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Piercing Fortress Europa

Es geschieht nicht gerade oft, dass Game-Designer Frank Hunter mit einem Spiel an die Öffentlichkeit tritt. Nach langer Entwicklungszeit liegt nun sein jüngstes Werk vor. Es heißt „Piercing Fortress Europa“ und stellt den nunmehr dritten Titel dar, der innerhalb der vergangenen zehn Jahre von Hunters Ein-Mann-Softwareschmiede „Adanac Command Studies“ für Publisher Matrix Games entwickelt wurde.

 

Frank Hunter-Produkte sind eigentümlich, ja in gewisser Weise einzigartig. Sie sind zudem durchaus beachtenswert. So ist „Campaigns on the Danube“ aus dem Jahr 2004 meiner Meinung nach eine hervorragende operative Studie über die Napoleonischen Kriege. Und das 2007 erschienene „Guns of August“ gehört zu den wenigen PC-Strategiespielen, die sich auf überzeugende Weise mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen. Hunters neueste Kreation steht ganz in dieser Traditionslinie. Denn auch „Piercing Fortress Europa“ (PFE) gelingt es, sich aufgrund eines individuellen Stils und einer interessanten Gesamtkonzeption von der Masse ähnlich gelagerter Konkurrenztitel abzuheben.

Bild 1


Unser Vormarsch auf Sizilien

Bevor wir uns den Einzelheiten zuwenden, einige einleitende Worte zu Thematik und Umfang des Spiels. Beginnen wir dabei am besten mit der ungewöhnlich anmutenden Namensgebung: Mit dem Begriff „Piercing“ ist hier keineswegs Mode- oder Körperschmuck gemeint. Maßgeblich ist in diesem Falle vielmehr die Grundbedeutung des Verbs „to pierce“ im Sinne von „eindringen“, „durchdringen“, „durchstoßen“. Eingedrungen werden soll hierbei in die „Festung Europa“. Das zitiert eine berühmte deutsche Propagandaformel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und bezieht sich konkret auf die damals von der Wehrmacht besetzten Gebiete, die es gegen eine mögliche Invasion der Alliierten zu verteidigen galt.

Wie alle historisch bewanderten PC-Strategen wissen, fand die erste Landung der westlichen Alliierten - also der erste Einbruch in die Festung Europa - 1943 in Italien statt. Damit sind wir nun beim eigentlichen Thema: PFE ermöglicht es dem Spieler, entweder auf Seiten der Achse oder in der Rolle der westlichen Alliierten den Italienfeldzug von 1943-45 am Computer auszufechten. Zu diesem Zwecke stehen insgesamt sechs Szenarien zur Verfügung. Das kleinste Szenario beschäftigt sich mit der Landung britischer und amerikanischer Truppen auf Sizilien im Sommer 1943. Es ist angesichts des geringen Umfangs besonders dazu geeignet, sich einführend mit der Spielmechanik vertraut zu machen.

Drei weitere Szenarien behandeln jeweils einen chronologischen Abschnitt des Geschehens, nämlich die alliierte Landung bei Salerno, welche die Einnahme Neapels zum Ziel hatte, das zähe Ringen um die berüchtigte deutsche „Gustav-Linie“ sowie schließlich das Vordringen der Briten und Amerikaner nach Norditalien, das am Ende zur Kapitulation der deutschen Truppen auf diesem Schauplatz führte. Von besonderem Interesse ist natürlich der Gesamtfeldzug. Dieser umfasst rund 130 Spielzüge und wird gleich in zwei Varianten geliefert. Hier haben wir die Wahl zwischen einer historisch getreuen Abbildung der Kräfteverhältnisse einerseits und einer alternativen Fassung andererseits. Letztere geht von der Situation aus, dass die Alliierten sich ab 1944 weiterhin auf Italien konzentrieren, anstatt - wie tatsächlich geschehen - etliche Verbände für den Einsatz in Frankreich oder anderswo abzuziehen. Alle genannten Szenarien lassen sich nicht nur gegen die KI bestreiten, sondern ebenso im Mehrspielermodus via Hot Seat oder PBEM.

 

Geschrieben von: Mortimer am 06.04.2014
Wertung: 





  

Positiv

  • fesselnder, sehr flüssiger Spielablauf
  • schlankes Interface
  • relativ unverbrauchte Thematik

Negativ

  • (noch) keine Soundeffekte
  • Steuerung teilweise wenig komfortabel

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP/Vista/7/8
  • Pentium 500 MHz oder vergleichbar
  • 515 MB RAM
  • 200 MB freier Festplattenspeicher
Fazit:

„Piercing Fortress Europa“ stellt für mich den ersten Überraschungshit des Jahres dar. Es ist unkompliziert zu spielen und bietet zugleich eine spannende Herausforderung. Erfrischend wirken vor allem die simultane Rundenauflösung sowie das simple und doch anspruchsvolle Nachschubsystem. Zwar ist die Steuerung teilweise wenig komfortabel und die Präsentation allenfalls zweckmäßig, doch kann ich unter dem Strich eine klare Empfehlung abgeben. Angesichts des relativ hohen Abstraktionsgrades eignet sich PFE aber nur bedingt für solche Hardcore-Strategen, welche die akribische Auflistung jedes historischen Details für unverzichtbar halten.
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