| Birth of America spielt in einer für Historiker interessanten Zeit − nicht nur in Amerika auf weleches dieses Spiel den Augenmerk legt. Im Spiel sind der Franzosen− und Indianerkrieg (French and Indian War) (1754−1763) und unterdessen wütet in Europa der Siebenjährige Krieg oder oft auch Dritter Schlesischer Krieg genannt. Kurz darauf beginnt in Europa der Bayerische Erbfolgekrieg und in Amerika wütet der amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der wohl den Hauptteil dieses Spieles ausmacht.
Viele bekannte Schlachten, die meisten sind dann später als Schiffsnamen gebraucht worden ( oft als Flugzeugträger oder Eskortflugzeugträger), fanden in diesem Konflikt statt:
* Lexington, 19. April 1775.
* Ticonderoga, 10. Mai 1775.
* Boston, 17. Juni 1775 − 17. März 1776.
* Quebec, 28. August 1775 − Juli 1776.
* Charleston, 28. − 29. Juni 1776 und 29. März − 12. Mai 1780.
* Long Island, 26. − 29. August 1776.
* Trenton, 26. Dezember 1776.
* Princeton, 3. Januar 1777.
* Saratoga, 30. Juli − 17. Oktober 1777.
* Brandywine, 11. September 1777
* Germantown, 4. Oktober, 1777.
* Monmouth, 28. Juni 1778.
* Savannah, 29. Dezember 1778. / 16. September − 10. Oktober 1779.
* Camden, 16. August 1780.
* Cowpens, 17. Januar 1781.
* Guilford Court House, 15. März 1781.
* Yorktown, 28. September − 19. Oktober 1781.
Die acht Jahre die dieser Konflikt andauerte, war ein Kampf zwischen den nach Unabhängigkeit strebenden ehemals britischen Kolonisten und dem britischen Empire, das dies unter allen Umständen vermeiden wollte. Im Laufe des Krieges wurden auch andere Staaten und Völker in die Kämpfe mit hineingezogen − die Franzosen und Spanier aktiv, während diverse Deutsche Staaten ihre Truppen an die Briten verpachteten oder verkauften. Auch mehrere Indianerstämme mischten wieder mit, obwohl ihnen dies dann später zum Verhängnis wurde.
Das Spiel endet mit 1783 − dem Jahr, in dem der Frieden von Paris geschlossen wurde. Großbritanien musste auf die ehemals 13 Kolonien verzichten, sowie auf alle Gebietsansprüche bis zum Mississippi River.
Die Vereinigten Staaten dehnten ihre Nordgrenze bis an die Großen Seen aus, Florida fiel wieder an Spanien.
Birth of America verwendet Truppen in Regimentsgröße, monatliche Turns und eine bunte − comic−haft wirkende Karte des östliche Nordamerikas. Der auch heute noch bekannte General George Washington ( Oberbefehlshaber der Continental Army ), und der Admiral Lord Richard Howe ( Britischer Oberbefehlshaber ) sowie viele andere mehr oder weniger bekannte Namen tauchen in diesem Spiel auf
Egal welche Seite man sich aussucht, es sind von Anfang an viele Schwierigkeiten zu meistern − die Briten haben zwar eine hochtrainierte effektive Armee, müssen aber immer wieder gegen die großflächig verteilten Rebellen kämpfen, die auch noch einen sehr starken Rückhalt in der Bevölkerung haben.
Auf der Amerikanischen Seite muss man vorallem versuchen − zumindest zu Beginn − die Rotröcke ( Britische Soldaten ) und ihre deutschen Söldner, mit kleinen Nadelstichartigen Manövern zu beschäftigen und zu versuchen, daß diese sich in viele kleinere Offensiven verlieren.
Außerdem haben beide Seiten sich mit dem Wetter − vorallem dem Winter −, dem Versorgungsproblem, der Qualität der Generäle und Truppen auseinander zu setzen. Eine hochtrainierte Truppe kann im Nullkommanichts durch einen unfähigen General in einer Schlacht aufgerieben werden; wenn man nicht rechtzeitig Winterquatiere hat, kann es leicht sein, daß von kurz zuvor 50000 Mann, einen Monat später gerade mal noch 10000 Mann kampffähig sind.
Die Spielmechanik ist einfach und sehr traditionel aufgebaut − man bewegt seine Armee, dann lehnt man sich zurück und schaut zu wie der Computer den Turn auflöst und dann die Resultate präsentiert.
