FIFA 16

3005672871a79b2baf42c1337791b359Der Aufschrei in der männlichen Spielergemeinde war riesengroß. Electronic Arts besaß tatsächlich die “Frechheit” Frauenfußball im neuen Serienableger FIFA 16 zu implementieren. In Sachen PR sicherlich kein schlechter Schachzug, was angesichts der wachsenden Spielerinnen Gemeinde nur ein logischer Schritt ist, zum in den USA der Frauenfußball absoluten Profistatus verdient.

 

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Langweiliges Cover

In den europäischen Läden ziert niemand anderes als Lionel Messi das Cover von FIFA 16. Schon wieder. Gab es denn letztes Jahr nicht andere erfolgreiche Spieler oder Mannschaften, die den Sprung aufs Cover verdient hätten? War da nicht so etwas wie eine Weltmeisterschaft in Brasilien? In den USA darf US Nationalspielerin Alex Morgan auf dem Cover den Ball führen, was ja angesichts des Hypes um die amerikanischen Frauennationalmannschaft kein Wunder ist. Diese begeisterten Zockerinnen werden sich freuen.

Die Weibliche Seite

Als Electronic Arts den ersten Trailer zu FIFA 16 veröffentlichte, war das Spielgeschehen und Grafik vollkommen zweitrangig. Zum ersten mal in der Geschichte der FIFA Reihe dürfen weibliche Wesen graziel gegen das runde Leder treten und in einem Turniermodus gegeneinander antreten. Viele Spieler sahen die männliche Vorherrschaft im Sport gefährdet und Grenzen des Zockens in einer nie dagewesenen Dimension betroffen. Objektiv gesehen war es natürlich nur eine Frage der Zeit den Frauenfußball auch auf der Playstation zu integrieren und selbst subjektiv spricht absolut nichts dagegen. So darf nun zwischen 12 Nationalmannschaften ausgewählt werden und entsprechend Turniere gestartet werden. Komischerweise fehlen jedoch Topteams wie Japan und Norwegen. Die Damen haben eigens angefertigte Animationen spendiert bekommen und bewegen sich entsprechend realistisch übers Grün. Nach kurzer Zeit fällt bereits auf, dass Pässe und Flanken nicht so genau angekommen und mehr individuelle Fehler passieren. Leider dürfen Frauenteams nicht gegen Männerteams antreten, so dass dieser Modus stark eingeschränkt ist. Vielleicht sehen wir bereits in FIFA 17 oder 18 auch erste Ligen wie z.B. aus den USA oder Deutschland.
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Was wird hier gespielt?

In Sachen Spielmodi dürften sich die FIFA Spieler in gewohnter Umgebung bewegen und direkt ins Spiel einsteigen. Neben Freundschaftsspielen, Turnieren und einzelnen Saisons, kann der Spieler im Karrieremodus als Manager oder als einzelner Spieler über Jahre im Profizirkus bestehen. Leider ist grade dieser Part mit dem meisten Langzeitspaß besonders trocken geraten. In den Menüs wird das Team aufgestellt und Transferverhandlungen getätigt, wobei dies etwas umständlich geraten ist. Der Transfermarkt ist stets ziemlich leer und alle Spieler müssen erst umständlich gescoutet werden, um die wahren Spielerstärken herauszufinden. Entsprechend der Erfahrung des Scouts können die Werte auch mal dummerweise daneben getippt sein und am Ende kauft man einen Bankwärmer für das ersatzgeschwächte Team. Auch der Kontakt zum Team wird auf wenige EMails der Spieler beschränkt, Pressekonferenzen laufen als Multiple Choice ab und man weiß nicht, welche direkte Auswirkung die Aussage letztlich hat. Neuerdings darf man einzelne Spieler zum Training schicken und so die einzelnen Werte der Spieler verbessern. Die entsprechenden Einheiten dürfen dann entweder selbst gespielt oder ganz und gar simuliert werden.
Im Be A Pro Modus erstellt man sich einen Spieler aus dem bekannten Baukastensystem und darf als Jahrhunderttalent für die Wunschmannschaft auflaufen. Hierbei wird jedoch nur ein einzelner Spieler gesteuert. Eine witzige aber leider relativ unmotivierende Abwechslung. Hier wäre z.B. eine kleine Hintergrundgeschichte oder Zusatzaufgaben sicherlich Gold wert.

