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Madden 15

Seit nunmehr 26 Jahren erfreut EA Sports die Fans des amerikanischen Brachialsports mit jährlichen Ablegern, wobei sich nicht immer der Kauf des Updates gelohnt hat. Nach dem viel kritisierten Jubiläumsspiel konzentriert sich Madden wieder alter Tugenden und wirft ein besonderes Augenmerk auf die spielentscheidende Defensive.


Gewählt ist gewählt


Das diesjährige Cover darf der Cornerback der Seattle Seahawks Richard Sherman zieren. Mittlerweile eine sehr prestige trächtige Werbeaktion, die mittels Fanabstimmung auf den Seiten von EA Sports stattfinden.
Beim Spielstart wird man ungefragt direkt ins Spielgeschehen geworfen. Man hat kaum Zeit auf der Uhr und noch 4 Versuche Zeit den Superbowl zwischen den Seahawks und den 49ers für sich zu entscheiden. Grade Einsteiger dürfte diese Art von Einstieg etwas verwirren und hilflos zurücklassen, zumal bis dahin noch keine Erklärung oder Einstellungsmöglichkeiten möglich waren. Erfahrene Madden Spieler dürften jedoch kein großes Problem haben, die Seahawks Defensive zu überlisten und die 49ers erfolgreich vom Feld zu führen.


Train as you fight

Im Anschluss dann das große Plus des neuen Madden Ablegers. Die sehr umfangreichen Trainingsspiele, um sich langsam an das Spielgeschehen zu gewöhnen und mit den Tasten zurecht zu kommen. Mit sehr einfach beschriebenen und doch ausführlichen Erklärungen wird dem Spieler einerseits das Spielsystem näher gebracht und ausreichend Möglichkeit gegeben einzelne Spielzüge zu testen. Für die besonders interessierten Kenner der Materie werden auch Taktik und Strategieübungen angeboten, die über das normale Pass und Laufspiel hinausgehen.
Besonders witzig ist der neue Gauntletmodus, bei dem man verschiedene Aufgaben gestellt bekommt und dann nur wenige Versuche hat, um diese zu meistern. Ist ein Teil geschafft, wird direkt ein anderer Part abgefragt. Sehr unterhaltsam und fordernd.
Bei den Trainingsspielen fällt jedoch auch sofort auf, dass eine Vielzahl an unterschiedlichen Tastenkombinationen und Steuerungskniffen gefordert sind, um erfolgreich alle Spielzüge und neuen Möglichkeiten ausschöpfen zu können. So hat man als balltragender Runningback nicht nur die Möglichkeit in jede Richtung Körpertäuschungen, ausgestreckte Arme oder 360 Grad Drehungen zu vollziehen, sondern noch durch Tastenkombis und mittels rechten Analogstick spezielle Moves auszuführen. Im Stress eines 4 Yard Raumgewinn Runs durch die Mitte, kann man dies kaum auch nur annähernd alles ausnutzen und überfrachtet gerade den Anfänger sehr schnell.


Defense, Defense, Defense

Als großes Highlight und besonderes Feature des neuen Madden Teils ist die stark überarbeitete Defensive. Bisher eher stiefmütterlich behandelt und meist zum zuschauen verdammt, war die Defensivarbeit ein notwendiges Übel und letztlich doch durch die KI bestimmt. Dies soll nun endlich ein Ende haben. So wird eine spezielle Kameraposition angeboten, die das Spielfeld aus einer leicht schrägen Postition hinter der Defensivlinie zeigt, mit starkem Fokus auf den gegnerischen Quarterback. Weiterhin wird als Hilfestellung über den Köpfen der Spieler der entsprechende Button angezeigt, welcher nun gedrückt werden sollte, um den bestmöglichen Erfolg zu haben. Besonders für Anfänger, aber auch für Erfahrene sehr hilfreich. 
Weiterhin wird dem Spieler zusätzlich noch die Möglichkeit gegeben zu entscheiden, ob ein besonders aggressiver oder eher ein sicherer konservativer Tackle ausgeführt werden soll. Analogstick-Akrobaten können hierbei zusätzlich noch entscheiden, ob der Tackle tief oder eher hoch angesetzt werden soll, um den gegnerischen Spieler zu Fall zu bringen. Auch beim Passspiel kann per HawkEye Funktion der angewählte Cornerback besser und genauer angesteuert werden, ohne dabei die taktisch sinnvolle Position zu verlassen. Der Knopfdruck im richtigen Moment entscheidet hierbei alles.


