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Operation Barbarossa - The Struggle for Russia von Matrix Games
Reviewer : W.Pruckner
Link :Webseite zum Test








Nahezu jeder Strategiespieler hat irgendwann einmal ein Spiel der Panzer General Reihe gespielt − nun gibt es wieder einmal ein Spiel, daß sich stark an PG anlehnt. Kommt es an Panzer General heran − ist es nur ein Klon, oder bietet das Spiel was Neues?

Operation Barbarossa − The Struggle for Russia kommt an sein Vorbild gut heran und bietet tatsächlich ein paar nette Neuerungen. Das Spiel wurde vom deutschen Binary Evolution Studios entwickelt und wird von Matrix Games auf Englisch vertrieben.
Zuerst mal ein historischer Ausflug:
Der Deutsch−Sowjetische Krieg wurde vom Großdeutschen Reich am 22. Juni 1941 unter dem Vorwand eines Präventivschlages gegen die bisher mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündete Sowjetunion begonnen. Gemäß dem deutschen Aufmarschplan „Unternehmen Barbarossa“ überschritten drei Millionen deutsche Soldaten und 600.000 Soldaten aus Italien, Ungarn, Finnland, Rumänien und der Slowakei auf einer über 1500 km breiten Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer die Demarkationslinie zur UdSSR. Dabei wurden sie von 1,3 Millionen Soldaten der Luftwaffe unterstützt. Als Hauptmotivation Adolf Hitlers gilt die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ durch Ausrottung und Vertreibung der ansässigen „nichtarischen“ Bevölkerung in einem Eroberungs− und Vernichtungskrieg sowie die Vernichtung des bolschewistischen politischen Systems. Der Anteil strategischer Erwägungen (Präventivkriegsthese) ist umstritten.

Im deutschsprachigen Raum ist dieser mit Abstand größte Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges auch unter der Bezeichnung Russlandfeldzug oder schlicht als Ostfront bekannt. In der Sowjetunion ging er als Großer Vaterländischer Krieg (russ. Великая Отечественная война) in die Geschichte ein, in Anlehnung an den Vaterländischen Krieg von 1812, in dem Napoléon nach der Einnahme von Moskau durch russische Truppen besiegt wurde.

Trotz sechswöchiger Verzögerung durch den Balkanfeldzug war fest eingeplant, in den noch von 1918 bekannten Gebieten durch Blitzkriegtaktik unter Einsatz von Panzerverbänden mit Luftunterstützung entscheidende Siege zu erzielen und vor Einbruch der Schlammzeit bzw. des Winters die operative Linie Astrachan–Archangelsk zu erreichen. Tatsächlich hatte die Rote Armee in Grenznähe große Mengen an Soldaten und Material versammelt und die Wehrmacht und ihre Verbündeten machten nach großen Kesselschlachten Millionen Kriegsgefangene, erbeuteten und zerstörten unzähliges Kriegsgerät. Die Leistungs− und Leidensfähigkeit der Sowjetunion und ihres Volkes, die Weite des russischen Raumes und die besonderen klimatischen Bedingungen wurden aber unterschätzt. Die Wehrmacht wurde noch im Dezember 1941 vor Moskau zurückgeschlagen. Es folgten jahrelange verlustreiche Kämpfe.

Bereits in den ersten Kriegstagen wurden von der Wehrmacht hinter der rasch vorrückenden Front kriegsgefangene Politkommissare der Roten Armee ausgesondert und erschossen. Hinter der Front begannen Einsatzgruppen der SS mit dem systematisch durchgeführten Völkermord an der jüdischen Bevölkerung. Der Tod von Millionen gefangener Rotarmisten wurde durch lange Märsche und unzureichende Verpflegung billigend in Kauf genommen oder bewusst herbeigeführt. Die Einsätze gegen sowjetische Partisanen eskalierten im Laufe der Kämpfe. Auch das Verhungern der Zivilbevölkerung, zugunsten der Versorgung der Truppe wurde in Kauf genommen. Vier Sommer und drei Winter lang hielten deutsche Truppen auch große Teile der Sowjetunion besetzt. Teilweise wurde versucht, die dortigen Völker für einen Befreiungskampf gegen die Sowjetherrschaft zu mobilisieren, wozu sogenannte Osttruppen aufgestellt wurden.

