Mirrors Edge – Catalyst

03425b86f172b9f9f1b5196c25c0c008Manchmal entscheiden sich mutige Entwickler auch ein neues Konzept im Spiele Einheitsbrei einzubringen. Oft stehen jedoch Mut und kommerzieller Erfolg in keinem guten Verhältnis zueinander. Echte Spieleperlen und Innovationen fallen so schnell unter den Tisch und finden nicht den Weg ins heimische Konsolenrepertoire. So auch bei Mirrors Edge aus dem Hause Dice. Das unverbrauchte Parkour Setting sah super aus, hat sich fantastisch gespielt, aber letztlich wurde der Mut nicht belohnt. Umso schöner das ein zweiter Anlauf gestartet wurde, aber ob dieser nun besser wird als der erste, erfahrt ihr in diesem Test.

 

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Schön steril

Das Spiel startet in der sehr steril, aber schick wirkenden Stadt Glass, die durch Großkonzerne kontrolliert wird. Der Spieler darf in die Rolle von Faith schlüpfen, eine Ex-Kriminelle, die sich nach ihrem Gefängnis Aufenthalt als Kurierläuferin versucht  über Wasser zu halten. Spieler des ersten Teils dürfte der Name relativ bekannt vorkommen, was nicht verwunderlich ist. Im zweiten Teil übernimmt man zwar wieder die Rolle der Asiatin, jedoch baut die Geschichte nicht auf die Geschehnisse aus dem ersten Teil auf. Also können sich auch neue Freunde des Parkoursports ohne Bedenken an das Spiel wagen.
Und wie sollte es in der nahen Zukunft anders sein, als dass ein zwielichtiger Großkonzern versucht per Microchips die Gedanken der Menschen und somit die Welt zu beherrschen?! Schnell kommt Faith mit einer Widerstandsgruppe in Kontakt, die versucht mittels Hackerangriffen und Sabotageakte die Machenschaften der KrugerSec Sicherheitsfirma zu beenden.

Schön lebendig

Die sterile Schlichtheit der Stadt, die vor allem auf klare geometrische Formen setzt, so lebendig sind die Figuren und Nebendarsteller im Spiel. So treffen wir im Laufe des Spiels auf herrlich schräge Typen, die super zur Geschichte passen und dem Spiel Leben einhauchen. Gut gemachte Zwischensequenzen sorgen dafür, dass die gut gemachte, aber wenig spannende Story voran kommt und man trotzdem wissen möchte, wie es rund um das Geheimprojekt “Reflection” weitergeht.
Doch auch mit Faith geht es immer weiter, denn durch erfüllte Missionen kann man zusätzliche Fähigkeiten im Talentbaum freischalten und so coole Moves oder Angriffe erlernen, die etwas mehr Abwechslung hereinbringen. Auch der praktische Wurfhaken sorgt nach Freischaltung für stimmungsvolle Action über den Dächern der Stadt.

Schön offen und hoch

Einmal draufen auf den Dächern der Stadt Glass unterwegs, kann man direkt den größten Unterschied zum Vorgänger feststellen. Anstatt durch Schlauchlevels zu rennen und zu ballern, ist die Welt frei erkundbar und wartet überall mit kleinen Nebenmissionen auf. Auch die Schießeisen fehlen im neuen Teil, so dass Faith nur ihren durchtrainierten Körper als Waffe nutzen kann. Ganz im Stile von Assassins Creed kann man sich nun durch die Stadt bewegen und kleine Aufträge übernehmen, die aber meist nicht mehr als Fleißarbeit darstellen. So müssen wir gewisse Gegenstände einsammeln, Vögel finden oder relativ schwierige Kletterpassagen überleben.
Hinzu kommen noch die spannend inszenierten Hauptmissionen, die die eigentliche Story voranbringen und uns gegen die Machenschaften der KrugerSec kämpfen lassen. Hierbei ist natürlich der Bewegungsspielraum in der Open World etwas eingeschränkt, was jedoch nicht weiter zur Last fällt. Denn gerade in den Hauptmissionen darf man auch mal in einige Gebäude springen und bewegt sich nicht nur auf den Dächern umher.

Schön tief

Die eigentliche Faszination von Mirrors Edge kommt natürlich durch die Parkour Elemente des Spiels auf. Wir springen waghalsig über tiefe Schluchten und können dank akrobatischer Talente auch sogenannte Wallruns durchführen. Also rutscht, springt oder stolpert man über tollgemachte Kletterpassagen und schöne Kulissen. Hierbei sieht man auch die Beine und Arme von Faith sich realistisch hin und her bewegen, was einen ganz  besonderen Touch an Realität mit sich bringt. So entsteht schnell das Gefühl, dass man wirklich über Schluchten springt oder waghalsige Stunts in atemberaubender Höhe vollzieht. Einfach klasse.
Die Steuerung ist hierbei sehr simpel gehalten und man kommt mit wenigen Knopfdrücken bereits gut über die Hindernisse hinweg. Auch das Kampfsystem ist relativ simpel gehalten, was jedoch stellenweise zum einfachen Knopfhämmern verführt. Hierbei stellen sich die wenigen Gegnertypen auch nicht allzu geschickt an, was das ganze nicht wirklich verbessert. Wer möchte, kann natürlich auch im Parkourstil die Wachen anspringen oder umschubsen und hierbei Zeit sparen. Sollte man zwischendurch mal den Faden verlieren und nicht wissen, wohin es eigentlich gehen sollte, kann man die Runners View aktivieren, die uns den Weg durch die Häuserschluchten aufzeigt.

Einfach schön

Die Grafik von Mirrors Edge Catalyst ist Geschmackssache. Rein technisch sehr gut gemacht und erlaubt enormen Weitblick, sowie tolle Kulissen in der sehr sterilen Stadt. Wer das puristische und eher farbarme Szenario nicht mag, wird sicherlich kein großer Fan werden. Alle anderen dürften sich in den klaren Linien und geometrischen Formen verlieren. Soundtechnisch kann Catalyst ebenfalls sehr gut mithalten. Stimmige musikalische Untermalung und eine super umgesetzte Vertonung sorgen für ein spannendes Spielerlebnis.

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

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