Uncharted 4 – A Thief’s End

272608f111a8da55b7dc79ef450f71e0Jeder Besitzer einer Playstation kennt Nathan Drake, immerhin ist der moderne Indiana Jones eines der Flaggschiffe der Konsole von Sony. Zum mittlerweile vierten und (voraussichtlich) letzten mal, schnallt sich der sympathische Schatzsucher sein Schulterholster um und versucht mit alten, sowie neuen Bekanntschaften einen sagenumwobenen Piratenschatz zu finden. Ob sich das Spielprinzip abgenutzt hat oder die Grafik wirklich so gut ist, erfährst du in diesem Test.

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Ruhestand verschoben

Nathan arbeitet bei einer Firma für Marinebergungen als Taucher und hat sich mit seiner Frau Elena niedergelassen. Nachdem er bereits in den letzten Teilen El Dorado und verschwundene Städte entdeckt, tausende Söldner und tödliche Fallen überlebt hat, will er es nun endlich ruhig angehen lassen. Doch natürlich kommt alles anders als gedacht. Sein für totgeglaubter Bruder steht plötzlich vor der Tür und überredet ihn einer Piratenlegende nachzugehen, um ihn aus einem tödlichen Geschäft freizukaufen. Also schnell die Sachen gepackt, Elena angeschwindelt und los geht die halsbrecherische Tour durch allerlei Länder und natürlich Gefahren.
Doch nicht nur der Ruhestand, sondern auch der Spielstart muss noch auf sich warten lassen. Nach der Installation steht erst einmal der 5 GB große Day-One Patch an. Spieler mit langsamen Internetverbindungen müssen hier bereits also ein erstes Abenteuer des Wartens überleben. Gängige Praxis, bleibt trotzdem doof.

Piraten ahoi

Auch in der aktuellen Ausgabe der Abenteuer rund um Nathan Drake wird eine alte Legende ausgegraben und relativ realistisch erzählt. Dieses mal geht es um einen gigantischen Piratenschatz von legendären Avery, der einer Sage nach, mehrere andere Piratenkapitäne um sich versammelte, um in einer Piratenallianz den größten Schatz aller Zeiten zu verstecken. Nach und nach kommen die Drake Brüder der ganzen Sachen auf die Spur und können nach unzähligen Prüfungen und Rätsel dem Schatz näher kommen. Das ganze wird durch die charismatischen Protagonisten rund um Drake super in Szene gesetzt und hollywoodreif erzählt. Endlich wieder eine spannende und nachvollziehbare Geschichte mit Charakteren, bei denen man mitfiebert und ihre Emotionen auch mitlebt.

Häschen hüpf

Die Spielmechanik dürfte den erfahrenen Uncharted Spielern direkt bekannt vorkommen. Die meiste Zeit muss sich Nathan durch atemberaubende Umgebungen hangeln, klettern und unfassbare Passagen überwinden. Hierbei helfen natürlich auffällige Kerben oder Steine in der Wand, die dem Spieler helfen sollen den Weg zu finden. Dies macht das ganze stellenweise fast zu einfach, ist aber anders gar nicht zu lösen. Bei besonders schwindelerregenden Höhen setzt zudem Drake nun auch einen Enterhaken ein, um sich an Vorsprüngen oder Dachbalken herumzuschwingen. Indiana Jones lässt grüßen.
Ansonsten gibt es einige Passagen, in denen auch mal Nathans Füße etwas Ruhe bekommen und man mittels Auto, Tauchausrüstung, Boot oder Motorrad die Gegend unsicher macht. Sehr actionreiche und vor allem toll inszenierte Abschnitte, die den Puls höher schlagen lassen. Mangelnden Einfallsreichtum kann man den Entwicklern keineswegs vorwerfen. Insgesamt hat man den Eindruck, dass man mehr Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit hat, als in den letzten Teilen. Die Umgebung wirkt weiträumiger und durch geschicktes Leveldesign hat man das Gefühl, dass mehrere Wege zum Ziel führen.


