Syndicate

5ef87aa0e46378feee4f62b64b4ab799Erfahrene Spieler unter uns, werden den Namen Syndicate wahrscheinlich noch einen Strategietitel von vor 20 Jahren aus dem Hause Bullfrog in Verbindung bringen, dass seinerzeit durch eine offene Spielwelt und besondere Spieltiefe bestach. Wer sich nicht daran erinnert muss sich auch nicht benachteiligt fühlen. Der aktuelle Titel hat außer dem Namen im Grunde nichts mehr mit dem Ursprungstitel gemein, denn es handelt sich um einen Waschechten First-Person-Shooter aus dem Hause Starbreeze.

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Die Endzeitgeschichte von Syndicate klingt dabei zuerst einmal nicht sonderlich interessant. Die Erde ist im Jahre 2067 mit über 15 Mio. Menschen bevölkert und wird von mächtigen Konzernen beherrscht. Diese Konzerne entwickeln mächtige Implantate und haben über die Hälfte der Menschheit damit ausgerüstet und somit eine riesige Kontrollmöglichkeit erlangt. Die andere Hälfte der Menschheit wird quasi unterdrückt. Es entbrennt nun ein großer Wettlauf um die fortschrittlichste Implantattechnologie, was natürlich zu Industriespionageakten führt. Nur werden diese Konkurrenzkämpfe im Jahre 2067 mit härteren Bandagen geführt.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Agenten, der für einen dieser großen Konzerne gegen die Konkurrenz vorgehen muss. Und dann tun wir mit schweren Geschütz und natürlich mit der allerneuesten Implantettechnologie. Diese ermöglicht einige schöne Extras, wie z.B. das Erkennen von Gegnern durch Wände. So kann man diese besonders einfach mit den verschiedenen Bleispritzen ausschalten. Dabei muss man wenig zimperlich vorgehen. Ein weiteres Feature ist das Manipulieren der Chips, die in den gegnerischen Köpfen eingepflanzt sind. So kann man einem Gegner dazu zwingen Selbstmord zu begehen oder Granaten zu zünden.

Die meisten Schusswechsel sind leider relativ öde, weil eintönig. Die Levels sind sehr schlauchartig angelegt und eng ausgelegt – die meisten Gegner nur Kanonenfutter. Gerade die Möglichkeiten des Implantatchips vereinfachen das Spiel doch ungemein. Auch die Endgegner können leider nicht durch originelles Design punkten und verkommen schnell zu einem Try-and-Error Vorgehen. Das führt leider immer wieder zu frusttrationsreichen Erlebnissen, denn viele Bossgegner können eine Unmenge von Treffern einstecken. Weiterhin kommen einem die Kämpfe als besonders lang vor, was bei einem erneuten Ableben nicht unbedingt die Stimmung hebt sondern eher wie eine künstliche Streckung der Spielzeit anmutet. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass sich innerhalb eines Spieles nicht – wie mittlerweile eigentlich üblich – der Schwierigkeitsgrad ändern lässt. Kommt man bei einem Endboss nicht weiter, bleibt einem nichts anderes übrig als das Spiel komplett von vorne zu beginnen.

 

Kleinere Rätsel hat Starbreeze auch an der einen oder anderen Stelle ins Leveldesign eingebaut. Aber simple Schalterrätsel hauen einen Spieler im Jahre 2012 auch nicht mehr vom Hocher. Auch nicht, wenn Schalter gehackt anstatt gedrückt werden müssen. Etwas mehr Einfallsreichtum hätte man wohl doch erwarten können.

 

Im Laufe des Spiel hat man zusätzlich noch die Möglichkeit in kleinem Maße die Fähigkeiten des eingebauten Implantats zu verbessern. Dazu muss man neue Technologien finden, indem man Gegnern die Implantate aus dem Gehirn zieht. Daraufhin hat man die Möglichkeit z.B. die eigene Widerstandskraft zu erhöhen oder auch die Hackfähigkeiten weiter zu verbessern.

 Grafisch bietet Syndicate bewährte Kost. Das Zukunftszenario wirkt sehr realistisch und glaubhaft. Das liegt zum einen an den gut designten Gebäuden. Weiterhin ist die Spielwelt aber auch sehr lebendig gestaltet. So kann man an vielen Ecken Nachrichtensendungen verfolgen oder an Wände gekritzelte Botschaften lesen. Auch wurden fast alle Gegenstände im Spiel mit langen Infotexten versehen. Der interessierte Spieler kann sich hier stundenlang in die Materie einlesen um tiefer in die Science-Fiction-Welt einzutauchen. Dazu stimmig passt die HUD-Ansicht des Spielers. Nahezu alle Gegnstände im Spiel werden durch das eingepflanzte Implantat mit einer Art Etikett mit einer Bezeichnung markiert. Einzig die teilweise übertriebenen Lichteffekte hätten etwas dezenter ausfallen dürfen. So passiert es immer wieder einmal, dass der Spieler durch vollkommen grelle Leuchten komplett geblendet um eine Ecke laufen muss. 

 
Eigentliches Highlight des Spieles ist der Koop-Modus, in dem der Spieler Online mit bis zu drei Mitspielern auf neun unterschiedlichen Karten Aufträge erfüllen muss. Im Laufe der Gefechte kann der Spieler seine eigene Ausrüstung upgraden und sich so auf seinen favorisierten Spielstil fokussieren. Wer besonders gute Fähigkeiten im hacken besitzt wird sich wahrscheinlich fortwährend um die gegnerischen Geschütztürme kümmern, während ein Mitspieler lieber rabiat mit Bleispritzen arbeitet. Einziger Wermutstropfen im Koop-Modus sind die leider häufig auftretenden Verbindungsabbrüche. Es kommt leider viel zu oft vor, dass ein Mitspieler aus dem Spiel fliegt und die verbliebenen Spieler vor einer fast unlösbaren Aufgabe zurückbleiben. Zudem bekommt der geflogene Spieler auch noch nicht einmal eine Belohnung für den bisher erreichten Fortschritt. 
 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 3

 

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