R.U.S.E.

9db794d9587810641a920678eecdb630Mit R.U.S.E. ist wieder ein neues Strategiespiel auf dem Markt, welches auf den zweiten Weltkrieg eingeht. Viele dürfte alleine schon dieses Szenario abschrecken, aber dennoch ist hier ein größeres Epos zu erwarten, als man anfänglich annehmen könnte. Wie schon erwähnt befasst sich die Storyline ausschließlich mit dem zweiten Weltkrieg. Es ist auch logisch, dass eine gewisse Spannung wegfällt, da man den Ausgang des Krieges aus diversen Geschichtsbüchern her kennt.

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Dennoch muss man an dieser Stelle erwähnen, dass die Geschichte des Charakters, in die man schlüpft, glaubwürdig inszeniert wurde. Durch diverse Zwischensequenzen kommt man seiner Figur in gewissem Maße näher und fühlt sich in diese hinein. Man kämpft auch nicht gegen Scheingeneräle oder Sonstiges, sondern hierbei wurde auch großer Wert auf die geschichtliche Korrektheit gesetzt.
 
 
Bei R.U.S.E. handelt es sich dennoch nicht um ein klassisches Strategiespiel, wie man es von Command & Conquer oder Starcraft her kennt, sondern die gesamte Karte ist wie ein Brettspiel aufgebaut. Jegliche Einheiten, welche man befehligt werden, wenn man weit raus gezoomt hat, als Pokerchips dargestellt. Somit steht jeder Chip für ein Regiment und nicht für eine einzelne Einheit. Eine sehr interessante Möglichkeit für ein Strategiespiel, besonders, wenn dieses mit viel taktischem Gefühl gefüllt ist.
 
Glücklicherweise ist man während der Kampagne und im Online Modus nicht nur auf seine anfängliche Armee angewiesen. Man kann expandieren, indem man vom Hauptquartier aus Kasernen und Fabriken aufbaut, in denen man neue Einheiten rekrutieren kann. Um eine Einnahmequelle zu schaffen, gibt es auf der Karte Versorgungsdepots, welche übernommen werden können. Mit Hilfe dieser schafft man sich ein solides Einkommen, welches den Spieler pro Depot in gewissen Zeitabständen mit Geld versorgen wird. Dieses neu erworbene Geld kann direkt in die kriegswichtigen Einheiten investiert werden.
 
Gerade die Kombination zwischen Brettspielflair und Basisaufbau lässt R.U.S.E. um weiten interessanter erscheinen, als man auf den ersten Blick erwartet hat. Dadurch sind dem Spieler viele neue Möglichkeiten geboten und die Vielfalt auf dem Schlachtfeld wächst ins endlose.
 
 
 
Durch das nachproduzieren der Einheiten ist man endlich nicht mehr auf eine Handvoll Einheiten angewiesen, sondern kann ständig für Nachschub sorgen. Dennoch sollte man an dieser Stelle nicht nur schlicht auf große Panzer setzen. Diese mögen vielleicht eine große Ausstrahlung haben, allerdings basiert auch R.U.S.E. auf dem Stein, Schere, Papier- Prinzip. Somit gibt es quasi für jede Art von Einheit eine Antwort, mit denen man reagieren kann. So sind Panzer sehr anfällig auf Panzerabwehrgeschütze, welche allerdings wehrlos gegen Soldaten sind.
 
Ungefähr nach dem Prinzip verläuft die Kriegsführung von R.U.S.E. selber. Jegliche Angriffe sollten also nicht unüberlegt ausgeführt werden und selbst bei der Verteidigung sollte man mitdenken, um nicht alle Einheiten aufs Spiel zu setzen.
 
An dieser Stelle kann man vielleicht den Lesern den Nutzen von Wäldern ein wenig näher bringen. Denn versetzt man eine gewisse Anzahl von Soldaten in die Wälder und stationiert diese dort, hat man die Möglichkeit aus einer Art Hinterhalt die gegnerischen Truppen zu überfallen. Durch den Schutz der Bäume erhalten die eigenen Einheiten weniger Schaden, können dafür allerdings mehr austeilen.
 
Anhand dieses Beispieles ist es wieder erkennbar, welch großen Einfluss auch die Umgebung auf den Verlauf einer Schlacht haben kann. Strategische Spieltiefe ist also zu erwarten, anstelle von plumpen risikoähnlichen Zufallsschlachten.
Die Steuerung bei Strategiespielen war für Konsolen immer ein heikles Thema. Man war nicht so flexibel wie mit der Maus auf dem PC, dennoch wurde diese sehr gut umgesetzt. Man muss beispielsweise nicht auf Produktionsgebäude klicken, um Einheiten auszubilden, sondern kann diese bequem per Taste auf dem Pad bedienen. Somit wurde die Steuerung sehr gut an die Konsole angepasst und dem Strategen bleibt kein großer Nachteil, wenn man sich für die Konsolenvariante entscheidet.
 
 
Gerade die Playstation 3 protzt mit ihrer Grafik eigentlich stets bis ins endlose, dennoch muss man hier den ein oder anderen Abstrich machen, besonders, wenn man die Funktion der Nahkamera benutzt. Denn wenn man runter zum Schlachtfeld scrollt wirken einige Abschnitte nicht gut dargestellt, sondern eher etwas körnig und plump. Eigentlich ist gerade das Schade, da in den Zwischensequenzen selber auch auf eine bessere Qualität geachtet wurde.
 
Betrachtet man das Spielbrett allerdings aus der Vogelperspektive, so bleibt dem Spieler nichts großartig an der Grafik auszusetzen. Wie denn auch, da jegliche Regimente als Pokerchips dargestellt wurden. Dies finde ich allerdings nicht sonderlich schlecht inszeniert, sondern ist eine nette Abwechslung und pass ziemlich gut zu dem restlichen Brettspiel-Flair.
 
 
 
Was ist schon ein Strategiespiel, wenn es nur um das taktische Kommandieren der eigenen Divisionen mit sich bringt. Richtig, Nichts! Daher bietet R.U.S.E. noch die Möglichkeit auf gewisse „Listen“ zurückzugreifen. Diese dienen im Großen und Ganzen der Aufklärung sowie Täuschung, wenn man beispielsweise Attrappen auf dem Schlachtfeld aufstellt, um den Gegner gegebenenfalls genau dorthin zu locken, um seine Hauptarmee abzulenken, während man von einer völlig anderen Flanke aus versucht seinen Angriff zu starten. Gerade dies bietet viele strategische Möglichkeiten und Spieltiefe.
 
Neben den Attrappen kann man unter anderem auch auf Spione zurückgreifen. Diese kümmern sich lediglich um einen Teilbereich der Karte, welchen man aufgeklärt hat, um die genaue militärische Stärke des Kontrahenten ausfindig zu machen und eventuell auf keine Attrappe hereinzufallen.Wenn man sich in der Kampagne nicht genug gefordert fühlt durch die künstliche Intelligenz und auch der Gefechtsmodus langweilig erscheinen sollte, der kann sich auf die Multiplayerschlachten stürzen. Dort hat man die Möglichkeit auf bis zu sechs verschiedene Nationen zurückzugreifen, wobei jede Einzelne andere Eigenschaften mit sich bringt. Von Stärke, über Produktivität bis hin zur Schnelligkeit bietet jede Nation ihre eigenen besonderen Eigenschaften auf die Schlachtfelder. Hierbei bleibt dem Spieler sprichwörtlich die Qual der Wahl, welchen taktischen Weg man einschlagen möchte, um erfolgreich vom Pokertisch aufzustehen.
 
 

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