Scourge of War: Gettysburg
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Kenner des Amerikanischen Bürgerkriegs erinnern sich vielleicht nicht ungern an die seinerzeit von Mad Minute Games programmierten Titel „Civil War: Bull Run“ und „Take Command: Second Manassas“. Das kleine unabhängige Studio Norb Software Development, aus Teilen des alten Entwicklerteams hervorgegangen, hat jetzt dieses Erbe übernommen und präsentiert mit „Scourge of War: Gettysburg“ den dritten Teil der Serie. Wie seine Vorgänger ist „Scourge of War: Gettysburg“ (SWG) eine taktische Echtzeit-Simulation, die hinsichtlich der Darstellung des Kampfgeschehens und der militärischen Einheiten großen Wert auf Authentizität und historische Genauigkeit legt. Wie der Name schon sagt, hat man sich diesmal die größte und berühmteste Schlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs vorgenommen. Anders als im Klassiker „Sid Meier´s Gettysburg“, dem unverkennbaren Vorbild für SWG, übernimmt der Spieler nicht aus isometrischer Perspektive die Kontrolle über eine gesamte Armee. Vielmehr findet er sich wechselweise in der Rolle eines Brigade-, Divisions- oder Korpskommandeurs auf einem dreidimensionalen Schlachtfeld wieder und wird Teil eines übergreifenden Geschehens, das er nur im Rahmen seiner begrenzten Befugnisse beeinflussen kann. Eine weitere Besonderheit des Spielsystems besteht in der realistischen Abbildung der Befehlskette: Mittels Meldereiter erhalte ich Anweisungen meiner Vorgesetzten, die es innerhalb eines Zeitlimits erfolgreich umzusetzen gilt. Hierfür ist es aber notwendig, daß ich meinerseits schriftlichen Befehl an die eigenen Untergebenen erteile, damit diese schließlich die mir unterstellten Regimenter manövrieren und ins Gefecht werfen. Es ist aber keineswegs gesagt, daß meine Kommandos auch auf gewünschte Weise ausgeführt werden, denn je nach Situation und Gefahrenlage reagieren Offiziere und Einheiten nach eigenem Ermessen. Zur Steigerung des Realismus wurde ein weiteres interessantes Feature integriert, das die Entwickler „Hauptquartier im Sattel“ getauft haben. Hierbei kann ich das Schlachtfeld und die Vorgänge um mich herum lediglich aus der Egoperspektive des von mir gespielten Charakters wahrnehmen. Wer sich von soviel Wirklichkeitssinn abgeschreckt sieht, darf jedoch aufatmen. Denn SWG bietet neben sieben vordefinierten Schwierigkeitsgraden eine ganze Reihe von Optionen, um den Realismusfaktor den eigenen Bedürfnissen anzupassen. In diesem Punkt ist das Spiel überaus benutzerfreundlich. So kann man beispielsweise auf die Meldereiter verzichten und jede Formation eigenhändig steuern, die Intensität des „Fog of War“ manuell bearbeiten oder eine frei rotierbare Kamera verwenden, mit deren Hilfe sich jederzeit das gesamte Gelände überschauen läßt.
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