Europa Universalis IV

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Vor über einer Dekade landete Paradox Interactive mit „Europa Universalis“ den ersten großen Hit. Die schwedische Firma schuf dabei einen echten Strategie-Klassiker, der seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Nun hat endlich der jüngste Spross der erfolgreichen Reihe das Licht der Welt erblickt: „Europa Universalis IV“.

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Viele Paradox-Anhänger werden das im letzten Jahr veröffentlichte „Crusader Kings II“ noch in bester Erinnerung haben. Mit „Europa Universalis IV“ (EU IV) erhalten sie nun die Möglichkeit, ihr Spielerlebnis in eine neue historische Ära hinein fortzusetzen. Denn während „Crusader Kings“ vor uns die Welt des als finster geltenden Mittelalters entfaltet, dürfen wir in EU IV eine von uns gewählte Nation bis an die Schwelle zur Moderne führen. Hierbei wird ein Zeitraum von immerhin gut 400 Jahren abgedeckt: Renaissance und Reformation, die Entdeckung der Welt, der Aufstieg der Kolonialmächte, Aufklärung und Absolutismus, die Epoche der Französischen Revolution und schließlich die Napoleonischen Kriege.

EU IV knüpft aber nicht nur inhaltlich-chronologisch, sondern auch im handfesten technischen Sinne an „Crusader Kings II“ an, sofern ersteres ebenfalls auf der neuesten Version der „Clausewitz“ genannten Paradox-Engine basiert. Für die Besitzer beider Titel gibt es darüber hinaus noch ein besonderes Schmankerl in Gestalt eines als DLC käuflichen Konverters, der es erlaubt, Spielstände aus „Crusader Kings II“ in EU IV zu importieren. Auf diese Weise kann ich mein im Mittelalter mühsam aufgebautes Reich nahtlos auch in der Neuzeit weiterregieren.

EU IV bietet keine vorgegebenen Szenarien und daher auch keine Missionsauswahl im herkömmlichen Sinne. Vielmehr läuft jede Partie in einem Sandbox-Modus ab, dessen wichtigste Parameter sich individuell konfigurieren lassen. Von speziellem Interesse ist natürlich die Frage, welches Staatsgebilde ich durch die Jahrhunderte begleiten will. Der Tradition der Reihe gemäß stehen hierbei alle im Spiel enthaltenen Ländereien und Nationen zur Verfügung. Schon in dieser Hinsicht sind also die Möglichkeiten enorm: Mit dem Hause Brandenburg die Großmacht Preußen zu gründen, lässt sich ebenso verwirklichen wie die Errichtung gewaltiger Kolonialreiche auf Seiten Spaniens, Englands oder Frankreichs.

Fast noch spaßiger kann es sein, die Geschicke eines nur aus wenigen Provinzen bestehenden Kleinstaates zu lenken, um die Historie in seinem Sinne umzuschreiben. Die Kurpfalz als Herrscherin über Deutschland? Ein eigenständig bleibendes Burgund? – Entsprechendes Geschick vorausgesetzt, ist dies und noch viel mehr in EU IV durchaus machbar. Gerade die Aussicht, sich als Schöpfer einer alternativen Weltgeschichte austoben zu können, stellt einen wesentlichen Reiz des Spielsystems dar.

Eine andere Grundsatzentscheidung ist die Festlegung des Startdatums. Im Prinzip steht es dem Spieler frei, einfach irgendwo zwischen den Jahren 1444 und 1820 in das Geschehen einzutauchen. Darüber hinaus bietet EU IV die Möglichkeit, sich einen markanten historischen Wendepunkt als Ausgangssituation zu wählen, wobei zur weiteren Orientierung die im jeweiligen geschichtlichen Zusammenhang besonders interessanten Nationen aufgelistet werden.
Neben dem Sandbox-Szenario, das wir gegen die KI bestreiten, offeriert EU IV ein ausführliches Tutorial, welches nicht nur kapitelweise die Grundlagen der Steuerung und der Spielmechanik erläutert, sondern auch eine mehrteilige Einführungskampagne auf Seiten Spaniens enthält. Selbstredend gehört ein Mehrspielerpart ebenfalls zum Lieferumfang. EU IV erlaubt ausschweifende Online-Sessions via LAN oder Internet, wobei man sich mit bis zu 32 menschlichen Mitspielern messen darf.