Söldnerarmee? Kein Problem

Auch das Schieß- und Deckungssystem der Uncharted Reihe wurde ohne große Änderungen übernommen. Steuert man Nathan an eine Mauer, Kiste oder Vorsprung und drückt die entsprechende Taste, schmiegt sich der Actionheld direkt daran, um in Deckung zu gehen. Hierbei kann man relativ einfach und sicher aus der Deckung herausschauen und die Gegner gezielt oder blindwütig unter Feuer nehmen. Doch wie bereits in den vorherigen Teilen, gerade bei hohen Schwierigkeitsgrad, ist Muniton nicht grader im Überfluss vorhanden, so dass man immer wieder die Waffen der Gegner aufnehmen muss. Und Vorsicht bei der Auswahl der Deckung. Holzkisten halten den Beschuss nicht lange Stand und zerfallen in Einzelteile. Und gegen Granaten helfen selbst die besten Betondeckungen nicht wirklich weiter.
Geht einem die Munition mal aus oder möchte man das ganze etwas leiser erledigen, kann man sich auch an den Gegner heranschleichen und ihn lautlos ausschalten. Hierbei hilft auch die Funktion, dass man Gegner markieren kann und so immer sieht, wo sie gerade ihre Runde drehen. Doch Vorsicht! Unterschiedliche Gegnertypen machen Nathan das Leben besonders schwer. Seien es Scharfschützen oder schwer gepanzerte Soldaten, denen man erst die Rüstung wegschießen muss, man sollte immer auf der Hut sein.

Rätsel und Legenden

In der famos erzählten Geschichte und um den Piraten Avery und seine Schergen, muss Nathan natürlich auch diverse Rätsel lösen. Immerhin hat Avery ihm den Gefallen getan und überall kleine Hinweise bzw. Karten hinterlassen, die letztendlich zu der Piratenstadt Libertalia in der Karibik führen sollen. Insgesamt sind die Rätsel zwar optisch sehr ansprechend, aber wirklich schwierig sind sie nicht. Hier verpasst Naughty Dog dem Spiel noch etwas Würze zu verpassen. Nach kurzem hin und herprobieren ist das Rätsel schnell gelöst und Nathan dem Piratenschatz wieder einen Schritt näher gekommen. Zudem hilft auch Nathan kräftig mit und gibt immer wieder Tipps, wie das Rätsel vielleicht gelöst werden könnte.

Flaggschiff voraus

Bei der Ankündigung von Uncharted 4 machte Sony keinen Hehl daraus, dass der neueste Teil der grafisch opulenteste Abschnitt wird, den man bisher gesehen hat. Immerhin wollte man endlich zeigen, was die aktuelle Konsolengeneration so auf dem Kasten hat. Und naja… was soll man sagen? Sony hat sein Versprechen gehalten. Mit 1080p Bildpunkten und HD Texturen hat Uncharted 4 die Messlatte für künftige Spiele nach ganz oben gelegt. Fantastische und realistische Umgebungen, tolle Lichteffekte und selten gesehene emotionale Gesichtsanimationen lassen das Spielerherz höher schlagen. Allein das Wasser und der Wellengang sind ein echter Hingucker und man möchte gar nicht mehr aufhören durch die Karibik zu schippern. Einfach nur wow!!!
Doch auch soundtechnisch lässt sich Uncharted nichts vormachen. Sehr gute Synchronisation und brachiale Soundeffekte runden den Gesamteindruck perfekt ab. Realistische Schussgeräusche, bombastische Explosionen und passende Hintergrundmusik sorgen für ein tolles Spielgefühl in der spannenden Welt von Nathan Drake.


Zusammen ist es doch am schönsten

Direkt der erste Schock… wo ist der Koop Modus, der gerade in den früheren Teilen so beliebt war?! Leider geht hier Sony einen Weg, den man als Spieler nur allzu gut kennt. Jede gut laufenden Serie muss natürlich effizient ausgelutscht werden. DLCs könnten das Unwort der letzten Jahre sein. Zusätzliche Abenteuer und auch der kooperative Modus soll erst mit der Zeit gg Geld nachgereicht werden. Sehr schade.
Doch ganz ohne Mehrspieler kommt Uncharted 4 nicht daher. In spannenden Kämpfen gegeneinander versucht man Finanzmittel zu sammeln, um diese wieder für Waffen und Ausrüstung auszugeben. Dank des gut funktionierenden Deckungsmodus funktionieren die Gefechte sehr gut und gehen schnell von der Hand. Natürlich kann man auch gegen Echtgeld Waffen und Klamotten kaufen, wenn man einfach nicht schnell genug entsprechende Ausrüstung haben kann…
 


 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

 

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