Das Spiel konzentriert sich hauptsächlich auf die Kämpfe, es gibt kaum Bautätigkeit ( nur Befestigungen und Nachschubsbasen ). Es gibt keine Wirtschaft und auch keine Diplomatie. Der Truppennachschub verläuft voll automatisiert ab.
Wie es scheint wollten die Designer des Spieles − die kommen einmal zur abwechslung aus Frankreich − sich nur auf den strategischen Aspekt eines Konfliktes konzentrieren. Das ist ihnen auch gelungen, nur leider hat die Medaille eine Kehrseite; in der Zeit von Spielen wie Medieval 2: Total War oder Forge of Freedom ist eine reine Computerberechnung von Schlachten und dann deren Präsentation doch nicht jedermanns Sache.
Obwohl man den Truppen ein paar Grundbefehle geben kann, bleibt einem doch immer nur zu hoffen daß der Zufall oder die Wahrscheinlichkeit einem etwas hilft.
Während der Auflösungsphase − die für beide Seiten gleichzeitig stattfindet − bekommt man alle Ergebnisse in vielen Tabellen und Zusammenfassungen präsentiert. Dies ist sicherlich für viele Spieler in der heutigen Zeit etwas sehr trocken und durchwegs sehr abstrakt gestaltet.
Irgendwie erinnert es an eine Zeit vor mehr als 10 Jahren, als der Computerspieler noch viel Phantasie brauchte um mit all den präsentierten Zahlen und Fakten etwas anfangen zu können ( nicht nur in Strategiespielen sondern auch in den ersten großen Rollenspielen )
Dadurch das AGEOD − der französiche Developer − sich scheinbar nicht mit den hübschen Nebensächlichkeiten eingelassen hat, haben die Programmierer scheinbar Zeit gehabt eine wirklich brauchbare AI zu schaffen. Egal welches Szenario man spielt, man wird immer wieder auf einen hartneckigen AI−Gegner treffen − die einzigen Ausrutscher dürften nicht zufällig sein und auch keine Bugs, sondern eher die Auswirkungen, wenn man einen unfähigen Befehlshaber mit Truppen losschickt. Das passiert nicht nur der AI !
Das Spiel umfasst mehr als 100 historische Generäle und ihre Einheiten. Jeder Befehlshaber hat einen bestimmten Rang, sein eigenes Set an Werten und oft auch einzigartige Fähigkeiten oder Schwächen.
Wenn man seine Angriffe plant reicht es nicht etliche Regimenter zusammenzutrommeln und einige Nachschubeinheiten dazuzugeben − NEIN − man muss sich durch Tabellen aller seiner Truppenbefehlshaber durchkämofen. Der eine General ist ein Meister in Belagerung, aber unfähig auf Überraschungen zu reagieren; ein anderer ist ein Meister in der Verfolgung, kann aber scheinbar nicht bis drei zählen; wieder andere Generäle sind Experten im Überfall, oder im Nachscub, in Indianerkämpfen usw.....
Man sieht also, daß es sehr wichtig ist dem richtigen Mann den richtigen Auftrag, oder Gebiet, zuzuteilen.
Mit der Zeit kristallieren sich dann die wichtigsten eigenen und gegnerischen Generäle heraus − oft sind es Haßlieben, da oft gutgemeinte Grundbefehle einfach durch einen General übersehen werden.....
Multiplayer ist ansich nur via PBEM, also Email möglich. Wenn man einen Gleichgesinnten findet, ergibt sich sicherlich ein sehr spannendes und langwieriges Spiel.
Alles in allem umfasst das Spiel 10 verschiedene Szenarien von einer Dauer von ein paar Monaten bis 9 Jahre. Gespielt wird in und um bis zu 700 Provinzen mit einer Vielzahl an verschiedenen Eigenschaften, wie Gelände, Klima und Bevölkerung. Man hat weit über 100 Truppenbefehlshaber zur Auswahl. Es gibt diverse verschiedene Trupeneinheiten ( über 90! ), wie Dragoner, Waldläufer, Marineinfantrie, Belagerungsartillerie, Linienschiffe, Fluß und See−Flottilien...
Truppen werden grundsächlich als Regiment betrachtet. Schiffe sind als Squadrons oder Flottilien präsentiert.
Man kann den Nachschub, den Trinkwassernachschub und die Nachschubsdepots befehligen.
Truppen reagieren − durch die monatliche ZUgfolge bedingt − sehr eigenständig...entweder gehen sie bei gegnerischen Städten in Belagerung über oder sie versuchen Sturmangriffe.
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