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Ageod’s American Civil War von SEP ACW
Reviewer : Stonewall Jackson
Link :Webseite zum Test








Mit AGEOD’s AMERICAN CIVIL WAR 1861−1865 THE BLUE AND THE GREY erscheint dieser Tage der Nachfolger von BIRTH OF AMERICA (BoA) am Markt. Die Entwickler von SEP ACW versprechen in deren Ankündigungen zum Spiel spannungsgeladene Stunden und anspruchsvolle Unterhaltung. Gamershall hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Versprechen auf den Grund zu gehen und begab sich in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, um auf den Spuren von Robert E. Lee und Ulysses S. Grant zu wandeln.














In den insgesamt angebotenen 11 Szenarien und 5 Kampagnen kann der Spieler entweder die Geschicke der Union, bzw. der Konföderation übernehmen und – je nach Zielvorgabe des Szenarios, oder der Kampagne – versuchen einen militärischen, bzw. einen politischen Sieg zu erringen.

Das Spiel deckt den gesamten Zeitraum des Amerikanischen Bürgerkrieges von 1861 bis 1865 ab und wartet mit einer grossen und liebevoll gezeichneten Karte, die in 1500 Regionen unterteilt ist und sich von der Ostküste bis nach Kansas erstreckt, auf. Zusätzlich finden sich kleinere Karten, die Nebenschauplätze des Krieges – zum Beispiel die Grenze zu Mexiko − zeigen.

Die einzelnen Züge dieses eigentlich rundenbasierenden Strategiespieles entsprechen der Dauer eines halben Monats – bzw. können je nach Szenarienvorgabe bis zu einem Monat repräsentieren. Zu Beginn eines Zuges werden Befehle an die einzelnen Einheiten und deren Befehlshaber verteilt. Je nach Distanz und Charaktereigenschaften des Befehlshabers wird die Order dann entsprechend der Vorgaben erfüllt, verzögert, oder gar nicht beachtet. Hier spielen vor allem die Attribute des ranghöchsten Offiziers einer Einheit eine Rolle.

Nicht nur Marschbefehle, sondern auch Verhaltenskodizes, die Order zum Ausheben neuer Truppen, zum Befestigen von Stellungen, Errichten von Forts und Nachschubslager, Belagerung von gegnerischen Städten, Blockaden, Angriffsbefehlen zur See und zu Land, das Plündern feindlicher Ortschaften, das Legen eines Hinterhalts und die Nutzung von Eisenbahnverbindungen können erteilt werden.

Hat man schlussendlich alle Befehle ausgegeben und seine Runde damit erledigt, so wird die Ausführung selbiger simultan abgehandelt. Zu Beginn der neuen Runde erhält man eine Übersicht zu den Ereignissen, die auf Grund der vergangenen Aktionen eingetreten sind. So kann man die Auswirkungen – freilich auch auf der Karte – bequem nachvollziehen und sich schon Gedanken über die weiteren Schritte machen.

Die Einheiten sind – je nach Seite – in Brigaden, Divisionen, Korps und Armeen gegliedert. Die verschiedenen Attribute der Offiziere in einer Truppenformation schlagen sich in Boni und Mali für den Kampf, bzw. Marschbewegungen, Nachschub, uvm. nieder. Es ist also elementar, die strategisch wichtigen Armeen mit den richtigen Befehlshabern auszustatten, um das volle Potential des Anführers zu nutzen. Manchmal gelingt es auch, sich sogar die schlechten Eigenschaften eines Charakters zu Nutze zu machen.

So besitzt zum Beispiel General Robert E. Lee folgende Attribute:

Fast−Move („Schneller Marschierer“) – Bewegungsbonus für seine Armee
Reckless („waghalsig“) – kann sich in den ersten beiden Stunden eines Kampfes nicht zurückziehen
Siege−Engineer („Belagerungs−Experte“) – Boni sowohl bei der Verteidigung einer Festung, als auch bei der Erstürmung einer solchen
Charismatic („Charismatischer Anführer“) – erhöht die Moral seiner Truppen, reduziert die Desertierrate innerhalb der Einheit und lässt eine schnellere Erholung von Erschöpfung (Fatigue) zu.

Als Gegenbeispiel kann General George B. McClellan herangezogen werden. Dessen Attribute sind unter anderem „übervorsichtig“ und „schlechtes Spionage−Netzwerk“. Letzteres wirkt sich freilich negativ auf die Feindaufklärung aus.

Zusätzlich wirkt sich auch der Rang des Befehlshabers auf die Einheiten innerhalb seines Truppenverbandes aus. Ein hochrangiger Offizier hat weniger Probleme im Umgang mit grossen Verbänden. Natürlich hat immer der höchstrangige Anführer das Oberkommando über die Einheit. Sollten sich zwei gleichrangige Offiziere in einem Einheitenpulk befinden, so entscheidet das höhere Dienstalter. Ein Wert, der durch gewonnene Schlachten verbessert werden kann. Und wie bei den einzelnen Einheiten generieren auch Charaktere Erfahrung durch Kämpfe. Ein Umstand, der sich auf alle anderen Attributswerte – Strategie, Offensive, Defensive – auswirkt. Insgesamt trifft man in AGEOD’s AMERICAN CIVIL WAR auf über 300 historische Anführer und mehr als 50 verschiedene Attribute.

