Need for Speed

3139052f27160c4406056dc8b18e91ffNachdem der neueste Teil der  Fast and the Furious Reihe diverse Einspiel- und Zuschauerrekorde gebrochen hat, dürfte klar sein, dass die Fangemeinde von schnellen getunten Autos entsprechend groß sein dürfte. Welche Spielreihe würde sich da also mehr anbieten als Need for Speed, um genau diese Fans zu beschäftigen?! Nach einer kreativen Pause von einem Jahr wird nun im neuesten Ableger der Spieler mit einer Hintergrundgeschichte und zahlreichen Tuningmöglichkeiten vor die Konsole gelockt.

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Neue Raser braucht die Stadt

Der neueste Serienableger der Need for Speed Reihe heisst schlichtweg Need for Speed (NFS). Zurück zu den Wurzeln oder der Anfang fehlender Kreativität? Man weiss es nicht. Die Hintergrundgeschichte von NFS ist jedoch schnell erzählt. Ein junger Raser kommt neu in die Stadt und macht durch seine Geschwindigkeiten auf der belebten Stadtstraße schnell von sich reden und rutscht in eine klischee geladene Tuninggruppe, voller “cooler” Charaktere. Die Geschichte wird mittels Zwischensequenzen samt realer Schauspieler forterzählt und man weiss schon nach kurzer Zeit nicht, ob man lachen oder weinen soll. Oder beides. Die Charaktere sind schwer darauf bedacht für die junge Raseranhängerschaft besonders cool zu wirken, was jedoch schwer nach hinten losgeht und anstatt für Spannung mehr für Fremdschämen sorgt.
Nach kurzer Eingewöhnungszeit und kurzen Einführungsrennen wird der Spieler bereits auf die Stadt losgelassen. In der frei befahrbaren und erkundbaren Stadt werden überall verteilt Rennen angeboten, Hauptaugenmerk wird jedoch, wie sollte es anders sein, auf das Handy gelegt. Keine Minute in der das Teil nicht bimmelt und irgendwer ein Rennen anbietet.

Gas, Bremsen, Driften, Gas

Nach einer einjährigen Kreativpause sind die Erwartungen der Spieler natürich besonders groß, was sich die Entwickler alles an speziellen Missionen und Spielmodi einfallen lassen. Leider wird sich jedoch auf bewährte Hausmannskost verlassen und wenig neues geboten. Einfache Rennen von A nach B, Sprintrennen über kurze Strecken wo es nur um Höchstgeschwindigkeiten geht, spezielle Driftrennen in denen die Kurven gemeistert werden müssen oder das Gymkhana. Was etwas nach einem indischen Fitnessprogramm klingt, ist jedoch eine Mischung aus normalen Rennen und den Driftwettbewerben.
Insgesamt vermisst man hier echte Innovationen oder besondere Kino-Aha-Effekte mit besonderen Aktionen… aber weit gefehlt. Auch die spannenden 1/4 Meile Rennen, in denen es vor allem um das richtig getimte Schalten ging oder spezielle Verfolgungsmissionen mit der Polizei sucht man vergebens.
Wenn man erst einmal die Stadt etwas angeschaut hat und keine Lust auf die öde Fahrerei durch die Stadt hat, kann auch per Schnellreise zu den Rennen springen und damit etwas Zeit spart. Die Stadt ist hierbei einigermassen mit normalen Verkehr belebt, stellt aber nur selten eine echte Herausforderung dar.

Pimp my Ride

In Sachen Autoauswahl und Tuningmöglichkeiten dürfte NFS viele Spieler glücklich machen. Mit insgesamt 51 wählbaren Autos von unterschiedlichsten Herstellern ist die Auswahl sehr groß geworden. Von Volkswagen über Mercedes, diversen japanischen Farbrikateuren bis hin zu Ferrari ist alles vertreten, was Autofanherzen höher schlagen lässt. Mit dem Spielverlauf und unzähligen bewältigten Rennen füllt sich auch entsprechend das Bankkonto und man kann entweder gleich eine neue Karre kaufen oder den Bestand mit Tuningteilen verbessern oder aufhübschen. Neben den Tuningmöglichkeiten, die zusätzliche Grip oder mehr PS bringen, kann man das Auto nach Herzenslust lackieren oder mit Symbolen, Schriftzügen und Werbung versehen.
Natürlich müssen die Fahrzeuge auch den einzelnen Rennmodi angepasst werden. Bei einem Hochgeschwindigkeitsrennen zahlt es sich aus Fahrwerk und Bereifung so einzustellen, dass das Auto wie ein Brett auf der Straße liegt und ordentlich Tempo machen kann. Bei den Driftwettbewerben sollte man die Sache jedoch genau andersherum angehen und das Auto bewusst anfällig für das Ausbrechen des Hecks machen.
Trotz aller Einstellungsmöglichkeiten lassen sich die Hobel immernoch sehr arcadelastig über den Asphalt steuern. Selbst die empfindlichsten Heckausbrecher lassen sich wie auf Schienen durch die Kurven manövrieren und selbst Kontakt mit Straßenbegrenzungen tun der Geschwindigkeit keinen großen Abbruch.


Raser sind doof, die Polizei aber auch

Entweder EA wollte unterschwellig die Message im Spiel verstecken, dass alle Teilnehmer von illegalen und gefährlichen Autorennen doof sind oder man hat schlichtweg an der KI gespart. Nicht nur dass die KI gerne Häuserwände sucht oder unnötig in den Gegenverkehr rast, sondern das allgemeine Fahrverhalten sorgt direkt für ein äußerst künstliches Spielerlebnis, was schnell den Spielspaß raubt. So wird versucht das Spiel spannend zu halten, in dem die KI immer wieder “betrügt”. So wird das Feld trotz haushoher Überlegenheit künstlich zusammen gehalten oder Sonntagsfahrer die man eben noch links liegen lassen hat, sausen plötzlich auf gerader Strecke an einem vorbei. Um dann aber wieder kurz vor Ende des Rennens wie mit einem Anker durch die Gegend schleichen.
Mögliche unterschwellige Message Nummer 2: die Polizei ist aber auch doof und lahm. Während man durch die Stadt rast und hier und da kleinere bis größere Unfälle baut, kommt natürlich auch die Polizei gerne mal dazu. Die Cops stellen jedoch keinerlei Gefahr für die Raserkarriere dar, da sie entweder nur sehr spärlich auftauchen oder in Windeseile abgehängt sind. Spannende Verfolgungsjagden ala Hot Pursuit sind also ebenfalls absolute Mangelware.

Es glitzert und funkelt so schön

In Sachen Grafik lässt sich jedoch EA wie gewohnt nicht lumpen. Spiegelungen, Blendungen und Regeneffekte sind sehr schön anzuschauen und wenn es doch mal zu einem spektakulären Unfall kommt, rückt der eigene teuere Bolide schnell mal in Vergessenheit. Um das alles jedoch entsprechend darzustellen lässt uns der Entwickler nur in den Dämmerungsstunden und in der Nacht auf die Piste. Einerseits zwar nachvollziehbar aber dadurch wird der Spielewelt der letzte Funken an Atmosphäre geraubt und das Spielgefühl bleibt auch hier konstant künstlich. Auch die Autos sind wunderschön nachgebaut und man kommt aus der Träumerei nicht heraus.
In Sachen Soundtrack macht das Spiel auch alles richtig. Ein wummernder Bass und coole Songs untermalen die Fahrerei sehr schön und werden nicht langweilig. Sprachausgabe wie auch Motorensound sind ebenfalls sehr gut eingefangen. Hier kann man EA absolut nicht vorwerfen.
 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

 

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