Verschaffen wir uns nun einen Überblick über die wesentlichen Spielelemente! In der Funktion des Staatenlenkers müssen wir uns in EU IV um eine ganze Reihe von Belangen kümmern, die für den Bestand und den Fortschritt unseres Landes von Bedeutung sind: Bevölkerung, Militär, Forschung, Religion, Diplomatie, Infrastruktur, Administration, Wirtschaft und Handel. Diese Aspekte lassen sich praktischerweise mittels des Bildschirms „Regierung“ weitgehend zentral verwalten. Dabei werden von den genannten Bereichen Militär, Diplomatie und Administration als die wichtigsten Faktoren angesehen. Dies zeigt sich einmal daran, dass ich eigens für sie Berater engagieren kann, welche je nach persönlicher Profession (Philosoph, Naturwissenschaftler, Quartiermeister usw.) unterschiedliche Boni gewähren. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, das Steuereinkommen zu erhöhen, das Risiko von Revolten zu mindern oder die Effektivität der Landesverteidigung zu verbessern.

Außerdem werden militärische, diplomatische und administrative Macht jeweils in Form von Punkten berechnet und in EU IV als Ressourcen gehandhabt, wobei auch das aktuell regierende Staatsoberhaupt mit seinen individuellen Eigenschaften zur Höhe des Kontostandes beiträgt. Die Mittel, die uns aus allen drei Bereichen zufließen, fasst das Spielsystem unter dem Begriff der „Herrschaftspunkte“ zusammen. Da letztere unter anderem in die Forschung und in den Bau von Infrastrukturen investiert werden können, sind sie im Grunde ebenso wertvoll wie bares Geld.

Apropos Geld: Die meisten Dinge im Spiel, so etwa das Unterhalten von Armeen und Flotten oder die Beschäftigung von Beratern, sind nicht gerade billig. In Zeiten der Krise kann man Kostenfaktoren herunterschrauben und Darlehen aufnehmen. Wenn wir überdies wieder einmal in militärische Unternehmungen verstrickt sind, dürfen wir zudem eine spezielle Kriegssteuer erheben, wodurch allerdings die Kriegsmüdigkeit der wenig begeisterten Untertanen schneller ansteigt.

Einen zentralen Aspekt des wirtschaftlichen Lebens und damit auch der Finanzen stellt der Handel dar. Das Handelssystem wurde gegenüber EU III stark überarbeitet. Es gibt nun Handelsrouten, die über eine ganze Reihe von Umschlagsplätzen zu einem globalen Netz verbunden sind. Händler können dazu eingesetzt werden, um an einem lukrativen Handelsplatz Geld abzuschöpfen – allerdings nur, wenn eine eigene Provinz im Einflussbereich des jeweiligen Handelszentrums liegt. Die zweite mögliche Mission eines Händlers besteht darin, innerhalb der spezifischen Handelsreichweite der Nation Güter und Geldmittel aus einem weiter entfernt liegenden Umschlagsplatz in die Heimat umzuleiten. – Das Prinzip scheint in der trockenen Theorie simpel zu sein, jedoch ist es in der Praxis gar nicht so einfach, die Zusammenhänge zu überblicken und seine wenigen Kaufleute im Geflecht der Handelsströme optimal zu platzieren. Hier spielen nämlich noch zusätzliche Faktoren eine Rolle, so etwa die sogenannte „Handelsmacht“, die mein Land an den unterschiedlichen Knotenpunkten ausübt.

 

Wie schon in den Vorgängern so spielt auch in EU IV die Diplomatie eine große Rolle. Dem entsprechend steht eine breite Palette möglicher Interaktionen mit anderen Staaten zur Auswahl. In dieser Hinsicht gibt es fast alles, was das Herz begehrt: Allianzen bilden, Garantien abgeben, Drohungen aussprechen, Heiraten arrangieren (was zur Personalunion mit dem Herkunftsland des Ehepartners führen kann), Rebellen unterstützen, Ansprüche auf fremdes Gebiet fingieren, Handelsembargos ausrufen, Anleihen vergeben und noch etliches mehr. In dieses Bild passt, dass man in EU IV nicht einfach standardisierte Friedensangebote vorlegt, um einen Konflikt beizulegen, sondern sich regelrechte Verträge mit allerlei Bedingungen und Klauseln ersinnen kann. Auf dem internationalen Parkett werden übrigens Diplomaten benötigt, die jedoch nur in äußerst begrenzter Zahl zur Verfügung stehen. Diplomaten müssen zunächst in das Zielland reisen, um dort eine Mission durchführen zu können. Sie sind erst dann wieder einsetzbar, wenn sie in die Heimat zurückgekehrt sind.