Auch Einheiten selbst besitzen unterschiedliche Fähigkeiten. Neben Initiative, Nahkampf− und Fernkampfwert, Aufklärung und Sicht, Disziplin, Erfahrung, Erschöpfung, uvm. beeinflussen zusätzlich unterschiedlichste Faktoren, wie Wetter und Terrain den Ausgang einer Schlacht. Insgesamt gibt es mehr als 250 unterschiedliche Einheitentypen, wie Milizen, reguläre Truppen, Kavallerie, Infanterie, Flottenverbände, Artillerie, Partisanen, Aufklärungsballons, Pioniere, Züge, Marineinfanterie, Gebirgsjäger, Agenten, Ranger, und und und ... Als nettes Detail am Rande ist zu erwähnen, daß selbst Ursprung des Einheit eine kleinere Rolle spielt. Eine Milizeinheit aus Virginia zum Beispiel erhält im Kampf auf dem Heimatboden einen Moralbonus.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung der Bevölkerung. Loyale Bevölkerung wird nicht nur mehr Nachschub generieren und neue Rekruten zur Verfügung stellen, sondern gibt auch zuverlässige Informationen über Feindbewegungen im eigene Land, oder wird aus eigener Initiative Guerilla−Truppen aufstellen.

Nebstbei können im Verlauf des Krieges sowohl strategische, als auch technische Forschungserfolge erzielt werden.

Im Optionsmenü kann man unter anderem typische Einstellungen wie Fog−of−War, die KI−Aggressivität, oder den Schwierigkeitsgrad einstellen. Das 66−seitige Manual kann auf der offiziellen Seite im Internet als .pdf−File heruntergeladen werden und gibt einen guten Überblick der Möglichkeiten dieses Spiels. Unumgänglich sollte jedoch die Auseinandersetzung mit dem Tutorial sein, welches die Grundlagen des Spiels praktisch in kleine, übersichtliche Szenarien verpackt.

Und freilich bietet AGEOD’s AMERICAN CIVIL WAR die Alternative, sich mit einem Freund über PbEM zu messen.
Fazit:
Im Vergleich zu BIRTH OF AMERICA hat man ordentlich an der KI gearbeitet und wirklich ein forderndes Strategiespiel entwickelt. Die Steuerung ist durch Drag−and−Drop denkbar einfach und die Möglichkeiten übersichtlich, ohne jedoch zu wenig Spielraum zu geben. Für mich macht diese Kombination ein gutes Spiel aus, das in seiner Einfachheit durchaus eine attraktive Komplexität bietet.

Grafik und Sound sind liebevoll gestaltet und bieten die nötige Atmosphäre. Abrundung findet das gesamte Spiel durch historische Ereignisse, die in Form von Zeitungsmeldungen ebenfalls zum Spielvergnügen beitragen.

Es fällt ein wenig schwer, die richtige Zielgruppe für dieses Spiel zu definieren. Auf der einen Seite ist die Bedienung – wie bereits erwähnt − sehr einfach und schnell erlernt, auf der anderen Seite ist AGEOD’s AMERICAN CIVIL WAR eine wirklich komplexes CoSim, die es schafft, den Spieler stunden−, tage− und nächtelang an den PC zu fesseln und einen extrem hohen Suchtfaktor besitzt.

Freunde des Genres werden freilicht ihre wahre Freude haben, sind doch gute Bürgerkriegs−Strategiespiele leider Mangelware. Im Gegensatz zu John Tilles Campaign−Serie begeben sich die Entwickler von SEP ACW auf ein vollkommen anderes Terrain.

Die momentan einzige Möglichkeit an das Spiel zu gelangen ist durch simplen Download um 39,99 € (Stand: 12. Mai 2007). Alles weitere – wie Manual, Screenshots, Wallpapers, Beschreibungen der Befehlshaber, usw. − erhält man ebenfalls zur „freien Entnahme“ über die angegebene Internetseite.

Als Fan des Genres und seit ewigen Zeiten infizierter Strategiespielefreund kann ich nur eine subjektive Meinung abgeben: Bei mir hat AGEOD’s AMERICAN CIVIL WAR voll ins Schwarze getroffen.
Minimum:
Win 2000/XP
DirectX 9.0c
Pentium III 1200 MHz, 1024 MB RAM
800 MB of free hard disk space available
64MB graphic card

Empfohlen:
Win 2000/XP
DirectX 9.0c
Pentium IV 1800 MHz, 1024 MB RAM
1 GB of free hard disk space available
128MB graphic card







Link USK













































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