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Swords and Scimitars

Gut ein Jahr ist es her, daß wir den rundenbasierten Hexfeld-Strategietitel „Field of Glory“ auf Herz und Nieren überprüfen konnten. Seitdem hat Entwickler Slitherine Strategies die PC-Umsetzung seines beliebten Table-Top-Systems nicht nur beständig weiterentwickelt, sondern auch gleich zu einer ganzen Produktreihe ausgebaut. Nun drängt mit „Swords and Scimitars“ – zu deutsch: „Schwerter und Krummsäbel“ – bereits die vierte Erweiterung des Hauptprogramms auf den Markt.

 

Bevor ich etwas näher auf „Swords and Scimitars“ (S&S) eingehe, will ich zur Orientierung einen kurzen Blick auf die bisherige Evolution der Engine von „Field of Glory“ werfen: „Rise of Rome“ brachte nicht nur sinnvolle Ergänzungen, wie etwa eine Kriegsnebel-Option, sondern bereicherte zudem die Gefechtskarten mit Feldlagern und Befestigungen. „Storm of Arrows“ verbreiterte die historische Perspektive durch Berücksichtigung des europäischen Spätmittelalters und der Renaissance, so daß man nun auch schwer gepanzerte Ritter, Pikeniere oder Langbogenschützen ins Getümmel führen durfte. „Immortal Fire“ kehrte schließlich zu den antiken Ursprüngen der Serie zurück und widmete sich verstärkt dem klassischen Griechenland, den Perserkriegen sowie den Feldzügen Alexanders des Großen.

Am bewährten Spielprinzip hat sich bei alledem natürlich nichts geändert: Nach wie vor schieben wir unsere im Miniaturen-Stil gehaltenen Truppen über eine isometrische Hexfeldkarte und attackieren im konventionellen „IGOUGO-Verfahren“ den Gegner. Näheres hierzu findet der geneigte Leser in unserem Review des Hauptprogramms.

Bild 1


Kreuzritter formieren sich!

Ganz in der hiermit angedeuteten Tradition stehend, erfüllt S&S vor allem den Sinn, die „Field of Glory“-Gemeinde mit weiteren Schlachten, Einheiten und Armeen zu versorgen, wobei diesmal die Epoche der Kreuzzüge im Mittelpunkt steht. Darüber hinaus wird das Basisspiel durch Einbindung aller bisherigen Updates auf den aktuellen technischen Stand gebracht und auch um die Features der Vorgänger ergänzt. Wer auf der Höhe der Entwicklung sein will, muß also die anderen „Army Packs“ nicht zwingend sein eigen nennen. Allerdings enthält jedes Add-On exklusive Szenarien und Einheiten, die ohne seinen Besitz logischerweise nicht zur Verfügung stehen.

S&S bietet elf Gefechte unterschiedlicher Größe, die historisch alle zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert angesiedelt sind. Dem thematischen Schwerpunkt gemäß behandeln die meisten von ihnen Auseinandersetzungen zwischen Kreuzrittern, Byzantinern und Arabern. Wer sich nicht vertieft mit den komplizierten Verhältnissen im Nahen Osten zur Zeit der Kreuzzüge beschäftigt hat, kann mit den Namen dieser Schlachten vermutlich wenig anfangen. Jedoch bieten alle Szenario-Briefings hilfreiche Erläuterungen, um die Unkundigen über die geschichtlichen Hintergründe aufzuklären.

Selbstredend werden die hierzu passenden Armeen angeboten, darunter verschiedene christliche Heere und eine ganze Anzahl moslemischer Fraktionen, wie etwa Seldschuken, Mameluken, Beduinen oder die ägyptischen Ayyubiden, aus deren Reihen Sultan Saladin als bekanntester Gegenspieler der europäischen Kreuzfahrer hervorging. Die neuen Armeen mit den entsprechenden Grafiksets sind natürlich auch im Editor auffindbar und stehen dort zur Erstellung eigener Szenarien bereit. Des weiteren führen die Gefechtskarten von S&S den Geländetyp „weichen Sand“ ein, um den geographischen Gegebenheiten des Orients Rechnung zu tragen.

 

 

Geschrieben von: Mortimer am 18.02.2011
Wertung: 





  

Positiv

  • interessante historische Thematik
  • leicht erlernbar
  • sehr guter Multiplayer

Negativ

  • nur wenige neue Features
  • weiterhin kein Feldzugspiel

Systemvoraussetzungen

  • Windows XP, Vista, 7
  • 1.6 GHz CPU
  • 512 MB RAM
  • 128 MB-Grafikkarte
  • Vollversion „Field of Glory“
Fazit:

Wer bislang von „Field of Glory“ Abstand genommen hat, der kann dies getrost auch weiterhin tun. Denn in der Summe betrachtet liefert S&S keine hinreichenden Gründe, die Skeptiker nun doch noch zum Einsteig in die Welt der virtuellen Table-Top-Miniaturen bewegen könnten. Die Anzahl neuer Features ist gering, die Modifikationen der Engine und der Spielmechanik sind letztlich marginal. Vor allem aber hält sich der Anreiz für Einzelspieler immer noch in relativ engen Grenzen. Liebhaber der Serie können hingegen zugreifen, um sich an neuen Schlachten und Armeen zu erfreuen.
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