Obgleich EU IV viel Spielraum für diplomatische Aktivitäten lässt, wird man früher oder später dennoch nicht umhin kommen, Meinungsverschiedenheiten mit seinen Nachbarn auf kriegerische Weise beizulegen. In dieser Hinsicht wird man jedoch schnell bemerken, dass EU IV keine ausgeklügelte Konfliktsimulation ist, die operative oder gar taktische Manöver mit allen Finessen erlaubt. Es gibt zwar eine Vielfalt historischer Einheiten, wobei angesichts des Zeitrahmens auch technologische Neuerungen wie Feuerwaffen zum Zuge kommen; jedoch ist der hierbei gebotene Detailgrad nicht gerade atemberaubend zu nennen.

Armeen werden als possierliche Miniatursoldaten dargestellt und können mit Mausklick auf die Karte in eine beliebige Region bewegt werden. Dort entbrennt ein Gefecht, sobald feindliche Truppen ebenfalls anwesend sind. Kämpfe trägt das Spiel wie gewohnt automatisch aus. Allerdings ist es möglich, den eigenen Mannen einige grundsätzliche Verhaltensweisen mit auf den Weg zu geben. Bei einem Moralzusammenbruch fliehen die Geschlagenen vom Schlachtfeld und sammeln sich eventuell erst einige Regionen weiter entfernt. Um eine Provinz vollständig unter Kontrolle zu bekommen, ist die Belagerung der Provinzhauptstadt nötig, was je nach Stärke der Besatzung ein Weilchen dauern kann.

Für die Kriegsführung sind natürlich die entsprechenden Ressourcen von tragender Bedeutung. Mit militärischen Punkten kann ich beispielsweise Generäle beziehungsweise Admiräle anheuern und zum Zwecke der Kampfwertsteigerung einer Armee oder Flotte zuweisen. Auch der Landesherr darf als Anführer fungieren, was jedoch die Gefahr des plötzlichen Heldentods auf dem Feld der Ehre in sich birgt. Für den Notfall gibt es die Option, die regulären Truppen durch knallharte, aber kostspielige Söldner zu ergänzen.

Damit man in den Wirren eines militärischen Konflikts den Durchblick behält, bietet EU IV eine praktische Übersichtstafel, mittels derer sich alle geschlagenen Schlachten sowie Informationen zum Zustand der beteiligten Kriegsparteien und zum eigenen Fortschritt einsehen lassen. Seinen Feinden ständig auf die Mütze zu geben, heißt übrigens nicht unbedingt, den Krieg damit auch zwingend zu gewinnen. Ein Krieg ist in EU IV nämlich normalerweise mit bestimmten vorgegebenen Kriegszielen verbunden, welche schließlich erreicht werden wollen. Ob und wann der Gegner aufgibt, hängt außerdem von allerlei Faktoren wie etwa der Stabilität des herrschenden Regimes oder der Kriegsmüdigkeit ab.

 

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Forschung: Auch auf diesem Felde unterscheidet das Spielsystem die drei Sektoren Administration, Militär und Diplomatie, wobei in jedem Bereich immerhin 33 verschiedene Technologien darauf warten, im Laufe der Jahrhunderte entwickelt zu werden. In diesem Zusammenhang sei ein Aspekt hervorgehoben: Erreiche ich bei der Forschung bestimmte Wegmarken, so darf ich sogenannte „Ideen“ kaufen. Letztere gewähren vorteilhafte Boni, die zum Teil länderspezifisch sind und so den verschiedenen Nationen ein eigenes Profil verleihen. Ideen sind zu ganzen Paketen geschnürt und haben einen gemeinsamen inhaltlichen Nenner. Schließlich gibt es drei Großgruppen von Ideen, welche wiederum den drei Grundtypen von Herrschaftspunkten entsprechen.