Gameplayrädchen dreh dich

Beim ersten Start fällt sofort auf, dass das Mittelfeld eine viel wichtigere Rolle im Spielaufbau spielt, als noch in den letzten FIFA Spielen. Während sonst das Mittelfeld schnell überspielt wurde und sich alles in Verteidigung und Angriff abgespielt hat, spielen sich die Zweikämpfe und Pass-Staffeten vor allem im Mittelfeld ab. Auch die Spielgeschwindigkeit wurde herunter gedreht, so dass das Dribbling und die 1 gegen 1 Situation besser kontrollieren lassen und Verteidiger einfacher auszuspielen sind. Auf der Gegenseite führt das jedoch dazu, dass sich die Verteidigung des Tors weitaus schwieriger gestaltet. Schnell ist man ins Leere gelaufen und mittels falsch getimten Tackling aus dem Spiel genommen.
Auch die Pässe in die Spitze und Flanken führen weitaus seltener zum verdienten Erfolg, weil entweder die Verteidigung gut mitspielt, die eigenen Spieler sich lausig freilaufen oder der stärker gewordene Torhüter ins Spiel eingreift. Insgesamt ist das Passen etwas schwieriger geworden und erfordert mehr Feingefühl im Analogstickfinger. Als neue Möglichkeit größere Entfernungen zu überbrücken, wurde der harte Pass hinzugefügt. So wird der Pass mit hoher Geschwindigkeit zum Mitspieler gekickt, was zwar effektiv aber nicht ganz ungefährlich ist. Kann der Mitspieler den Pass nicht ordentlich unter Kontrolle bringen, läuft man schnell Gefahr einen Konter zu fangen.

Jogi an der Seite

Neben den bereits bekannten Trainingsspielen dürfen sich Anfänger auch über einen Steuerungsassistenten freuen. Wenn man den Ball hat, werden die nächsten möglichen Aktionen wie Pass oder Schuss empfohlen, so dass der Neuling sofort weiß, was er drücken muss. Auch in der Verteidigung werden dem Spieler entsprechend Empfehlungen gegeben was zu tun ist. Natürlich lässt sich dieses Feature auch kurzerhand wieder abstellen. Doch auch Profis sollten die Trainingsspiele mal anschauen, um sich an die leicht geänderten Spielmechaniken zu gewöhnen.

Ultimate Abzocke

Neben dem bekannten Ultimate Team, in dem man die Mannschaft mittels Sammelkarten aufstellt, gibt es nun auch den Ultimate Draft. Hierbei wählt man einen Spieler aus und bekommt im Anschluss drei weitere Spieler zur Auswahl, um das Team aufzufüllen. Somit muss der Spieler immer wieder die Entscheidung treffen, welcher Spieler am besten zu dem Rest der Mannschaft passt. Online oder Offline kann dann das zusammen gestellte Team gegen CPU oder Spieler antreten und so den Cup holen. Dieses Team besteht allerdings nur für ein paar Spiele und muss dann neugestartet werden. Dieser Neustart kostet jedoch Erfahrungspunkte oder sogenannte FIFA Points. Wer diese nicht sein eigen nennt, muss entsprechend FIFA Punkte im Shop für echtes Geld kaufen. Ansonsten lassen sich diese Punkte nur durch Erfolge in den anderen Spielmodi erwirtschaften. Absolut fragwürdiges System, zumal das System in den anderen Sportreihen aus dem Hause EA umsonst sind.

Wer zur Hölle ist das?

Die Bundesliga und die deutsche Nationalmannschaft machen in den letzten Jahren schwer von sich reden und treten immer mehr erfolgreich international in Erscheinung. Nichtsdestotrotz wird die Bundesliga etwas stiefmütterlich behandelt. So tragen zwar alle Teams ihre Originaltrikots, aber kaum ein Team spielt in dem eigenen Stadionnachbau. Zudem sind viele Spieler nur mit Editor Gesichtern ausgestattet, die stellenweise überhaupt nicht passen wollen. Bei den Teams der Champions-League wurde sich etwas mehr Mühe gemacht, so dass ein Philipp Lahm oder Arjen Robben sofort zu erkennen ist. Sehr schade dass hier seit Jahren nicht nachgebessert wird.

Schön anzuhören

In Sachen Grafik hat sich gegenüber dem Vorgänger erwartungsgemäß sehr wenig getan. Die Spieler sehen super aus und bewegen geschmeidig über den heiligen Rasen. Die Ballphysik fühlt sich sehr realistisch an und die Stadionatmosphäre wurde sehr gut eingefangen. Das Publikum feiert gelungene Grätschen oder beschwert sich über Schiedsrichterentscheidungen bzw. grobe Fouls. Zudem haben viele Mannschaften eigene Stadionlieder und Sprechchöre spendiert bekommen, was zusätzlich zum Bundesliga Gefühl beiträgt. Die gewohnte Hassliebe zu den Kommentatoren kommt auch in FIFA 16 voll zum Tragen. Zwar machen sie ihren Job gut, wiederholen sich jedoch sehr schnell und kommentieren stellenweise ideenlos oder am Ziel vorbei.

 

 

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4

 

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Post Author: Admin

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