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Zuerst einmal ein kleiner historischer Rückblick für all jene, die sich mit dem Amerikanischen Bürgerkrieg nicht auseinander gesetzt haben:
Der Sezessionskrieg war der verlustreichste Krieg, der je auf dem Boden der USA ausgefochten wurde, und forderte mehr US−amerikanische Todesopfer als jeder andere Krieg, an dem das Land im Laufe seiner Geschichte beteiligt war. Der Bürgerkrieg ist noch heute im kollektiven Gedächtnis der US−Amerikaner präsent, besonders in den Südstaaten, auf deren Gebiet die Kämpfe fast ausschließlich ausgetragen wurden.
Zu Beginn des Krieges waren sich beide Seiten nicht darüber im Klaren, wie lange der Krieg dauern und mit welchen Mitteln und Strategien er geführt werden sollte. Erst nach der ersten, für den Süden siegreichen Schlacht bei Manassas begann der Norden ernsthaft mit der Aufstellung und Ausrüstung einer schlagkräftigen Armee. Den Führern im Norden war klar geworden, dass der Krieg nicht schnell beendet sein würde.
Der Süden bemühte sich nach der Schlacht, die Grenzstaaten Kentucky und Missouri politisch und militärisch in sein Staatsgebiet zu integrieren. Diese Bemühungen mussten Ende 1862 ergebnislos eingestellt werden.
Im Osten versuchte die Union zunächst, mit dem Halbinsel−Feldzug Richmond, Virginia einzunehmen, die Hauptstadt der Konföderierten. Sie scheiterte jedoch an General Robert E. Lee, der, seinen Erfolg aus der Sieben−Tage−Schlacht ausnutzend, bei Manassas einen Sieg erfocht und mit seiner Nord−Virginia−Armee nach Maryland eindrang. Diese erste Invasion des Nordens endete mit der Schlacht am Antietam. Nach dem Sieg am Antietam verkündete Lincoln die Emanzipationserklärung, die alle Sklaven in den rebellierenden Staaten ab dem 1. Januar 1863 für frei erklärte. Damit gewann der Krieg der Nordstaaten eine moralische Rechtfertigung, die es Großbritannien und Frankreich, die mit dem Süden sympathisierten, unmöglich machte, zu dessen Gunsten zu intervenieren. Vorrangiges Kriegsziel Lincolns blieb jedoch weiterhin die Wiederherstellung der Union.
Die Nordstaaten besetzten 1863 die Hälfte Tennessees, eroberten den Verkehrsknotenpunkt Vicksburg, Mississippi. Damit war die Konföderation geteilt, da die Union nun den gesamten Lauf des Mississippi kontrollierte. Im Osten gelangen General Lee im Frühjahr einige spektakuläre Erfolge. Um die Union zu zwingen, Belagerungstruppen von Vicksburg abzuziehen, ein militärisches Patt herzustellen und dem Norden einen Verhandlungsfrieden abzuringen, nutze er seine Siege für eine Invasion Marylands und Pennsylvanias. Dieser zweite Invasionsversuch auf Nordstaatengebiet scheiterte in der Schlacht von Gettysburg. Die Niederlagen der Konföderierten bei Vicksburg und Gettysburg im Juli 1863 gelten als Wendepunkte des Krieges. Am Jahresende verlief die Frontlinie im Osten am Flüsschen Rappahannock in Virginia, im Westen war Tennessee geteilt und der Mississippi fest in der Hand der Nordstaaten. Die Eroberung des Mississippitales hatte bereits 1862 mit der Einnahme von New Orleans, Louisiana und Fort Donelson, Tennessee begonnen. Die Blockade der Häfen des Südens durch die Nordstaatenflotte zeigte erste Auswirkungen auf die Industrie und die Versorgung.