Wie es der Titel schon nahelegt, steht zwar in EU IV die Staatenwelt unseres guten alten Europa durchaus im Mittelpunkt. Jedoch ist auch die Führung außereuropäischer Nationen ohne Weiteres möglich – und dies bezieht sich nicht alleine, wie es noch in „Crusader Kings“ der Fall war, auf die an Europa grenzenden islamischen Völker Nordafrikas und des Nahen Ostens. Wer will, kann nämlich unter anderem auch als japanischer Fürst oder als Herrscher der Azteken nach einem ausgedehnten Imperium streben und dabei den abendländischen Mächten die Stirn bieten.

Dies führt uns zu einer weiteren Komponente des Spielsystems: der Entdeckung und Besiedelung der Welt. Uns unbekannte Teile des Globus werden auf der Übersichtskarte zunächst als konturlose weiße Flächen dargestellt. Erst wenn wir die entsprechende Kulturtechnik – sprich: Idee – erforscht haben, dürfen wir Entdecker und Konquistadoren anheuern, die für uns in die Ferne aufbrechen, um jene weißen Flächen zu erforschen und schließlich für Kolonisten besiedelbar zu machen.

Da die frühe Neuzeit eine Phase der religiösen Umbrüche (Stichwort Reformation) und der Religionskriege war, spielt auch der Glaube in EU IV durchaus eine Rolle. Hier sieht sich der Staatenlenker in der Regel mit allerlei Events konfrontiert. So können etwa Häretiker und Reformatoren für Unruhe sorgen oder Provinzen und Teile der Bevölkerung plötzlich konvertieren. Je nach Umständen bietet sich uns auch die Option, einen offiziellen Religions- bzw. Konfessionswechsel des ganzen Landes zu vollziehen, was allerdings der Stabilität unseres Regimes nicht immer förderlich ist. Neben den verschiedenen Ausprägungen des Christentums ist der Islam ebenso vertreten wie Buddhismus, Konfuzianismus, Hinduismus, Shintoismus und Polytheismus.
 
Das Bekenntnis eines Landes stellt nicht nur schmückendes Beiwerk dar, sondern hat handfeste Auswirkungen auf das politische und ökonomische Leben. Ein protestantischer Staat muss beispielsweise weniger Unkosten für den Erwerb von Ideen aufbringen und darf sich zudem an einem Steuer-Bonus erfreuen. Ist unsere Nation hingegen katholisch, eröffnet sich uns die Chance, Einfluss auf das Papsttum zu nehmen. Für den Heiligen Stuhl gibt es ein eigenes Interface, welches den aktuellen Papst sowie die Kardinäle der Kurie anzeigt. Interessant sind vor allem die potenziellen Kardinäle, denn auf diese können wir in unserem Sinne einwirken. Gelingt es uns, genügend in unserem Dienste stehende Männer in die Kurie zu bringen, gewinnen wir in den Augen des Papstes an Macht und Ansehen. Dies kann uns ganz neue Wege der Machtausübung eröffnen, so etwa die verheißungsvolle Möglichkeit, unliebsame Konkurrenten zu exkommunizieren.

Wie der geneigte Leser schon vermuten wird, handelt es sich bei EU IV nicht unbedingt um ein Spielchen für Zwischendurch. Daher ist es kaum möglich, hier alle Aspekte der Engine erschöpfend zu erläutern. Wir geben uns vielmehr mit den bisher gemachten Andeutungen zufrieden, um uns nun abschließend der Steuerung zuzuwenden.

Das Interface von EU IV orientiert sich weitgehend an „Crusader Kings II“. So finden wir hier ebenfalls eine am oberen Bildrand angebrachte Informationsleiste, welche uns einen schnellen Überblick über die Lage der Nation verschafft. So können wir beispielsweise jederzeit die besonders kritischen Werte in den Bereichen Finanzen, Militär, Diplomatie und Administration oder die Anzahl unserer Kolonisten, Händler, Missionare und Diplomaten einsehen. Mit einem Klick auf unser Wappen erreichen wir umstandslos das Regierungsmenü, um dort durch die verschiedenen Registerkarten zu blättern. Auch aus „Crusader Kings II“ bekannt ist die sogenannten „Alarm Zone“, in der mich kleine Fähnchen auf vorhandene Probleme oder noch ungelöste Aufgaben hinweisen. Sehr praktisch hierbei ist der Umstand, dass ich durch das Anwählen eines dieser Banner direkt in den entsprechenden Bildschirm gelange, so dass ich mich der Sache im Bedarfsfall sogleich annehmen kann.

