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Hannibal: Rome and Carthage in the Second Punic War

Hannibal gilt als einer der großen militärischen Anführer der Weltgeschichte. Daher verwundert es wenig, daß die Taten dieser schillernden Persönlichkeit immer wieder einmal zum Gegenstand eines PC-Strategiespiels gemacht werden. Das jüngste Beispiel hierfür ist der von Forced March Games entwickelte und durch Publisher Matrix Games veröffentlichte Titel „Hannibal: Rome and Carthage in the Second Punic War“.

 

Um es vorweg zu sagen: Wir haben es hier mit einem in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlichen Produkt zu tun. „Hannibal: Rome and Carthage in the Second Punic War“ basiert auf einem gleichnamigen, heute kaum mehr bekannten Brettspiel. Es ist aber nicht nur einfach eine Brettspieladaption; es ist in der Tat nicht mehr und nicht weniger als ein Brettspiel für den PC, sofern es das Flair des anderen Mediums nahezu vollständig auf den Computer überträgt und sich natürlich auch an der Spielmechanik der Vorlage orientiert. Zu jenem Flair gehört nicht zuletzt die extravagante Grafik von „Hannibal“, die sich dem Stil nach an die Bildgestaltung antiker Mosaiken und Wandteppiche anlehnt. Das mag für den ein oder anderen auf den ersten Blick abschreckend wirken. Für mich hingegen macht diese noch nie gesehene Form der Präsentation einen Teil der Faszination des Spiels aus.

Eine andere bemerkenswerte Design-Entscheidung des Entwicklers betrifft den Umstand, daß „Hannibal“ nicht über einen Mehrspielermodus verfügt, sondern nur auf Seiten Karthagos gegen die römische KI gespielt werden kann. Bei einem Programm für reinrassige Solisten, das nicht einmal die Wahl zwischen zwei Parteien zuläßt, ist die Fähigkeit des Computergegners natürlich ein besonders kritischer Aspekt. Meine Ansicht dazu auf einen Punkt gebracht: Die Künstliche Intelligenz von „Hannibal“ ist nicht nur gut; sie ist vermutlich die beste, die ich in einem PC-Strategietitel bislang beobachten durfte. – Was den Umfang betrifft, so enthält das Spiel lediglich ein Standardszenario, das in drei Schwierigkeitsgraden mit zunehmender Komplexität absolviert werden kann, ein mehrteiliges Tutorial sowie einen lesenswerten Strategie-Ratgeber.

 

Bild 1


Das schöne Italien!

 

Doch bevor wir uns weiter in die Materie vertiefen, zunächst eine kurze historische Erläuterung zum Thema: Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) erreichte das Ringen der antiken Großmächte Rom und Karthago um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum seinen Höhepunkt. Der karthagische Heerführer und Politiker Hannibal Barkas übernahm in der Anfangsphase des Konfliktes die Initiative, marschierte von Spanien nach Gallien, überquerte in einem waghalsigen Manöver die Alpen und drang nach Italien vor. In der Schlacht bei Cannae brachte er 216 v. Chr. den Römern die größte Niederlage ihrer Geschichte bei. Allerdings gelang ihm weder die Einnahme Roms noch die dauerhafte Destabilisierung der römischen Herrschaft in Italien. Als die Römer in Afrika landeten, mußte er nach langen Jahren auf italienischem Boden nach Karthago zurückkehren. Schließlich wurde Hannibal in der Schlacht bei Zama 202 v. Chr. von Publius Cornelius Scipio vernichtend geschlagen. Damit war die Entscheidung zugunsten Roms gefallen.

 

 

Geschrieben von: Mortimer am 09.11.2010
Wertung: 





  

Positiv

  • sehr gute KI
  • durchdachte Spielmechanik
  • einzigartige Präsentation
  • unverbrauchte Thematik

Negativ

  • kein Mehrspielerpart
  • Lücken im Handbuch (Kampfsystem!)

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP, Vista, 7
  • 2 GHz-Prozessor
  • 2 GB RAM
  • 400 MB freier Festplattenspeicher
  • DirectX 9.0c-kompatible Grafikkarte
Fazit:

„Hannibal“ gehört zweifellos in die Kategorie der eher kleinen Spiele, und eine Partie läßt sich gemütlich in zwei oder drei Sitzungen absolvieren. Wem der Umfang zu gering erscheint, dem sei an dieser Stelle gesagt: Ich habe nun schon viele Stunden mit „Hannibal“ zugebracht und etliche Feldzüge bestritten, ohne daß mir das Spiel je langweilig geworden ist. Dank der äußerst flexiblen und herausfordernden KI einerseits sowie dem zufallsgesteuerten System der Ereigniskarten andererseits besitzt das Programm einen hohen Wiederspielwert. Zudem sollte man den Planungsfaktor nicht unterschätzen, denn aus dem exakt ausgearbeiteten Regelwerk ergeben sich immer wieder höchst vertrackte Situationen, die zu wohlüberlegten Entscheidungen zwingen. Allerdings würde ich mir gerade bei diesem Titel einen Mehrspielermodus für zwei Personen wünschen, der mit etwas Feintuning der Spielbalance sicherlich umsetzbar gewesen wäre!
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