Der Krieg, der ab Herbst 1944 auf deutschem Gebiet erbittert weitergeführt wurde, endete formell am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Teilstreitkräfte durch das Oberkommando der Wehrmacht. Die Gesamtzahl der Todesopfer beträgt um die 37 Millionen Menschen. Die Folgen sind auch sechs Jahrzehnte später noch nicht aufgearbeitet.
(Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_gegen_die_Sowjetunion_1941-1945)
Nun zum Spiel:
Operation Barbarossa − The Struggle for Russia ist ein klassisches rundenbasiertes Hex Spiel mit einer 3D Umgebung (die hauptsächlich für den Hardware Hunger des Spieles zuständig ist).
Im Grund genommen genau wie bei Panzer General:
Man muss durch einen möglichst optimalen Einsatz der eigenen Armee und den vorhandenen Ressourcen dafür sorgen, daß man die eigene Armee weiter ausbauen kann um bei der nächsten Schlacht dem Feind entgegenstehen zu können.
Es gibt Missionziele und andere operative Ziele (um mehr Punkte zu bekommen) die es gilt innerhalb eines bestimmten Zugvolumens zu erobern. Dabei stehen einem nicht nur der Feind sondern auch widriges Wetter und das Gelände entgegen − daher ist eine gute Plazierung der eigenen Truppen zu Beginn des Szenarios wichtig − Panzer im offenen Gelände und nicht ins Waldgebiet, oder ins Gebirge oder mitten in einen Sumpf.
Mit den dazugewonnenen Ressourcenpunkten (Prestige wäre zwar abgekupfert...ist aber kürzer) kann man seine Truppen während des Spieles ausbauen (vergrößern) oder neue Eigenschaften geben.
Man muss mit den Ressourcen vorsichtig umgehen, da man ja auch manchmal neue und bessere Truppen dazukaufen oder die eigenen Truppen upgraden kann. Die Zusammensetzung der Truppen ist − wie bei Panzer General − eine eigene Wissenschaft. Es gibt keine wirkliche optimale Zusammensetzung, es kommt immer auf die eigene Spielweiseund die des Gegners an.

Im Spiel stehen über 150 historische Luft− und Bodeneinheiten wie z.B. Tiger, T−34, Junkers Ju 87, Sturmowik(Il−2),Messerschmitt Bf 109 und Katjuschas aber auch Spezialeinheiten wie Pioniere oder Fallschirmjäger zur Verfügung um für die jeweilige strategische und taktische Lage gerüstet zu sein.
Zusätzlich kann der Spieler seine Einheiten durch 47 verschiedene Spezialfähigkeiten verstärken, die man beim Erreichen von neuen Erfahrungsstufen vergeben kann. Damit hat der Spieler die Möglichkeit z.B. eine Einheit für Stadtangriffe und eine andere für den Kampf gegen Panzer auszubilden.

Um einem Neuling den Einstieg zu erleichtern gibt es eine sogenannte Tutorial Kampagne in der alle Features erklärt und trainiert werden − diese Kampagne umfasst Schlachten vor dem Russlandfeldzug.

Und damit auch Tüftler was davon haben − und ich hoffe es finden sich viele − gibt es auch noch einen umfangreichen Editor. Mit dem kann man allerhand anstellen, nur leider keine neuen Kampagnen kreieren...ich hoffe da aber noch auf einen Patch mit dem dementsprechenden Update!

Nun zum Umfang des Spieles:
− über 140 verschiedene Einheiten mit 23 verschiedenen Werten
− Aufstieg auf höhere Level durch 47 verschiedene Upgrades um individuelle Einheiten zu kreieren.
− interaktive und animierte 3D Umgebung sowie detaillierte 3D Einheiten
− sichtbares Wettersystem mit 5 verschiedenen Arten von Wetter. Wetter beeinflusst Gelände und Einheiten!
− Möglichkeit von strategischen Optionen, wie das Zerstören und Reparieren von Infrastruktur und Befestigungen
− etliche spezielle Fähigkeiten für Einheiten wie Pioniere und Fallschirmjäger
− Drei Kampagnen vom Start des Russlandfeldzuges bis zum Fall von Berlin (2x Deutsch und einmal von der sovietischen Seite) und eine Einstiegskampagne
* Operation Barbarossa von 22 Juni 41 bis 9. Dezember 41
* Der große vaterländische Krieg von November 41 bis Kriegsende
* Der Fall Blau vom 28 Juni bis 27. August 42
sowie etliche Szenarien.
Fazit:
Da kommt wieder das gute alte Panzer General Feeling auf. Operation schaut zwar etwas anders aus und spielt sich auch etwas anders, kann aber sein großes Vorbild nicht verleugnen.
Obwohl es einige kleiner Probleme gibt, lässt sich das Spiel wunderbar flüssig spielen und hat einen richtigen Suchtfaktor, obwohl man es auch als ein leicht verständliches Strategiespiel für zwischendurch ansehen kann − man kann ja nicht immer so ein Monster wie WitP−AE spielen.
Ich wünsche mir aber neue frische Kampagnen und Szenarios!

Ich kann dieses Spiel allen Liebhabern von Panzer General ans Herz legen − ihr werdet nicht enttäuscht werden!
Systemanforderung :
* Windows XP/Vista
* 1,6 GHz CPU
* 512 MB RAM
* 64 MB Video Card (DirectX 9.0c compatible)
* 16 bit Sound Card (DirectX 8+ Compatible)
* 400 MB free, uncompressed Hard Drive space
* Windows compatible Mouse
* DirectX 9.0c +
Link USK




































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