Breaking the Deadlock

43caa83a5c5f58f96971b66268f8e0d1Es ist bereits einige Tage her, dass AGEod dieses Addon zu To End All Wars auf den Markt gebracht hat. Ob der Name Programm ist, werden wir hier versuchen kurz zu beleuchten. Gerade TEAW musste sich den Vorwurf der Community gefallen lassen, dass es die Charakteristika des 1. Weltkrieges nicht genügend widerspiegelt – als da wären Grabenkämpfe, starre Fronten und natürlich den Seekrieg.

 

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Dies führt zu der weitergehenden Frage, ob die Erwartungen nicht zu hoch oder anders ausgedrückt in die falsche Richtung geführt haben. Wer kennt nicht die teilweise nervenaufreibenden Stellungsspielchen, die AACW und auch CW II geprägt haben. Zwischen Richmond und Washington liefern sich seit Jahren mit allen Wassern gewaschene Feldherren heftige Gefechte um die besten Stellungen. Wie oft liest man in den AARs vom mühevollen Suchen nach der entscheidenden Schwachstelle in der gegnerischen Frontlinie. Was könnte also zwischen Rhein und Seine schief gegangen sein?

Doch genug mit den Fragen bzw. Ansprüchen an die Spielmechanik an sich. Vor uns liegt „Breaking the Deadlock“ mit fünf frischen Szenarien, die darauf warten ausprobiert zu werden. Schauen wir, was uns dort geboten wird. Der Übersicht halber haben wir die Szenarien halbwegs chronologisch geordnet, wobei wir die Große Kampagne (ab 1916) aufgrund des Umfangs an den Schluss gestellt haben.
Als erstes wäre das Szenario „Serbien 1915“ zu nennen. Es behandelt die Offensive der Mittelmächte gegen Serbien und die Absicht eine gesicherte Verbindung zum verbündeten Osmanischen Reich zu schaffen. Nach dem heftigen Angriff der Ententetruppen auf den türkischen Verbündeten Anfang 1915 war dieser Nachschubweg zwingend erforderlich. Da die Angriffe auch von Südosten (genauer gesagt durch bulgarische Truppen) unterstützt wurden, standen die serbischen Verteidiger vor einer großen Herausforderung. Zwölf Runden sind veranschlagt, die es zum erfolgreichen Angriff oder zur Vereitelung desselben zu nutzen gilt.
Im Anschluss bleiben wir auf dem Balkan und widmen uns „Rumänien 1916“. Mit dem Kriegseintritt Rumäniens auf Seiten der Entente entstand für die Mittelmächte zwingend Handlungsbedarf auf dem Balkan: nach anfänglichen Erfolgen der rumänischen Armee gegen die österrreichische Armee stellt sich die Frage, wie lange die Heranführung deutscher Reserven dauert und ob die Kampfkraft Rumäniens dem neuen Gegner gewachsen ist. Diesmal sind 30 Runden veranschlagt, in denen um Sieg oder Niederlage gerungen wird.
Jetzt folgt ein besonderes Schmankerl: „Caporetto 1917“ – die Italienfront! In nur acht Runden sollen die Mittelmächte einen entscheidenden Schlag gegen die italienische Armee führen. Hier verdiente sich Erwin Rommel das Pour le Merite und Ernest Hemingway beschrieb die Schlacht in seinem Buch: „In einem anderen Land“.
Das letzte der kleineren Szenarien gilt dem Krieg in Palästine 1917-1918: Nach dem Scheitern der Landung bei Gallipoli mussten die Alliierten den langen Weg von Ägypten aus auf sich nehmen. Auf beiden Seiten wurden Armeen aus den Veteranen der Kämpfe auf der Gallipoli-Halbinsel gebildet. Vor den mehrheitlich englischen Truppen liegt der Weg durch die Wüste nach Jerusalem. Die deutsch geführten türkischen Truppen sitzen in guten Stellungen, leiden jedoch unter unzulänglicher Ausrüstung und im Vergleich einer eher geringeren Moral. Damaskus ist das Ziel der Alliierten, das es in dreißig Runden zu erreichen gilt.
Zu diesen vier kleineren Szenarien kommt noch die Große Kampagne ab 1916 – hier gilt es wahrhaftig den „toten Punkt“ zu überwinden. Die Truppen an der Westfront haben sich im Stellungskrieg festgerannt, der unter immensem Material und Personalaufwand aufgebrochen werden soll. Es ist die Zeit der Blutmühle von Verdun, der Gasangriffe und der ersten Tanks. Bis zum Ende des Krieges sind es noch mehr als zwei Jahre wechselvoller Kämpfe, die der Spieler für sich entscheiden kann.

AGEod ist mit dem Addon sicher ein spannender Mix aus Szenarien gelungen. Alle vier der kleineren Kriegsschauplätze sind interessante Aspekte des großen Weltkrieges – aber ein fader Beigeschmack bleibt dennoch: der Preis von ca. 20€ ist doch recht hoch gegriffen. Dafür hätte durchaus noch ein Ostfrontszenario (Brussilowoffensive) enthalten sein dürfen oder aber eine bessere Integration des Seekrieges beispielsweise. „Breaking the Deadlock“ ist ein Titel für echte Fans und treue Anhänger der AGE-Engine. Letztere sieht sich vor der Frage, ob sie in der Form für die inzwischen riesige Spanne der abgedeckten Konflikte (Von Alea Jacta Est bis To End all Wars) praktikabel ist.

 

 


 

 

Systemvoraussetzungen

  • To End All Wars – Grundspiel
  • Windows XP/Vista/7/8
  • Pentium 4 oder besser
  • 2GB RAM
  • 1024MB Grafikkarte
  • Auflösung 1024×768 oder höher

 

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