Medal of Honor Warfighter

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Den ersten Schritt weg von den Schauplätzen des zweiten Weltkriegs machte Medal of Honor bereits vor zwei Jahren. Der neueste Titel aus dem Hause Electronic Arts beschäftigt sich jedoch mit der Szenerie der Gegenwart.

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Schafft Warfighter dennoch den Anschluss an die direkten Konkurrenten mit Schlachtfeldern der Zukunft?

Direkt zu Beginn gibt es eine Reizüberflutung à la Hollywood mit dem Charme von John Rambo, oder wie man es von den Expandables her gewohnt ist.

Das viel geschossen wird kann man neben den ganzen Explosionen, zusammenfallenden Kränen oder herunter regnender Container in den ersten Minuten fast völlig vernachlässigen. Wenn man dann damit rechnet, das Schlimmste bereits überstanden zu haben, erwartet schon ein feuerwütiger Helikopter den Protagonisten. Aber die Lösung liegt natürlich in Form eines Raketenwerfers, wie durch Zufall, an einem Zaun gelehnt und wartet auf seinen großen Auftritt.

Nach dem prunkvollen Auftakt beginnt jedoch erst das eigentlich Tutorial.

Dieses Mal findet man sich in der Haut eines Terroristen wieder, welcher sich gerade in der Ausbildung befindet.

Auf das Tutorial brauch man jedoch nicht genauer einzugehen, da es hierbei kaum Neuerungen oder innovative Ideen gibt.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger kann sich die künstliche Intelligenz bei Medal of Honor Warfighter durchaus blicken lassen. Diese wirkt nicht mehr plump und einfallslos, sondern man wird sogar über die Flanken angegriffen und förmlich eingekesselt.

Zudem wurde die Treffsicherheit der Gegner realistischer gehandhabt, wobei diese an manchen Stellen vielleicht schon zu genau wirkt. Beispielsweise dienen dichte Nebel- und Rauchschwaden nicht unbedingt mehr als Deckung, da die KI selbst dadurch problemlos den Spieler attackieren kann. Warum man an dieser Stelle nicht mehr Realismus eingebaut hat bleibt also vorerst fraglich. Im Großen und Ganzen muss man jedoch taktischer vorgehen als im Vorgänger, wo meist die brachiale Methode zum Erfolg geführt hat.

Endlose Gegnerwellen haben nun auch in diesem Teil endlich ihr Ende gefunden, denn die Anzahl an möglichen Gegnern bleibt lediglich begrenzt. Hat man nun mit viel Geduld ein Kartenabteil leer gefegt, rücken die eigenen Verbündeten erst nach. Auch hierbei agiert die eigene KI realistischer, denn wer möchte schon als Kanonenfutter in die Geschichte eingehen?

Sicheres Versteckspiel?

Anders, als beim Vorgänger, wird man bei Medal of Honor Warfighter nicht lange überleben können, wenn man stets an einem Punkt der Karte versucht das Gefecht auszuharren. Dank der Frostbite-2-Engine gewährt kein noch so sicher wirkendes Objekt dauerhafte Sicherheit, denn mit genug Feuerkraft wird auch beispielsweise die stabilste Steinmauer den physikalischen Kräften der einprasselnden Kugeln erliegen.

Wie schon erwähnt wurde auch die KI der Teamkameraden aufgewertet, welche nun wirklich als Unterstützung angesehen werden können. Neben Schussgenauigkeit suchen diese auch Deckung hinter diversen Objekten. Endlich ist man nicht mehr nur auf sich alleine gestellt in einer Kampagne!

Neben der schusskräftigen Unterstützung dienen die Kameraden zudem als wandelnde Munitionsbehälter. Sollte man also irgendwann mal an Munitionsknappheit leiden, so wird man stets Nachschub bei den Teamkameraden finden. Das komische hierbei ist allerdings nur, dass diese einen unbegrenzten Vorrat an Munition in ihren Rucksäcken bei sich haben. Vielleicht hätte man sich an dieser Stelle auch ein wenig mehr Realismus wünschen können.

Schön inszeniert wurden gewisse Kartenabschnitte, bei denen man Türen gewaltsam öffnen muss. Hierbei steht dem Spieler unter anderem die etwas subtilere Art in Form eines Tomahawks zur Verfügung, mit welcher Hilfe man sich Zutritt verschafft. Eine andere Möglichkeit wäre das klassische Wegsprengen lästiger Türen, auf welches man nur zu gerne zurückgreifen wird – wer mag es nicht in einem Kriegsschauplatz brachial Türen zu öffnen?

Ist die Tür erst einmal geöffnet hat man nun die Möglichkeit die Gegnermassen im betretenen Raum gemütlich via Zeitlupe gezielt zu exekutieren – Der Überraschungseffekt der KI liegt nun zugunsten auf unserer Seite!

Lineare Levelkonstruktionen

Fast schon traditionell laufen die Maps der Ego-Shooter wie auf Schienen ab. Es gibt stets einen Weg den man einschlagen kann, jegliche anderen Durchgänge werden durch Wände oder Barrikaden zur Sackgasse und man findet sich ziemlich schnell in der Einbahnstraße des Schlachtfeldes wider.

Selbst die brisanten Verfolgungsjagden, ob mit dem Fahrzeug oder mit den Beinen, laufen immer nach demselben Schema ab.

Grafisch gesehen ist Medal of Honor Warfighter jedenfalls ein wahrer Hingucker, wobei in der PC-Fassung mehr Wer auf Details gelegt wurde. Teilweise wirken die bei der Konsolenfassung etwas matschig, wohingegen die Feinheit auf dem PC groß geschrieben wurde.

Letztendlich wirkt das Zusammenspiel zwischen Schatten und einfallenden Lichteffekten dennoch sehr realistisch.

Besonders großer Wert wurde auf die einzelnen Zwischensequenzen gesetzt, denn die Animationen der Charaktere wirken Eindrucksvoll und sehr authentisch. Es macht sehr viel Spaß nach erfolgreicher Mission sich wie im Kino zurückzulehnen und die Videos auf sich wirken zu lassen!

Neben der recht kurz wirkenden Kampagne bietet das Herzstück von Medal of Honor Warfighter, dem Multiplayer-Modus, wahrlich schöne Momente.

Neben den klassischen Modi Team Death Match und Capture the Flag gibt es natürlich auch hierbei weitere Optionen.

Bei den Schlachten selber wird man leider nicht in den Genuss von einem Spawn-Schutz kommen, was vielleicht für den ein oder anderen frustrierenden Moment sorgen könnte. Sind die Gegner beispielsweise klar im Vorteil und dominieren die Schlacht, kann es vorkommen, dass man direkt bei der Wiederbelebung von einer Kugelsalve aus dem Spiel katapultiert wurde. Das einzige Trostpflaster an dieser Stelle ist, dass man via eine Killcam genau sehen kann, wer den entscheidenden Schuss gemacht hat.

Als Manko kann man jedoch auflisten, dass pro Server eine Beschränkung von 20 Spielern ist.

Was wäre ein Mehrspieler ohne Belohnungen?

Die Frage braucht man sich heutzutage schon fast gar nicht mehr zu stellen, denn selbst bei Medal of Honor Warfighter gibt es eine Menge freizuschaltener Belohnungen. Neben neuen Spezialeinheiten und Soldaten-Klassen warten ebenso zusätzliche Waffen, Designs und Ausrüstungen auf den Spieler.

Die einzige Voraussetzung des Mehrspielermodus ist lediglich der Besitz eines Origin-Accounts.

 

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 3

 

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Post Author: Admin

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