Spiel(zug)

Bei der Auswahl der Spielmodi hat sich nicht viel getan. Weiterhin kann man im Karrieremodus die Funktion eines einzelnen Spielers, des Trainers oder gar des Managers übernehmen. Bei der Spielervariante verfolgt man die Geschicke eines einzelnen Athleten und baut ihn mit der Zeit in seinen Fertigkeiten auf und kann auch nicht zwischendurch einen anderen Sportler übernehmen. Bei der Trainerversion übernimmt man im Spiel das gesamte Team und kümmert sich vorher "nur" um Aufstellung und entsprechende Spielzüge im Spiel. Als besondere Neuerung kann man seinem Trainerstab einzelne Aufgaben und Zusatztrainings zuweisen, um die Mannschaft zusätzlich zu schulen und zu verbessern. Im Anzug des Manager kommen noch die Finanzen und der Transfermarkt hinzu, denn nur ein reicher Spieler ist auch ein glücklicher Spieler. 
Ansonsten stehen die EA typischen Spielmodi vom Freundschaftsspiel über Turniermodi und spezielle Onlineligen zur Verfügung. Auch das aus FIFA bekannte Ultimate Team kann gespielt werden. Hierbei wird jedoch vermehrt auf die Mikrotransaktionen gesetzt, die sich auf dem Handymarkt ebenso durchsetzen. Wer gewinnen will, braucht entweder extrem viel Zeit oder entsprechend Geld, um Spielgeld zu kaufen, um diese wieder in Spieler und Fähigkeiten zu investieren.

Während des Spiels hat sich letztlich nicht viel an der Steuerung getan. Natürlich wurden die Menüs etwas überarbeitet und freundlicher gestaltet, aber als Madden Fan findet man sich sofort wieder zurecht. Als besonderes Schmankerl werden die altbekannten "Madden empfiehlt" Spielzüge mit entsprechender Erklärung angeboten. Dies gibt dem Spieler etwas mehr Einblick in die Zahnräder des Sports und lassen am schier endlosen Strategiewahnsinn teilhaben. Der Gegner spielt also in 54% der Fälle im dritten Versuch bei relativ hohen Restyards eher Diagonalpässe als Laufspiele und daher wird die entsprechende Rückräumdefensive gewählt... soso... 


Hübsch und laut

In Sachen Präsentation braucht sich Madden nicht zu verstecken. Die Ignite Engine aus dem Hause EA erstrahlt in voller Pracht und lässt manchesmal schon die Kinnlade runterklappen. Der Detailreichtum bei den Spielern ist keine Grenze gesetzt und sieht wirklich lebensnah aus. Zwischen den einzelnen Spielzügen wird sich gegenseitig angefeuert oder auch mal der Gegner verhöhnt. Alles in allem fühlt sich Madden wie eine echte Simulation an. Auch Stadiontechnisch lässt die Engine ihre Muskeln spielen. Einzelne Zuschauermodelle anstatt dem alten verwaschenenen Tapeten sorgen für einen ordentlichen Eindruck. Auch soundtechnisch macht Madden einiges her. Gegrunze auf dem Spielfeld, scheppernde Panzer die aufeinanderprallen und die Zuschauer, die erfolgreiche Hits oder Pässe entsprechend feiern. Die Kommentatoren sind (Gott sei Dank) auf englisch und im neuesten Teil auch als Personen im Spiel integriert. Mit der Zeit, wie sollte es anders sein, nerven die Kommentare leider etwas, weil sich die Bandbreite einfach schnell wiederholt.

 

Geschrieben von: Metatron am 20.09.2014





  

Positiv

  • Grandiose Grafik
  • Erklärungen zu den Spielzügen
  • Umfangreiche Trainingsmöglichkeiten
  • Überarbeitete Defense Steuerung
  • Fantastische Präsentation

Negativ

  • Immernoch überladene Steuerung
  • Mit der Zeit eintönige Kommentare

Systemvoraussetzungen

  • Playstation 4
Fazit:

Es ist wie immer bei den EA Spielen, dass man lange mit sich hadern muss, ob sich der neue Teil wirklich lohnt oder ob es sich um ein teures Update handelt. Endlich wurde der Defensive die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie auch verdient. Nichtsdestotrotz werden grade Anfänger durch die komplett überladene Steuerung etwas abgeschreckt. Echte Fans des brachialen US Sports sollten jedoch zweifellos zugreifen.
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