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Kharkov: Disaster on the Donets von Matrixgames
Reviewer : W. Pruckner
Link :Webseite zum Test








Mit Kharkov: Disaster on the Donets von der australischen Strategiespieleschmiede SSG (Strategic Studies Group) hat diese nun den Nachfolger der recht erfolgreichen Strategiespielereihen Decisive Battles und Battlefront herausgebracht.
Die Strategic Studies Group hat uns in den letzten Jahren eine Reihe von guten bis großartigen Strategiespielen beschert: Korsun Pocket, Across The Dnepr, Battles In Normandy, Battles In Italy, Battlefront und das Remake des Klassikers Carriers At War.
Kharkov: Disaster on the Donets bringt uns an die Ostfront im Frühjahr 1942. Das sowjetische Oberkommando will mit einer Offensive den deutschen Plänen zur Sommeroffensive zuvor kommen und daraus entwickelt sich dann die Zweite Schlacht bei Kharkov.

Die sowjetische Offensive mit rund 640.000 Soldaten und 1.200 Panzern begann am 12. Mai 1942. Timoschenkos Truppen griffen aus dem Isjumer Frontbogen sowie Woltschansk an. Die deutschen Verteidigungsstellungen fielen rasch und die Rote Armee gewann schnell an Raum, doch ließ ebenso rasch die sowjetische Stoßkraft nach. Dies nutzte von Kleist mit seinen Panzerverbänden zu einer Gegenoffensive. Am 17. Mai trafen sie mit verbündeten rumänischen Truppen zusammen. Sie stießen von Slawjansk, Barwenkowo und Losowaja gemeinsam nach Norden vor. Die 6. Armee griff aus Charkow an. Die vier südlich der Stadt postierten sowjetischen Armeen wurden von dieser Einkesselung völlig überrascht. Sie versuchten nach Südosten zu fliehen, doch schon am 23. Mai war die Einschließung vollendet. Rund 240.000 sowjetische Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Der Sieg bei Charkow bedeutete gleichzeitig die letzte siegreiche Kesselschlacht der Wehrmacht. Durch diesen Sieg erkämpften sich die Deutschen die strategischen Voraussetzungen für die Operation Blau − die Sommeroffensive in Richtung Kaukasus und Stalingrad.

Nun zum Spiel:
Kharkov: Disaster on the Donets ist ein klassische Hexfeld Strategiespiel. Die Spielebene der Einheiten ist das Regiment und das Batallion. Wobei aber der Zusammenhalt und das Zusammenspiel innerhalb der Division recht wichtig ist.

Beim ersten Blick und etwas Herumgeklickere am Bildschirm, bekommt man zwar langsam einigen Durchblick, nur leider geht es schwer ohne Handbuch.
Das als PDF beigefügte Handbuch ist zwar sehr ausführlich was die Millionen Regeln, Formeln, Modifikatoren und auch über vieles anderes.....für jemanden, der aber wie ich gleich ins Spielegeschehen eingreifen will ist das ganze aber doch zu mathematisch und deshalb wäre hierfür eine Referenzkarte mit den wichtigsten Daten notwendig − zum Glück hat Matrix recht schnell etwas in die Richtung getan:
http://www.matrixgames.com/forums/tm.asp?m=1792786 − dies hat sehr viel Licht in die Sache gebracht.

Um über die Möglichkeiten und Grundsätze des Spieles etwas zu lernen, gibt es ein Tutorial mit 8 Szenarien, die einen Teil der Schlacht darstellen. Für die meisten Spieler ist es zu empfehlen dieses auch durchzuspelen bevor man sich in die Schlacht begibt.

Die OB/OAs ( Truppenaufstellung und Zusammensetzung) sind historisch korrekt. Das Spiel schaut zwar recht klein aus, es tummeln sich aber sehr viele Einheiten darin. Die Sowjets hatten 4 Angriffs− Armeen und 2 schwächere Armeen für die Sicherung der Flanken ( eine sowjetische Armee entspricht in etwa einem deutschen Armeekorps) für diese Operation bereitgestellt.
Ihnen gegenüber stehen die deutsche 6.Armee mit den XIV. Panzerkorps, XVII. Armeekorps, LI. Armeekorps, VIII. Armeekorps, die deutsche 17.Armee und die 1. Panzerarmee mit folgenden Korps:
XI. Armeekorps, III. mot. Korps,XXXXIV. Armeekorps und die Rumänische 6. Armee.

