Battle Academy 2: Eastern Front

1f4609fb7e0596830c15549c2a399e3aAm 11. September 2014 erscheint Battle Academy 2: Eastern Front – Für uns alle ist dieses Datum symbolträchtig – allerdings ohne Bezug auf das Thema des Spiels. Im Zweiten Weltkrieg betrat am 11.September 1944 die erste alliierte Einheit deutschen Boden – allerdings an der Westfront. Wir widmen uns nun dem Inhalt von Slitherines neustem Machwerk und lenken unsere Blicke auf die Ostfront.

 

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Battle Academy 2: Eastern Front ist Nachfolger für Slitherines Battle Academy: während im letzteren die Westfront im Brennpunkt stand, widmet sich der Nachfolger ausschließlich dem Krieg im Osten. Damit bietet Eastern Front nicht die etwas breitere Vielfalt des ersten Teils, aufgrund der vier angebotenen Kampagnen (Barbarossa, Dritte Schlacht um Charkow, Winteroffensive 1941/1942 sowie Bagration jeweils auf deutscher bzw. russischer Seite) wird dem Spieler dennoch einiges geboten. Wie der Vorgänger ist auch Eastern Front ein rundenbasiertes, Taktikspiel, das sich auf die Steuerung einzelner Fahrzeuge und Trupps konzentriert.

Das angebotene Tutorial überzeugt, da es anschaulich das ohnehin einfach zu bedienende Interface erklärt und dem Spieler die Aktionsmöglichkeiten näher bringt.

Da die Steuerung nichts wesentlich neues enthält, können alte Hasen das Tutorial durchaus überspringen. Die Steuerung basiert nahezu ausschließlich auf der Nutzung der Mouse. Mittels Klicken der linken Mousetaste erfährt man alle wesentlichen Informationen zu einer Einheit, wie weit sie sich bewegen kann und welche feindlichen Einheiten angegriffen werden können. Es ist durchaus möglich mehrere Einheiten anzugreifen oder sich in der gleichen Runde zu bewegen und anzugreifen. Die Einheiten haben dabei verschiedene Optionen: sie können schnell fahren/laufen, feindliche Einheiten aufklären, einen Hinterhalt anlegen oder ähnliches. Angegriffene Einheiten wiederum können neben der kompletten Ausschaltung auch Teilschaden erleiden – bei Fahrzeugen können z.B. die Bewaffnung oder der Motor ausfallen, Infanterie kann niedergehalten oder zum Rückzug gezwungen werden. Dabei erlangen die Einheiten Erfahrung, mit der sie befördert werden. Höherrangige Einheiten haben eine bessere Durchhaltefähigkeit und sind effektiver im Angriff. Leider stehen die erfahrenen Einheiten nicht dauerhaft in der Kampagne zur Verfügung – jedes Szenario beginnt mit einer Neuzusammenstellung der Einheiten, die sich immer auf dem Basislevel befinden.

In der Kampagne kann man sich seine Einheiten zu Beginn jeder Mission aus einem begrenzten Pool selbst zusammen stellen. Dabei stehen immer nur die historisch korrekten Einheiten zur Auswahl. Es werden also keine deutschen Tiger 1941 die wesentliche schwächeren russischen Panzer abschlachten können. Ebenso stehen zu Beginn der Bagration-Kampagne etliche verschiedene Partisaneneinheiten für einen Hinterhalt zur Verfügung – in diesem ersten Szenario kommt also nicht die geballte Macht der Roten Armee gegen die Heeresgruppe Mitte zum Tragen. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um eine gute Balance und auch eine historische Authentizität zu gewährleisten.

Neben dem Kampagnenmodus sorgt besonders der Gefechtsmodus (Skirmish) für einen hohen Wiederspielwert – man kann sogar sagen, dass dieser Modus allein für manchen den Kauf rechtfertigen mag: der Spieler bestimmt die Kartengröße, Kartentyp, Gefechtsart (Angriff, Verteidigung, Begegnungsgefecht) und Truppenstärke. Natürlich bestimmt man auch die Seite mit der man das Gefecht austrägt. Auch die KI kann man nur als durchaus sehenswert bezeichnen. Kein Gefecht ist ein automatischer Sieg – auch Spaziergänge sind durchaus nicht zu erwarten. Im Gegenteil: einen zu gewagten Einsatz nutzt die KI gnadenlos und verursacht dann erhebliche Verluste. Wer z.B. seine Panzer ohne Infanterie in Stadtgebiete schickt, findet diese rasch als qualmende Wracks zwischen den Häusern wieder; ebenso wird Infanterie auf freier Fläche rasch zum lohnenden Ziel schwerer Waffen. Daneben arbeitet die KI recht flott und der Spielfluss leidet nicht unter den Rundenwechseln. Gerade der Gefechtsmodus wird Fans des Spiels immer wieder in seinen Bann ziehen und euch stundenlang fesseln. Auch wir konnten uns dem Einfluss nicht erwehren und haben immer noch ein Gefecht begonnen, gerade um es nach Rückschlägen der KI doch noch zu zeigen.

Battle Academy 2 ist wie der Vorgänger sicher kein besonders schwieriges oder komplexes Spiel, dennoch ist gerade dies der besondere Aspekt des Spiels: trotz der einfachen Mechaniken kommt es auf die gründliche Analyse der Risiken jedes Zuges an. Mit präzise vorbereiteten Stellungen und Hinterhalten lässt sich selbst eine erdrückende Übermacht in kurzer Zeit erheblich dezimieren. Auch für Neueinsteiger ist Eastern Front ein schöner Start in die Serie – zum einen aufgrund der ausbalancierten Szenarien der Kampagnen als auch aufgrund des Gefechtsmodus‘, die Option des Spiels, die bereits viele Pluspunkte für eine Kaufentscheidung bringt. Ein kleiner Abstrich ist leider zu machen: die Einheiten, die in den Szenarien der Kampagnen auch Erfahrungen und Boni sammeln, werden wie bereits erwähnt nicht von einem Szenario ins nächste übernommen. Wer also das Entwicklungselement a la Panzergeneral erwartet wird hier enttäuscht. Dennoch hat Battle Academy 2 unheimlich viel zu bieten, damit sowohl Neueinsteiger als auch alte Hasen lange Zeit viel Spaß und Unterhaltung erleben.

Die Grafik der Zwischenszenen ist wie beim Vorgänger im Stil der Graphic Novels gehalten und auch bei der Spielgrafik macht man sich erneut keine Mühe um besonderen Realismus. Dennoch ist die Darstellung detailliert und sehenswert. Durch klare Linienführung und saubere Zeichnung wirkt das Design stimmig. Ebenso kann man die Soundeffekte nur als gelungen bezeichnen. Insgesamt ist Eastern Front ein sehr präsentables Taktikspiel mit einfachem Zugang, das man jedem gut empfehlen kann. Besonders gut ist es – wie bereits der Vorgänger für die Umsetzung auf Tablets geeignet. Eine Veröffentlichung für iOS- und Androidgeräte ist daher sicherlich in der Zukunft zu erwarten.

 


 

 

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP/Vista/7/8
  • Intel P4/AMD Athlon XP
  • 512MBRAM (1GB emfpohlen)
  • 256MB DirectX 9 kompatible Grafikkarte
  • DirectX kompatible Soundkarte

 

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