Präsident Lincoln ernannte 1864 General Ulysses S. Grant, den Sieger von Vicksburg, zum Oberbefehlshaber der US−Streitkräfte. Grant ging auf beiden Kriegsschauplätzen gleichzeitig in die Offensive. Der von ihm selbst geleitete Feldzug im Osten endete mit großen Verlusten und ohne eindeutiges Ergebnis im Stellungskrieg vor Petersburg, Virginia. Der von General William T. Sherman befehligte Atlanta−Feldzug im Westen führte schließlich zu dem für die Wiederwahl Lincolns dringend benötigten Sieg, der Eroberung Atlantas. Sein anschließender Marsch zum Meer, quer durch Georgia und in die Carolinas, spaltete die Konföderation erneut und bedrohte Virginia mit der Hauptstadt Richmond nun auch von Süden.
Die Konföderierten unternahmen 1865 noch einmal verzweifelte Anstrengungen, die völlige Niederlage abzuwenden, aber die wirtschaftlichen Ressourcen zur Versorgung der Armee und der Bevölkerung waren erschöpft – nicht zuletzt aufgrund der Kriegsführung General Shermans, der als Apologet des Totalen Krieges gilt. Die wichtigste Armee der Südstaaten, die Nord−Virginia−Armee unter General Lee, legte am 9. April bei Appomattox Court House die Waffen nieder. Die übrigen Armeen des Südens folgten bis zum Sommer.
Nach der Beendigung des Krieges folgte der Wiederaufbau und die Wiedereingliederung der Südstaaten in die Union, die „Reconstruction“, die 1877 endete. Mit dem 13. Verfassungszusatz, der am 18. Dezember 1865 in Kraft trat, wurde ferner die Sklaverei auf dem gesamten Bundesgebiet endgültig abgeschafft. Langfristig hatte der Bürgerkrieg zur Folge, dass die Nordstaaten nun auch kulturell die Führungsrolle innerhalb der Union übernahmen. Die USA wandelten sich verstärkt zu einem zentral geführten, industriell geprägten Bundesstaat und legten die Grundlagen für den Wirtschaftsaufschwung des Gilded Age und ihre Weltmachtstellung im 20. Jahrhundert.
Nun zurück zum Spiel.
War between the States hat den Look eines Tabletop Spieles, man kann aber von der Miniaturansicht der Truppen auf die taktischen NATO Zeichen umschalten − zum Glück für mich, mir sagen diese Zeichen viel schneller was, als irgendwelche Tabletopfiguren.
Für den Spielstart gibt es mehrere Lern− und Übungsszenarien, damit man sich mit den wichtigsten Sachen des Spieles vertraut machen kann. Trotzdem ist ein genaueres Studium des Handbuches im PDF−Format zu empfehlen, es gibt unzählige wichtige Kleinigkeiten, die man nicht ausser Acht lassen sollte.
Das Spiel umfasst wirklich viele nette Punkte, die man am ersten Blick nicht so sehr wahrnimmt:
− Bedeutung von Generälen mit den unterschiedlichen Bedeutungen von Tactical Commander", "Army Commander" und "Theatre Commander"; sowie der Beförderung dieser Generäle. Die wichtigsten Unions Generäle kommen nämlich als Brigadegeneral ins Spiel und müssen erst auf Ihre zukünftigen Rollen aufgebaut werden − Grant, Reynolds, Pope und Granger starten als Ein−Stern−General.
Die Südstaaten sind am Beginn mit viel besseren Generälen versorgt, deshalb müssen die Unionstruppen viel vorsichtiger vorgehen.
Ein guter General an der Spitze der Truppen at in diesem Spiel viel für sich. Am Anfang sollte der Unions−Spieler sich nicht auf General Lee werfen, sondern lieber aus gut befestigten Stellungen diesen zermürben. Falls man doch angreift sollte man zumindest doppelt soviele Truppen zur Verfügung haben wie General Lee.
Generäle können in Schlachten verletzt oder getötet werden und ansonsten scheinen etliche auch gerne zu erkranken.
− Armeeorganisation
nur mit einer ausgewogenen Armee kann man den Gegner auf lange Sicht aus einem oder mehreren Staaten werfen. Die verschiedenen Truppenteile haben verschiedene Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Mit der Kavallerie kann man Aufklärung betreiben und Überfälle aufs gegnerische Gebiet wagen. Diese Überfälle dienen dazu dem Gegner den Nachschub zu erschweren.
