Bookmark and Share

 


Sie befinden sich hier:  Startseite / Artikel / PC Spiele
Bootstrap Slider

Storm over the Pacific

Früher wenig beachtet, hat der pazifische Schauplatz des Zweiten Weltkriegs im Bereich der PC-Strategiespiele seit einiger Zeit Konjunktur. Es liegt also ganz im Trend, daß Matrix Games nun einen weiteren Titel vorlegt, der sich mit diesem Thema beschäftigt: „Storm over the Pacific“ vom polnischen Entwicklerteam Wastelands Interactive.

 

„Storm over the Pacific“ (SoP) erfindet das Genre nicht neu, sondern bietet handfestes und traditionelles Wargaming. Konkret gesprochen: Es handelt sich um eine militärische Simulation im klassischen Rundenmodus, wobei Truppenbewegungen und Kämpfe auf einer ebenfalls klassisch zu nennenden Hexfeldkarte ausgeführt werden. Da es der Spieler mit einem Vertreter der „Grand Strategy“ zu tun hat, muß er darüber hinaus Forschung und Diplomatie betreiben sowie die Produktion neuer Einheiten in Auftrag geben. Was die Komplexität des Programms angeht, so läßt es sich irgendwo zwischen dem extrem realistischen „War in the Pacific“ einerseits und eher abstrakten Systemen wie „Strategic Command: Pacific Theatre“ oder „War Plan Pacific“ andererseits einordnen.

Über mangelnden Umfang kann man sich nicht beklagen: SoP offeriert eine ganze Reihe historischer Szenarien, die es erlauben, bestimmte Ausschnitte des Geschehens, wie etwa die legendären Kämpfe um Guadalcanal oder die Schlacht um Iwo Jima, am heimischen PC nachzustellen. Herzstück des Ganzen ist freilich die in mehreren Varianten feilgebotene große Kampagne, die den Zeitraum von 1941-1948 beziehungsweise von 1937-1948 und somit den ganzen ostasiatischen Konflikt vom Japanisch-Chinesischen Krieg bis hin zur Auseinandersetzung Japans mit den Westalliierten abdeckt. Diesen Dimensionen entsprechend ist die Karte des Feldzugspiels weiträumig gestaltet: Sie zeigt neben den Weiten des pazifischen Ozeans große Teile Südostasiens, Ozeanien sowie natürlich Japan und die US-Westküste.

Wer sich nicht nur mit der KI, sondern auch mit menschlichen Kontrahenten messen will, kann einerseits auf die Mehrspielervariante „Hot Seat“ an einem Computer, zum anderen aber auf einen PBEM-Modus mit bis zu acht Teilnehmern zurückgreifen. Schließlich gibt es noch einen Szenario-Editor, der allerdings weder im Handbuch dokumentiert noch mit einer separaten Anleitung geliefert wird. – Apropos Handbuch: Letzteres gibt sich bei Beschreibung der Spielmechanik auffällig wortkarg. Auch ist das Layout als suboptimal zu bezeichnen, denn die meisten der 125 Seiten sind zu zwei Dritteln schlicht leer. Einigen Formulierungen läßt sich zudem anmerken, daß man sie ohne Rücksicht auf die Thematik wörtlich aus dem Vorgänger „Time of Wrath“ übernommen hat.

Bild 1


Szenario-Auswahl

Zeitlicher, räumlicher und organisatorischer Maßstab variieren je nach gewähltem Szenario. Ein Hexfeld kann eine Strecke von bis zu 20 Kilometern Durchmesser darstellen. Im Feldzugspiel repräsentiert jede Runde eine Woche Realzeit, in den kleineren Szenarien unter Umständen nur einen Tag. Die militärischen Einheiten schließlich stehen für Verbände in Kompanie-, Bataillons-, Divisions- oder gar Korpsgröße.

Mit Blick auf das Feldzugspiel sind zwei Besonderheiten von SoP zu erwähnen: Man kann sich nicht nur, wie zu erwarten ist, auf die Seite der Alliierten oder der Achsenmächte schlagen. Die Kampagne bietet nämlich in Gestalt der von Sowjetrußland geführten „Komintern-Staaten“ (Kommunistische Internationale) noch eine dritte Partei zur Auswahl. Und zweitens steht es dem Spieler frei, ganz in der Art eines „Hearts of Iron“ die Geschicke jedes auf der Karte vorhandenen Landes zu lenken.

Leider ist dieses Feature recht unausgegoren: Da kein ausgefeiltes Nationen-Management mit Wirtschaftspart oder sozialpolitischen Optionen zur Verfügung steht und somit kaum Entwicklungsmöglichkeiten bestehen, macht es schlicht gesagt weder Sinn noch Spaß, Länder wie Thailand oder Burma zu steuern. So bleiben letztlich doch nur die üblichen Verdächtigen wie Japan, China oder die USA als ernsthafte Kandidaten übrig.

Auch das Spiel mit mehreren verbündeten Nationen hat einen Pferdefuß: Das Programm gibt eine bestimmte Zugreihenfolge für Länder einer Allianz vor, so daß ich die Aktionen all meiner Einheiten nicht beliebig koordinieren kann. Dadurch wird das Führen multinationaler Streitkräfte zu einem komplizierten und planungsintensiven Unterfangen.

 

 

Geschrieben von: Mortimer am 11.08.2010
Wertung: 





  

Positiv

  • umfangreiche Szenarien
  • schnelle Erlernbarkeit
  • ausreichende Komplexität

Negativ

  • unzulängliches Handbuch
  • teils umständliches Interface
  • kaum Innovationen
  • unattraktive Seeschlachten

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP, Vista, 7
  • Pentium 1,2 GHz/AMD 2000+
  • 1 GB RAM
  • 64 MB Grafikkarte (DirectX 9-kompatibel)
  • 700 MB freier Festplattenspeicher
Fazit:

SoP bietet solide strategische Hausmannskost – nicht mehr und nicht weniger. Innovatives Gameplay mit prägnanten Features, die den Titel aus der Masse vergleichbarer Spiele herausheben, sucht man vergebens. Auch in den Kategorien Benutzeroberfläche und grafische Aufbereitung setzt der Titel beileibe keine Ausrufezeichen. – Das sind nicht gerade ideale Voraussetzungen, um dem gewogenen Wargamer lange in Erinnerung zu bleiben.
Dennoch: Dank des ordentlichen Umfangs und der akzeptablen Spieltiefe dürfte SoP für Genrefans und Liebhaber der historischen Thematik einen Blick wert sein. Darüber hinaus könnte das mittlere Komplexitätsniveau des Programms Interesse bei Gelegenheitsstrategen ohne Hang zu beinhartem Realismus und zeitintensivem Mikromanagement erregen.
Galerien dazu
     

 


Deutsche MMORPG
Panzerliga
Cossacks 2
Benutzer online: 0, Gäste online: 22
Drucken | Powered by Koobi:CMS 7.25 © dream4® | Impressum | Bookmark and Share