Revolution Under Siege – Gold

94065f362638845f95ba95b09cd41a9fEs ist wieder kühler – die Technik und die Hirne der Redakteure arbeiten wieder fehlerfreier, da darf endlich der Test für Revolution Under Siege Gold fertig gestellt werden. Nicht zuletzt aufgrund der Prämierung als Strategiespiel des Jahres 2010 hier auf gamershall.de ist eine gewisse Sorgfalt für dieses Review angebracht. Aber auch die Revolutionsführer sowie deren Gegenspieler waren für ihre Unerbittlichkeit und Gnadenlosigkeit berüchtigt. So wollen wir auf keiner Seite für das eine oder andere Debakel verantwortlich sein.

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Also auf geht’s – etwas erfrischt werfen wir uns ins Getümmel des russischen Bürgerkrieges. Das Anhängsel „Gold“ im Produktnamen verrät, dass der Titel nicht brandneu ist. In der Tat erschien Revolution Under Siege bereits Ende 2010 in der Urversion – natürlich damals bereits ausgiebig durch unseren guten Mortimer getestet. Ihr findet den Bericht auf unseren Seiten. Vor fünf Jahren fiel der Test sehr gut aus. RUS war beinahe als Überraschungstitel zu bezeichnen, da einerseits das Szenario völlig neu und unverbraucht war und andererseits die KI eine unerwartete Qualität aufwies. Gerade letztere ist oftmals größter Kritikpunkt an den umfassend und gründlich recherchierten AGEod-Titeln. Im Falle von RUS sorgte die KI für eine wirklich „runde“ Bewertung wodurch man das Spiel mit ruhigem Gewissen als eine Perle im AGEod-Portfolio bezeichnen kann. Da das Spiel 2010 bereits mit fliegenden Fahnen für Begeisterung gesorgt hat, stellt sich natürlich jetzt die Frage, wie man dieses Spielerlebnis noch verbessern könnte.

Seit der Kooperation AGEods mit Matrix/Slitherine ist vor allem Rise of Prussia als Gold Edition veröffentlich worden. Hier wurden neue Multiplayeroptionen (Erhöhung der Spielerzahl) sowie neue Feldzüge/Kampagnen sowie einige kleine Änderungen an der Spielmechanik und den Spieloptionen vorgenommen. Alles in allem wurde Rise of Prussia deutlich aufgewertet und die Gold Edition war und ist eine wirklich lohnende Anschaffung.

Wie steht es nun bei RUS? Was gibt es neues in der Gold Edition? Neue Szenarien – Fehlanzeige! Dafür gibt es eine Vielzahl neuer Ereignisse, historischer wie alternativer, die den Spieler gut in die unsichere Atmosphäre des Bürgerkrieges versetzen. Zudem stehen natürlich die bereits bekannten Optionen zur Repression der Bevölkerung zur Verfügung.

Erinnern wir uns: die Regionalentscheidungen boten bereits 2010 die Möglichkeit durch Agitatoren, die Polizei, die Tscheka oder Requisitionen die Loyalität, die Rekrutenzahl, das Auftauchen von Rebellen oder das Steueraufkommen und die Produktion zu beeinflussen. Diese Maßnahmen hatten jedoch alle auch ihre Nachteile, denen man nun mit den historischen bzw. alternativen Entscheidungen ein wenig entgegenwirken kann. Der Verlust Nationaler Moral wird durch Maßnahmen für die schwer betroffene Bevölkerung ausgeglichen, durch die Investition von Siegpunkten und Kriegsgütern kann die Verteidigung neuralgischer Punkte (Moskau oder Sankt Petersburg) erheblich verbessert werden.

Ebenso ist der Ausbau der Luftstreitkräfte möglich – auch hier auf Kosten von Kriegsgütern und Siegpunkten. Im gleichen Maße ist die Wiederherstellung des Eisenbahnpools oder die zusätzliche Aufstockung der Geldmenge möglich. Letztere Optionen werden besonders den Schreibtischstrategen aus AACW gut bekannt sein. Doch auch hier kann man ohne Zweifel drangsalierende Entscheidungen treffen – zusätzliche Truppenaushebungen oder die Einziehung zusätzlicher Güter für Kriegszwecke haben mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die Loyalität der Bevölkerung.

