Dragon Age Inquisition

dd76c90733075b76cb47c61b41a71fefWas möchte ein Rollenspieler mehr als eine riesige Spielwelt und einen Drachen im Spiel?! Wenn dann gleich noch mehrere Drachen vorkommen müsste eigentlich jedes Rollenspielerherz wahre Sprünge machen. Aber ob das alles ausreicht an das sehr gute Dragon Age 2 heranzukommen?

 

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Einsteiger? Welche Einsteiger?

Vorab als Warnung… Dragon Age Inquisition ist alles, nur nicht einsteigerfreundlich. Wer die vorherigen Teile nicht gespielt hat, wird von der Geschichte anfänglich erschlagen und ratlos zurück gelassen. Magier? Templer? Inquisition? Hä? Ähnlich ratlos ist auch der Protagonist des Spiels. Der wacht ohne Erinnerungen in einem Kerker auf und hat zu allem Überfluss auch noch einen seltsamen leuchtenden Fremdkörper in der Hand. Die Vernehmung im Anschluss bringt auch nicht viel mehr Infos, nur dass man anscheinend (Rollenspieltypisch) der Auserwählte und Retter der Fantasywelt ist.

 

Doppelgänger

Zumindest in Sachen Charaktergenerierung lässt Dragon Age Inquisition keine Wünsche offen. Zuerst wählen wir zwischen Magier-, Krieger- und Schurkendasein, um dann auch die Rasse auswählen zu können. Hier stehen Mensch, Elfe, Zwerge und Qunari zur Auswahl. Während Mensch, Elfe und Zwerg jedem etwas sagen dürfte, sind die Qunari eine übelgelaunte Rasse mit einem teufelähnlichen Schädel. Die Wahl der Klasse und Rasse eröffnet im Spiel auch unterschiedliche Möglichkeiten, da Menschen eher ihresgleichen vertrauen und Qunari allgemein auf weniger Gegenliebe stoßen, was sich vor allem in der Dialogauswahl auswirkt. Die einzelne Figur kann dann in schier endloser Art und Weise noch entsprechend angepasst werden. Hautfarbe, Augenform, Narbenvielfalt, Haarlänge und und und. Wer sich etwas Zeit nimmt und den Editor beherrscht bekommt ein sehr gutes Ebenbild hin.

Im Laufe des Spiels sammelt man jede Menge Erfahrungspunkte, die genretypisch auf einzelne Werte und Fähigkeitsbäume investiert werden dürfen. Hierbei werden nützliche Specialmoves oder indirekte Schutzeigenschaften nach und nach freigeschaltet.

Auch die Vielzahl an Ausrüstungsgegenständen ist fast schon erdrückend und jedes einzelne Schwert oder Stiefel wird direkt am Charakter wunderschön dargestellt.

 

Game of Dragons

Die Hauptgeschichte des Spiels umfasst ca. 10-20 Stunden Spielzeit und dürfte erfahrene Dragon Age Fans entzücken und die Geschichte weiter vorantreiben. Im Laufe des Geschichte kommen viele bekannte Charaktere und Bösewichte auf dem Bildschirm zum Vorschein, dass es einen an ein Klassentreffen erinnert. Aber da wären wir auch wieder bei dem Thema Einsteigerfreundlichkeit. Wer die Damen und Herren aus der Fantasywelt nicht kennt, wird ziemlich allein gelassen und dürfte die ein oder andere interessante Nebengeschichte schlichtweg verpassen.

Nachdem sich Templer und Magier böse auf die Mütze gehauen haben, erschüttert eine mächtige Explosion das Königreich, schnell sind die Schuldigen gefunden. Natürlich das jeweilige Gegenüber. Zu allem Überfluss hat sich durch die Explosion ein Dimensionstor geöffnet, durch das fleißig Monster und sonstiges Getier schreiten. Komischerweise lassen sich diese Dimensionstore durch das funkelnde Etwas in der Hand des Protagonisten schließen… der Auserwählte ist also gefunden.

Im Laufe der Geschichte kommt man langsam aber sicher dem wahren Bösewicht auf die Schliche und bekämpft nebenher alle Sorten von Monstern und Mutanten, die man sich vorstellen kann. Darunter sind auch 10 sehr unterschiedliche und fantastisch gemachte Drachen, die sich in epischen Schlachten bekämpfen lassen.

