Star Hammer

4355ef2f2628bd81cdeb6d087253e1aaNach etlichen Spieletiteln mit historischem Hintergrund liegt nun das erste Mal ein SciFi Titel vor uns – ein Weltraumstrategiespiel, dessen Name uns (zumindest dem Verfasser) zunächst nichts sagt. Das will aber nicht viel heißen: Star Hammer Tactics wurde vor 3 Jahren als Legacy von Black Lab Games wieder aufgelegt. Dessen Ursprung liegt jedoch noch weitere 11 Jahre zurück. Star Hammer Tactics ist also das Prequel zum vorliegenden Star Hammer:

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The Vanguard Prophecy. Im ersten Teil stieß die Menschheit in den Weiten des Alls erstmalig auf die Nautiliden und der Spieler trug dafür Sorge, deren Angriff zurückzuschlagen.

Nun also The Vanguard Prophecy – einige Zeit ist vergangen und Commander Dyce aus Teil 1 ist inzwischen stolzer Vater einer Tochter, die eifrig in seine Fußstapfen getreten ist. Diesmal ist sie die Protagonistin des Spiels – auf der anderen Seite der Karte (oder in der anderen Ecke des Rings) erwarten uns die Nautiliden, denen die letzte Abreibung offensichtlich nicht gereicht hat. Damit erschöpft sich eigentlich auch schon die Hintergrundgeschichte des Spiels – durch besondere Tiefe glänzt sie nicht. Zwischensequenzen gibt es auch nur recht unspektakulär als unvertonte Com-Dialoge eingeblendet. Na gut – da wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Werfen wir uns ins Gefecht: zunächst natürlich ein Tutorial, was nicht schaden kann, wenn man eher aus der zweidimensionalen Gefechtsführung kommt. Im Weltall stehen dem Spieler alle Richtungen offen, sodass The Vanguard Prophecy natürlich mit allen sechs Hauptrichtungen aufwartet. Black Lab bleibt dem rundenbasierenden Modus treu, was der Übersichtlichkeit und natürlich auch für den Einstieg sehr förderlich ist. Wir können in Ruhe unsere Schiffe ausrichten und uns dann einem umfassenden Mikromanagement widmen. Da die Aktionen der KI und des Spielers gleichzeitig ablaufen, gilt es den nächsten Schritt des Gegners vorauszusehen: wo sollte vielleicht der Schild verstärkt werden, welchen Kurs wählt man, um den Gegner in eine vorteilhafte Angriffsposition zu bekommen. Vor allem stellt sich natürlich die Frage: was tut der Gegner? Mit dieser Frage im Hinterkopf passen wir also die Schilde an, laden die Waffen auf, legen einen Kurs fest und weisen den Antrieben Energie zu. Haben wir alle Vorbereitungen abgeschlossen, schreiten wir zur Ausführung: einen kurzen Moment lang werden die Befehle soweit möglich ausgeführt. „Soweit möglich“ beschreibt hier keine Darstellung verdeckter Fertigkeits- oder Moraltests sondern schlicht der reelen Chance, dass der Gegner sich anders verhält als erhofft – und damit z.B. die Waffenwirkung nicht so von statten geht wie geplant.

Zwischen den Gefechten gilt es die Flotte für kommende Herausforderungen fit zu machen: aber Achtung nicht nach jeder Mission stehen alle Optionen zur Verfügung. Manchmal kann zwischen den Einsätzen richtig ordentlich aus dem Vollen geschöpft werden – vorausgesetzt Euer Verstärkungspunktekonto lässt das zu. Darauf sollte man sich jedoch nicht fest verlassen – so manches Mal ist auch nur ein kurzes Aufmunitionieren eingeplant bevor es wieder ins Gefecht geht. Verstärkung in Form von Schiffen kann jedoch durchaus auch innerhalb einer Mission zugeteilt werden. Dadurch erfahren die nach und nach eintönig werden Gefechte hin und wieder eine Auflockerung. Besonders wünschenswert wäre eine Option die Waffen- oder Schildsysteme der Schiffe verbessern zu können – stattdessen hat jede Schiffsklasse fest zugewiesene Spezialfähigkeiten wie z.B. Raktenwerfer, ECM-System oder ähnliches. Neben dem Herausfinden der Schwachstellen des Gegners ist die eigentliche Herausforderung oftmals die schiere Masse der Gegner. Managementfähigkeiten finden hier wieder ihren Nutzen: zunächst gilt es mit minimalem Verbrauch und Verlusten den Gegner effektiv zu bekämpfen – die große Zahl an Zielen führt regelmäßig zu erheblichem Munitionsverbrauch, da in der Regel die Devise „Zerstöre alle(s)“ gilt. Man sollte in jedem Fall an morgen sprich das nächste Gefecht denken, bevor man allzu hemmungslos die Reserven schrumpfen läßt.

Nachdem wir also das Gefecht erfolgreich beendet haben, landen wir in einem Szenariomenü: optionale und Storyline-Missionen stehen hier durchaus gemischt zur Wahl. Die Storymissionen fallen dadurch auf, dass sie immer wieder zur Wahl stehen auch wenn ihr zwischendurch einen optionalen Auftrag annehmt. Einmal ausgewählt folgt erneut das recht schmale Briefing, die Auswahl der Startaufstellung und dann sind wir schon wieder im Gefecht.

Widmen wir uns der Präsentation von The Vanguard Prophecy: graphisch wirkt das Spiel sehr ordentlich. Der Spieler wird nicht durch überflüssige Elemente verwirrt, die Schiffe und Objekte auf dem Grid sehen ordentlich aus. Wenn jedoch nach der Planungsphase alles zum Leben erwacht, hätten die Spezialeffekte ruhig etwas weniger minimalistisch ausfallen dürfen. Auch sonst wirken die Kämpfe eher in einem klinischen Bereich des Weltalls ausgetragen. Außer den Schiffen und vielleicht noch einem Missionsziel ist der Kampfbereich wirklich leer.
Bei der musikalischen Untermalung muss man leider auch sagen, dass Black Lab hier nichts Halbes und nichts Ganzes erreicht hat: tolle Titel einerseits, die sich gefühlt jedoch nach nicht einmal fünf Minuten wiederholen. Das ist schade denn die Qualität der Musik hätte mehr verdient.

Zum Schluss noch ein Blick auf die KI – hier kann man nicht groß meckern. Da der Spieler die Züge der KI vorausplanen muss und der KI bei den Ressourcen keine Limits gesetzt sind (wie dem Spieler), fallen Schwächen nicht sofort ins Auge. Einzig die manchmal auftretende Kollision von Schiffen wirkt doch etwas unbeholfen – kann in der Hektik der Schlacht aber durchaus „menschlich“ sein.

Leider haben die Macher von The Vanguard Prophecy auf eine Online-Anbindung und einen Multiplayermodus verzichtet. Gerade hier hätte das Spiel sicher noch einmal punkten können.

Alles in allem liegt The Vanguard Prophecy ziemlich im Mittelfeld. Mit unspektakulärer Story, weder besonders guter noch besonders schlechter Präsentation und ohne Multiplayer leider nicht besonders hervorzuheben. Auffallend positiv ist die leichte Zugänglichkeit und – vor der einsetzenden Wiederholung – der durchaus gelungene Sound.

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Windows Vista/7/8
  • CPU: 2.0Ghz oder höher
  • 1GB RAM
  • 256MB DirectX 9 kompatible Grafikkarte
  • DirectX kompatible Soundkarte

 

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Post Author: Admin

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