Eine andere Wichtige Waffe ist die schwere Artillerie, die bei Bedarf auch gegnerische Schiffe unter Feuer nimmt.
− Krieg auf den Flüssen
Flüsse sind neben der Eisenbahn die wichtigste Nachschub und Transport Route. Der Besitz der Flüsse kann es dem Gegner erschweren oder gar unmöglich machen diese zu benützen oder zu überqueren.
Die Kanonenbootflottilien helfen bei der Befriedung von Gebieten und ermöglichen den Transport von Nachschub durch feindlich besetztes Gebiet.
− Blockadebrecher und Seeblockade
Die Union wird versuchen den Anacondaplan umzusetzen, die Rebellen haben dagegen nur recht wenig an Seestreitkräften dagegen zusetzen und müssen sich über Blockadebrecher versorgen. Auch die Bedeutung von Hafenstädten und den kleinen vorgelagerten Inseln ist nicht zu unterschätzen.
− Befestigungen
das Ausbauen von Befestigungsanlagen ist für beide Seiten sehr wichtig, auch wenn es den Anschein hat, daß damit etwas übertrieben wird. Es kommt oftmals zu einem Stellungskrieg.
− Produktion
sicherlich ist es am einfachsten dem Computer diesen Part zu überlassen. Nur leider scheint die Produktions AI immer eine andere Strategie zu verfolgen als ich. Deshalb kann ich nur sagen, daß die volle Kontrolle über die Produktion immens wichtig ist!
Schlachten und Scharmützel laufen laufen automatisiert ab, und man hat keine Eingriffsmöglichkeiten. Für die Union bedeutet, daß fürs erste Masse statt Klasse und für die Konförderierten, tja, die müssen damit leben was sie haben, oder was sie auf die schnelle zusammenkratzen können. Die richtige Auswahl an Generälen kann Schlacht entscheidend sein. Auch auf ausreichend Nachschub ist zu achten.
Deshalb sind Parallel−Operationen meist erfolgreicher als ein massiver Einzelstoß. Die Haupttruppe bewegt sich langsam aufs Ziel vor und unterdessen klären die Kavallerietruppen möglichst weiträumig auf und versuchen möglichst den gegnerischen Nachschub zu stören.
Grafik und Sound sind recht nett gestaltet.
Die Grafik ist sehr übersichtlich, und sobald man sich mit den 20 oder so Menüs auskennt, funktioniert die Planung des nächsen Zuges recht schnell.
Die Stärke der AI lässt sich auf 5 Stufen festlegen. Bei höheren Stufen bekommt die AI massive Vorteile in der Produktion, und es wird nahezu unmöglich sie zu besiegen.
Ansonsten ist die AI sehr ansprechend und heimtückisch. Es kann leicht vorkommen, daß man eine böse Überraschung erlebt − aber das gehört zum Lerneffekt dazu.
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Fazit:
Ein strategisches Meisterstück hinter einer flockig−leichten Tabletop Fassade.
Gary Grigsby mit seinem Team hat es wieder einmal geschaft, mich mit einem ihrer Spiele vollauf zu begeistern! Sicherlich, es gibt noch ein paar kleinere Bugs und Unebenheiten, diese sind zum Glück keine Gamestopper und zumeist, falls man die Seite wechselt, ist man an etlichen beziehungsweise den meisten Debakeln selber schuld.
Das Spiel hält sich, wenn es von der AI gespielt wird stark an die Geschichte, so kann man sich darauf verlassen, wo die Könförderierten sich am Anfang massiv ins Geschehen stürzen, und von der Union Seite kann man sich erwarten, daß diese den Anaconda−Plan der Abschnürrung von der Seeseite und des Nachschubs sehr schnell in Realität umsetzt.
Dieses Spiel gehört im heurigen Jahr sicherlich zu den Highlights der Strategieszene und ist nicht nur Fans des Sezessionskrieges, sondern allen Strategiespielern und auch Tabletopspielern wärmstens zu empfehlen!!
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