper abschirmen und so den Verteidiger auf Abstand halten, während die Mitspieler in die freien Räume laufen. Das funktioniert sehr schnell und fast schon zu gut. Stellenweise kann so der Gegenspieler über längere Zeit vom Ball weggehalten werden, so dass der Gegner keine Chance hat den Ball zu spielen. Gerade im Mehrspielerbereich dürfte dies noch zu einigem Frust führen, wenn die Möglichkeit zu oft genutzt wird.
Zudem kann man nun den Ball gezielt flach aufs Tor hämmern, was gerade bei nassem Rasen und hochgewachsenen Torhütern von Vorteil ist. So hält man wie gewohnt die Schusstaste, lässt sie kurz los, um sie direkt noch einmal zu drücken. Funktioniert sehr gut und gerade Kopfbälle kommen so gefährlich auf den Kasten.
Auch die Standards wurden etwas überarbeitet, so dass man nun die Ecken per Fadenkreuz in den Strafraum bringt und hierbei nur noch entscheidet, ob sie als hohe Flanke oder strammer Halbschuss reinkommen soll. Und Experten des Elfmeterschießens müssen sich ebenfalls umgewöhnen, da man nun den zuerst die Richtung und dann die Schussstärke bestimmt, was im Vorgänger noch genau andersherum war.

Und sonst?

Ansonsten bleibt im FIFA Universum alles beim guten Alten. Man kann im Karrieremodus wieder die Rolle des Trainers und Managers übernehmen, die Geschicke des Vereins im Großen lenken und die spannende Transferperiode leiten, oder sich auf das Spiel auf dem Rasen konzentrieren. Über Jahre kann man so über gezielte Jugendarbeit und geschickte Transferverhandlungen eine Dynastie des Erfolges aufbauen. Natürlich kann man neben Alex Hunter auch normal einen eigenen Spieler erstellen, der dann auch in den anderen Ligen der Welt ihr Glück versuchen. Auch hier ist es möglich nur einen Spieler während des Spiels zu übernehmen und sich voll und ganz auf die Handlungen des eigenen Spielers konzentieren. Auch Onlineligen und Freundschaftsspiele laufen in gewohnter Flüssigkeit und sorgen für schnelle unkomplizierte Spiele gegen andere Spieler auf der Welt. Natürlich ist auch weiterhin das Ultimate Team System vertreten, bei dem mittels Sammelkarten ein Team zusammen gestellt werden muss. Hierbei gibt es nun eine gut funktionierende App fürs Smartphone, um die Belange des Teams auch von unterwegs zu steuern.
Atmosphäre und Buschi

Dank der aktuellen Engine und der aktuellen Lizenzen schafft es EA eine wahnsinnig gute Atmosphäre und Stimmung zu erschaffen. Originalschlachtgesänge und Original nachgebaute Stadien sorgen für offene Münder, auch wenn nicht alle deutschen Stadien vertreten sind. Bekannte Spieler und Trainer sind sofort zu erkennen und sorgen für den nötigen Realismus, um die Fans zufrieden zu stellen. In Sachen Kommentaren machen Wolff-Christoph Fuss und Frank “Buschi” Buschmann ihre Sache sehr gut. Zwar wiederholen sich irgendwann alle Kommentare, aber durch die beiden Persönlichkeiten fällt das kaum ins Gewicht. Vor allem Frank Buschmann sorgt für ordentlich Stimmung, der es ja auch neben FIFA zu einer echten Bekanntheit gebracht hat.

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

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