RUS-Veteranen bemerken, dass die Neuerungen der Gold Edition bisher nicht so auffällig sind, wie zusätzliche Szenarien oder komplett neue Optionen. Vielmehr wurden die Anzahl der Ereignisse im Spiel erhöht und die Möglichkeiten der Entscheidungen ausgebaut, wodurch die Spielmechanik „unter der Haube“ einige neue Variablen in die Rechnung bekommt.

Dennoch gibt es auch sichtbare Neuigkeiten! Die Karte und die Counter wurden überarbeitet. Insbesondere die Counter, die 2010 noch im Stil von AACW und RoP gehalten waren, erinnern nun deutlich an CW2 und TEAW. Wie eingangs bereits gesagt: RUS war bereits 2010 einer der AGEod-Titel, die man als richtig runde Sache bezeichnen konnte. Erhebliche Erweiterungen waren also nicht wirklich zu erwarten. Das eine oder andere Szenario (vielleicht auch gerade mal etwas kürzere) hätten jedoch dem Spiel sicher gut getan. Vor dem Hintergrund, dass Matrix für Besitzer der ersten RUS-Version eine Rabattaktion angesetzt hat, ist der überschaubare Inhalt jedoch kein gravierender Nachteil.

Einen echten Wunsch haben wir aber trotzdem: die meisten rundebasierten Strategietitel verfügen mittlerweile über eine deutlich benutzerfreundlichere Umsetzung des Multiplayermodus‘. Hier wäre es wirklich Zeit für Verbesserungen. Eine MP-Lobby wie man sie z.B. aus WitE und WitW kennt, würde diesen bei allen AGEod-Titeln essentiellen Bereich deutlich aufwerten. Das Versenden von per Hand im Explorer zu suchenden Dateien ist für viele AGEod-Fans seit vielen Jahren Alltag und schon fast ein kleines Ritual – dennoch dürfte man hier durchaus demnächst einen Schritt nach vorne machen.

Bevor wir noch ein paar zusammenfassende Worte finden: wir haben festgestellt, dass es für die Spielperformance sehr wichtig sein kann, im Launchermenü die Optionen zu kontrollieren. Hier können Voreinstellungen zur Grafik gemacht werden. Wenn es im Spiel zu sehr ruckelt während der Bewegung über die Karte, ist es oftmals hilfreich, hier die Einstellung des Grafikformates zu überprüfen. In unserem Fall brachte eine Veränderung eine spürbare Verbesserung, da alle Aktionen im Spiel flüssiger abliefen.

Alles in allem ist und bleibt RUS eine besondere Perle im Angebot von AGEod. Im Gegensatz zu den meisten anderen Titeln der AGE-Engine ist hier die KI auch im Einzelspielermodus durchaus fordernd und überzeugt durch die Vermeidung bereits länger bekannter „Aussetzer“. Das auch heute noch so gut wie kaum bearbeitete Szenario und die stimmungsvolle musikalische Umrahmung tragen zum positiven Gesamteindruck zusätzlich bei. Auch wenn der Unterschied zwischen 2010er und Gold-Version nicht sehr gravierend ausfällt, bleibt die Bewertung nahezu unverändert. Nur die verpasste Chance an der Mehrspielermechanik zu arbeiten kostet einen Stern.

Auf jeden Fall hat RUS uns wieder auf die Spur der AGEod-Titel geschickt und die Zeit bis zum Erscheinen der beiden angekündigten Titel zum Dreißigjährigen Krieg (noch ein neues Szenario für AGE!) bzw. zu den Napoleonischen Kriegen (wir sind sehr gespannt!) gut überbrückt.

 


 

 

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP/Vista/ Windows 7 (unterstützt nicht Win 98 oder 2000)
  • Pentium IV 1800+ MHz
  • RAM 1 GB (XP) oder 2 GB (Vista/Win7)
  • HDD: 3 GB
  • Grafikkarte 512MB oder besser

 

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