Rollenspieltypisch müssen natürlich nicht alle Aufgaben durch plumpes Draufhauen erledigt werden, sondern wird auch viel durch Dialoge mit anderen Charakteren gelöst. Hierbei wirken sich die gewählten Unterhaltungen direkt auf das weitere Spielgeschehen und die Stimmung in der Heldentruppe aus.

  

Reiseführer gesucht

Die Welt von Ferelden und dem Königreich Orlais ist gigantischer, als man es sich vorstellen vermag. Riesige Berglandschaften, weitläufige Wiesen und eine extrem lange Küstenregion warten auf den Spieler und entführen ihn in eine fantastisch designte Spielwelt. Wer alles zu Fuß erkunden möchte, wird einige Stunden unterwegs sein, zum Glück gibt es diverse Schnellreisemöglichkeiten. Zahlreiche Tunnelsysteme und verlassene Dörfer laden zum Entdecken ein und halten eine Vielzahl an Nebenquests bereit. Das die manchmal etwas eintönig ausfallen, wie „Bringe X zu Y“ oder „Töte Z“ dürfte jedem erfahrenen Rollenspieler klar sein. Wer jedoch seinen Charakter vollends hochleveln möchte, muss hier wohl oder übel durch.

 
Kampf und Gruppe

Auch das actionlastige Kampfsystem dürfte dem erfahrenen Dragon Age Spieler bekannt vorkommen. Man steuert seinen Charakter oder einen seiner Heldentruppe Richtung Gegner und drückt auf Angriff. Viel mehr ist es leider nicht wirklich, da echte Taktik in den Kämpfen nicht wirklich aufkeimen möchte. Allerdings kann man trotzdem das Spiel jederzeit pausieren und in eine Übersicht übergehen, einzelnen Figuren Aufträge erteilen und dann das Spiel fortsetzen. Die Steuerung wurde hierbei sehr gut umgesetzt und geht mit etwas Übung gut von der Hand. Schade, dass sie ausser bei den Drachenkämpfen relativ überflüssig ist.

Die Gruppe darf aus neun sehr verschiedenen Charakteren zusammen gestellt werden, die stellenweise aus der Spielereihe auch bereits bekannt sind. Jeder hat seinen eigenen Charme und bringt nebenbei auch noch eigene Aufgaben und Nebenquests mit sich. Wie aus den anderen Teilen bekannt, können wir mittels Dialogen das Verhältnis zu den einzelnen Mitstreitern beeinflussen und sogar ganz kippen lassen, dass sie die Gruppe verlassen. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch möglich eine kleine Romanze zu starten und die jeweilige Figur noch „besser“ kennen zu lernen.

 

Groß und schön

Die Grafik der PS4 Version ist sehr gut gelungen, vor allem die wunderschöne Landschaft lädt förmlich zum verweilen und weiter entdecken ein. Alle möglichen Landschaftstypen sind vertreten und wirken trotzdem homogen in den Übergängen zwischen Schneegebieten und herbstlichen Küstenabschnitten. Auch wenn die Charaktere stellenweise etwas steif wirken, so sind sie trotzdem sehr detailreich und schön gelungen, was sich natürlich auch auf die Animationen bezieht.

Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls sehr gut gelungen und treibt die Geschichte spannend voran, auch wenn hier und da ein Synchronsprecher anscheinend fast eingeschlafen ist beim Einsprechen.

Während man sich bei der optischen Gestaltung einige Mühe gemacht hat, wurde leider beim Menüdesign etwas geschlafen. Hier hat man eines der umständlichsten Inventar und Upgradesysteme der Rollenspielgeschichte entwickelt. Um im späteren Verlauf eine Rüstung oder Handschuh zu verbessern, sind echte Klickorgien von Nöten, so dass man sich stellenweise zweimal überlegt, ob sich das Upgrade wirklich lohnt.

 

Mehrspieler? Koop? Naja…

Ein Rollenspiel mit Multiplayermodus?! Angekündigter Koopmodus? Schon den Urlaub mit dem besten Kumpel abgestimmt? Dann gleich wieder absagen… was Bioware hier Multiplayer Koop nennt, ist leider nur die halbe Wahrheit. Anstatt die Heldengeschichte gemeinsam zu durchleben wird man in abgetrennte Welten entsandt und muss gegnerische Monsterwellen abwehren. Zwar kann man hier exklusive Ausrüstung freischalten und Charaktere aufleveln, aber mit der Zeit wird dies schlichtweg langweilig. Schade… hier wurde einiges an Potential verschenkt.

 


 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

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Post Author: Admin

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