NHL 15

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Die Aussage von EA hat letztes Jahr stark verwundert, wollte man doch den Entwickler Teams den Sprung in die nächste Konsolengeneration durch mehr Zeit erleichtern. Daher wurde die Vorfreude geschürt, dass da wirklich etwas Großes auf die Fans des Kufensports zukommt. Doch statt Innovationen und einem Schwung an Spielmodi, wurde NHL stark beschnitten und stellenweise halbfertig präsentiert.

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Das Gute zuerst

Das diesjährige Cover von NHL 15 darf Patrice Bergeron von den Boston Bruins zieren. Ähnlich wie bei Madden dürfen im Internet die Spieler entscheiden, welcher Spieler als Titelfigur des neuen Serienablegers dienen darf. Die Einbindung der Fans sollte Schule machen und in weiteren Bereichen mehr Einfluss finden. Hätte EA z.B. im Bereich der Spielmodi früher mit den Fans Kontakt aufgenommen, hätte ein Großteil des Unmuts verhindert werden können. Doch dazu später mehr.

Zumindest der grafische Sprung in die neue Konsolengeneration ist mehr als gelungen. Lebensacht animierte Spieler flitzen über das Eis, während die Trikots physikalisch korrekt im Fahrtwind wehen. Auch Mimik und Gestik der Spieler, insbesondere nach Toren, wurde mächtig verbessert und schafft ein super Spielerlebnis. Auch sonst ist die Präsentation der Spiele gelungen. Einzelne Zuschauer sind zu erkennen, die ihr Team lautstark anfeuern und so den Spieler motivieren selbst größte Rückstände aufzuholen. Auch die rockige musikalische Untermalung passt wieder sehr gut ins Spielgeschehen. 

Das neue Kommentatorenduo, welches ausschließlich auf englisch kommentiert, macht seine Sache sehr gut. Passende Kommentare und sinnvolle Ergänzungen zum Spielgeschehen, lassen das Spiel einer Fernsehübertragung recht nahe kommen. Allerdings, wie sollte es auch anders sein, wiederholen sich die Kommentare relativ schnell. Aber mir fällt kein Beispiel ein, wo dem nicht so ist.

Physik an der Bande

Die Kollisionsabfrage bei dem körperbetonten Spiel spielt natürlich eine große Rolle. Auch hier hat EA seine Hausaufgaben gemacht und und präsentiert eine schlüssige und realitätsnahe Physikengine, die jeden Abpraller zu einer Großgefahr vor dem Tor macht. Auch beim Aufprall von Spieler auf Spieler wird die Geschwindigkeit und das Gewicht der einzelnen Protagonisten realistisch eingerechnet, was stellenweise zu ansehnlichen Checks führt. 

Jetzt zur schlechten Nachricht

Schon auf den ersten Blick fällt dem durchschnittlichen NHL Fan auf, dass das Menü so leer erscheint. Wo sind denn die ganzen Spielmodis versteckt. Nach minutenlanger Suche in jedem Untermenü die Ernüchterung. Im Gegensatz zu NHL 14 hat EA auf den NextGen Konsolen einen Großteil der Spielmodi schlichtweg und ersatzlos gestrichen. Wer einfach mal eine kurze Saison ohne Managerschnickschnack spielen möchte, wird schwer enttäuscht sein. Auch die Trainingsspiele für Anfänger der Serie wurden kommentarlos gestrichen, stattdessen darf man nur schmucklose Penaltyspielchen machen. Madden 15 zeigt dagegen, wieviel Spaß selbst Trainingsspiele machen können. Learning by doing sei da nur mal gesagt.
Auch sonst wurden untere Ligen oder gar ausländische nicht mehr in das Spiel eingefügt. Freunde der deutschen Liga werden lange Gesichter machen. 

Der motivierende Be a Pro Modus wurde unverständlicher Weise ebenfalls in seinen Grundfesten verändert. Anstatt sich bei den Farmteams einen Namen zu machen, um anschließend in die Meisterklasse aufzusteigen, steigt man direkt im NHL Zirkus ein. Charaktergenerierung und Trainerkommentare sucht man leider ebenfalls vergeblich. Grade Anfänger werden in diesem Bereich allein gelassen und dürfen zusehen, wie sie weiter kommen.

Der Torhüter ist Schuld

Insgesamt macht die KI der Gegen- und Mitspieler einen ordentlichen Eindruck. In der Offensive machen alle Spieler brav ihre Laufwege und versuchen sich vor dem Tor freizuspielen. Auch in der Defensive steht meisten das Grundgerüst sehr schnell, so dass man der gegnerischen Offensive alles entgegenwerfen kann. Leider gibt es stellenweise ziemliche Aussetzer der KI, so dass relativ oft Eigentore fabriziert werden. Wäre der Torhüter ein echter Weltklasse Athlet, wäre das alles nur halb so schlimm. Doch leider tummeln sich anscheinend ziemliche Amateure zwischen den Pfosten, die häufig hinter sich greifen müssen. Darüber hinaus beschleicht einen immer wieder das Gefühl, dass selbst bei hoher Führung der Gegner überraschend schnell wieder heran kommt und mal locker ein 3:0 in kürzester Zeit aufholt. Entweder sollen die Spiele künstlich spannend gemacht werden, oder die Torhüter schlafen nach einem entsprechenden Torunterschied schlichtweg ein…

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

 

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