„Gary Grigsby´s War in the East Addon -Don to the Danube

25e0363c6cf30b26a6dc85ebd928cc7dGary Grigsby und sein Studio „2by3 Games“ haben mit einer Tradition gebrochen und erstmals zu einem ihrer Spiele eine Erweiterung gebastelt. Die Rede ist vom Hexfeldstrategie-Knüller „War in the East“, für den nun ein Add-On namens „Don to the Danube“ vorliegt.

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„Gary Grigsby´s War in the East“ beschäftigt sich mit der Ostfront des Zweiten Weltkriegs, erschien Ende des Jahres 2010 und konnte sich sogleich als Referenztitel im Bereich der klassischen Hex-and-Counter-Wargames etablieren. Seither wurde das Spiel beständig gepflegt und verbessert. Nach dem jüngsten Patch umfaßt die Dokumentation aller Bugfixes und Regeländerungen immerhin stattliche 72 Seiten.

Mit „Don to the Danube“ (DttD) gehen die Entwickler noch einen Schritt über diesen lobenswerten Support hinaus und erweitern das Hauptprogramm um zehn neue Szenarien. Im Lieferumfang befindet sich auch das Update auf die aktuelle Version 1.06.04, so daß die Installationsdatei von DttD mit einer Größe von rund hundert MB zu Buche schlägt. Das ganze Paket wird übrigens direkt in das Grundspiel integriert, wobei die dazugehörigen Schlachten anhand der entsprechenden Kennzeichnung im Auswahlmenü leicht identifizierbar sind.

Vom Don bis zur Donau – mit der Titelgebung wird in geographischer wie auch in militärgeschichtlicher Hinsicht angedeutet, mit welcher Thematik wir es in DttD zu tun haben. Denn die Szenarien schlagen einen Bogen von der zweiten Schlacht bei Charkow (das östlich des Don liegt) über die „Operation Uranus“ (Einschließung der deutschen Truppen in Stalingrad) bis hin zum letzten Aufbäumen der Achsenmächte in Ungarn und Rumänien. DttD fokussiert somit vor allem das Geschehen der mittleren und späten Kriegsphase, in der die Initiative mehr und mehr auf die Rote Armee überging. In dieser Hinsicht stellt das Add-On eine Ergänzung zum Hauptprogramm dar, dessen exzellente „Road to“-Szenarien sich vor allem auf die Phase der deutschen Expansion konzentrieren.

Außerdem läßt der Inhalt darauf schließen, daß sich DttD einerseits an Neulinge wendet, die sich zunächst anhand überschaubarer Schlachten in die Komplexität von „War in the East“ einarbeiten möchten, andererseits aber auch an Liebhaber kleinerer und mittlerer Szenarien, die nicht unbedingt Wochen oder Monate mit der Bewältigung des Feldzugspiels zubringen wollen. Sechs der Szenarien sind nämlich in weniger als zehn Runden zu absolvieren. Das größte Szenario, das den Vorstoß der Sowjets an die Donau zwischen dem August 1944 und dem Mai 1945 darstellt, umfaßt hingegen 37 Runden.

Man darf sich allerdings nicht täuschen lassen: Trotz der im Vergleich zu den Kampagnen des Hauptprogramms bescheidenen Dimensionen sind gerade in den umfangreicheren Schlachten – dazu zählen neben dem erwähnten „Drama an der Donau“ noch „Entscheidung in der Ukraine“ und „Rückzug von Leningrad“ – eine Unmenge an Countern zu bewegen, so daß man hier durchaus etliche Stunden beschäftigt ist. Natürlich lassen sich alle in DttD gebotenen Operationen sowohl auf russischer als auch auf deutscher Seite gegen die KI oder aber mittels serverbasiertem PBEM gegen einen menschlichen Kontrahenten bestreiten.

Apropos KI: Mit den letzten Updates für „War in the East“ wurden auch die Verhaltensmuster des Computergegners überarbeitet. Nach meinen Beobachtungen macht sich dies im Szenariodesign von DttD bemerkbar. In der Offensive scheint mir die KI nun aggressiver zu Werke zu gehen, wobei sie sich insbesondere um die Einnahme der wichtigen Siegziele bemüht und ihre Kräfte dabei entsprechend konzentriert. Spürbar verbessert hat man unter anderem auch die Routinen beim Anlegen von Verteidigungslinien. Freilich zeigte sie sich im Test insgesamt betrachtet nicht so effektiv wie ein menschlicher Spieler, dennoch wußte die KI immer wieder zu überraschen. So brachte sie mich beispielsweise in der Schlacht bei Charkow in Schwierigkeiten, indem sie meine frech vorgepreschten Rotarmisten durch plötzliche lokale Gegenstöße an zentralen Positionen zurückwarf.

 DttD liefert zu einem moderaten Preis gut gemachte und abwechslungsreiche Szenarien, die jedem Anhänger von „War in the East“ ans Herz zu legen sind. Besonders gut gefällt mir persönlich die Akzentverschiebung im Vergleich zu den operativen Szenarien der Vollversion: Drehte es sich bei letzteren vor allem um die Anfangserfolge der Wehrmacht, so hat man in DttD nun öfter die Gelegenheit, seine Kriegskunst als deutscher Verteidiger beziehungsweise als sowjetischer Angreifer zu erproben.

Für angemessenen Spielspaß ist hierbei gesorgt. Denn es ist – am Beispiel gesagt – eine recht spannende Angelegenheit, im Leningrad-Szenario die ausgedünnte Front der deutschen Heeresgruppe Nord zusammenzuhalten, während nach und nach kampfstarke Verbände eintreffen, mit deren Hilfe es die Lage zu stabilisieren gilt. – Was die Erweiterung hingegen nicht bietet, sind Features und Verbesserungen, die sich nicht ebensogut mit dem auch separat erhältlichen aktuellen Patch in das Grundspiel einfügen lassen.

 

Abschließend eine Übersicht über die einzelnen in DttD enthaltenen Szenarien:

 – Battle for Kharkov 1942 (6 Runden)

– Operation Sturgeon Catch 1942 (Schlacht um Sewastopol, 9 Runden)

– Case Blue Phase I ( Eröffnungsphase von Fall Blau, 3 Runden)

– Operation Uranus 1942 (6 Runden)

– Operation Kutuzov-Rumyantsev (Schlacht bei Orel und dritte Schlacht um Charkow, 8 Runden)

– Cherkassy Pocket 1944 (Kesselschlacht bei Tscherkassy, 6 Runden)

– Red Army Resurgent (größere Version von „Uranus“, 17 Runden)

– Decision in the Ukraine (sowjetische Offensiven nach der Schlacht bei Kursk, 32 Runden)

– Retreat from Leningrad (28 Runden)

– Drama on the Danube (37 Runden)

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP/Vista/7
  • 1,5 GHz-Prozessor
  • 1 GB RAM
  • 128 MB-Grafikkarte (DirectX 9)
  • Vollversion „War in the East“

 

 

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