Der Umfang der zur Verfügung stehenden Truppen und das recht übersichtliche zur Verfügung stehende Gefechtsfeld bewirken ein für beide Seiten sehr blutiges Spielereignis, und man befürchtet zu Beginn, daß sich das Spielergebnis immer wieder wiederholt.
Zum Glück hat sich die SSG da was einfallen lassen − das Area of Operation System, meist AO genannt. Im Zusammenspiel mit den Mystery Variants ( lässt sich im Startmenue einstellen) ist das Spiel immer wieder sehr unterschiedlich.
Die AO Regel bewirkt, daß sich Einheiten nicht außerhalb ihres durch die STAVKA zugewiesenen Raum bewegen können. Dadurch soll verhindert werden, das der Spieler Truppen unhistorisch und unrealistisch an einem Hex konzentriert. Auch werden strategische Bewegungen über die Hälfte der Karte damit verhindert. Diese Bewegungseinschränkung ist nicht für alle Einheiten gleich, und ändert sich im Spiel. Mit AO soll das Zusammenspiel und das Zusammenbleiben von Divisionen und Armeen simuliert werden.
Dies ist einmal etwas anderes als die üblichen HQs, Nachschub und Angriffsregeln.
Die Mystery Variants − 10 Stück an der Zahl − bewirken verschiedene AOs zu Spielbeginn und verhindern das sich das Spielgeschehen immer wieder gleich abläuft.

Im Vergleich zu den Decisive Battles und Battlefront wurde das Kampfgeschehen, das Nachschubwesen sowie die Bewegung der Truppen komplett überarbeitet und funktioniert nun etwas einfacher.
Es wurden etliche Regeln überarbeitet und etliche Spezialregeln eingeführt − zum Beispiel für Befestigungen ( Strongpoints) und Panzersperren (Hedgehogs), aber auch für Artillerie, für die diversen Boni die ein HQ weitergeben kann und vieles andere.

Grafik und Sound:
das Spiel sieht sehr gut und übersichtlich aus. Der Informationsgehalt von diversen Icons ist enorm, aber doch − sobald man weis was was ist − aufschlussreich.
der Sound, vor allem die Musik ist gut zusammengestellt und hat mich positiv überrascht.

AI:
von total doof bis hammerhart − es kommt auf die Spieleinstellung an. Im Großen und Ganzen eine sehr gute AI.

Multiplayer:
klassisches PBEM

Steuerung:
eines der wenigen Dinge mit denen ich bei etlichen SSG Spielen unzufrieden bin, andere Spiele funktionieren bei der Handhabung einfacher.

Atmosphäre, Langzeitmotivation, Spielspaß:
ich werde dieses Spiel sicherlich längere Zeit auf dem Computer behalten, und falls es meine Zeit erlaubt auch das eine oder andere PBEM spielen.
Das einzige was die Langzeitmotivation trübt − der Mangel an anderen Szenarien!
Fazit:
Ein richtiges Strategiespiele Schwergewicht, wenn auch leider derzeit nur auf ein Scenario beschränkt.
Durch das Area of Operation System wird hier ein neuer Aspekt in die Strategiespielewelt eingebracht. Ich bin auf weitere Szenarien gespannt.

Einer der Schwachpunkte war sicherlich, das Handbuch und die fehlenden Referenzkarten, dies wurde aber durch zwei Artikel im Matrixforum behoben, in welchen durch Erik Rutins Licht ins Dunkel gebracht wurde.
Hier die Artikel:
http://www.matrixgames.com/forums/tm.asp?m=1792278
http://www.matrixgames.com/forums/tm.asp?m=1792786
Systemanforderung :
* Windows 98/ME/2000/XP/Vista
* 800 MHz CPU
* 256 MB RAM
* GeForce2 or equivalent Graphics Card
* Windows Compatible Sound Card
* 200 MB free, uncompressed Hard Drive space
* Windows compatible Mouse
* DirectX 9.0c+
Link USK




































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