Des Weiteren informiert mich ein Nachrichtenfenster über die Vorgänge auf dem internationalen Parkett. So bleibe ich in Sachen Kriegserklärungen, Friedensschlüsse, Religionswechsel, Heiraten und anderes stets auf dem aktuellen Stand. Da man sich aber nicht unbedingt für jeden Tratsch aus den hintersten Winkeln der bekannten Welt interessiert, darf man die Schlagzeilen nach verschiedenen Kriterien selektieren. So ist es unter anderem möglich, sich nur Nachrichten über befreundete, benachbarte oder feindliche gesinnte Länder einblenden zu lassen.

Besondere Erwähnung verdient meines Erachtens das beachtlich umfangreiche Set an Kartenmodi: Sei es die Beschaffenheit des Terrains, die politische Zugehörigkeit der Regionen, die Verteilung der Konfessionen oder der Verlauf der Handelswege – all dies und einiges mehr ist auf der Spielfläche visualisierbar. Im Vergleich zu älteren EU-Versionen wurde die Anzahl der Kartenfilter von Paradox sogar noch einmal gehörig erweitert, wobei allerdings manches wohl nur in seltenen Fällen wirklich gebraucht wird.

Obwohl das Interface von EU IV durchaus als passabel zu bezeichnen ist, sollte man allerdings zugleich eingestehen, dass die Steuerung nicht gerade intuitiv von der Hand geht und daher einer gewissen Einübung bedarf. Die Menüführung wirkt teilweise verschachtelt, und die unzähligen Schaltflächen quellen vor statistischen Werten und anderen Details geradezu über. Zwar gibt es praktische Tooltipps (die mich beispielsweise über die möglichen Auswirkungen einer Aktion in Kenntnis setzen), aber auch deren Inhalt ist nicht immer ohne Weiteres zu enträtseln. – Nun, solche Dinge gehören ebenfalls zur Tradition der Reihe.

Ich will aber auch noch eine handfeste Verbesserung ins Feld führen: Im neuen Produktionsmodus ist es nicht mehr nötig, mühselig die Provinzen abzuklappern, um dort Bauaufträge zu vergeben. Stattdessen lässt sich nun alles zentral über einen Bildschirm bewerkstelligen, wobei die für den Bau in Frage kommenden Regionen auf der Karte hervorgehoben und auch die Baukosten und Bauzeiten angegeben werden. Die Erstellung von Einheiten und Infrastrukturen ist aber auch weiterhin über das Provinzfenster möglich, welches zudem weitere Einzelheiten zum jeweiligen Gebiet bereithält.

Schreiten wir nun zum Resümee: EU IV ist ein langfristig motivierendes und komplexes Strategiespiel, das aufgrund seiner Offenheit eine Vielzahl von Vorgehensweisen zulässt. Ob man sich zum Welteroberer aufschwingt oder sich im Windschatten der Geschichte der Pflege eines bescheidenen kleinen Reiches hingibt, hängt lediglich von den Präferenzen des Spielers ab. So ist es im Grunde ganz konsequent, dass den Siegbedingungen des Szenarios eigentlich keine Bedeutung zukommt. Zwar erwirtschafte ich Siegpunkte, sofern mein Staatsgebilde in einem der drei Hauptbereiche (Militär, Administration, Diplomatie) zu den Top Ten-Nationen gehört; doch letztlich hängt der Erfolg rein von der persönlichen Sichtweise ab: Bin ich schon zufrieden damit, mein Ländchen unbeschadet bis ins frühe 19. Jahrhundert zu führen, ohne von aggressiven Nachbarn ausgelöscht zu werden? Oder fühle ich mich erst dann richtig behaglich, wenn mir die Kontinente zu Füßen liegen und die Völker der Erde unter meinem Joch ächzen? – Egal, welchen Weg man beschreitet: Spaß macht es auf jeden Fall.

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP/Vista/7/8
  • Pentium IV 2,4 GHz/AMD 3500+
  • 2 GB RAM
  • 2 GB freier Festplattenspeicher
  • 1 GB-Grafikkarte

 

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Post Author: Admin

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